Eine liebe Leserin fragt mich, wie wir es schaffen können, in die positive Kraft zu kommen. Und sie fragt mich, wahrscheinlich angesichts meiner Empörung und meiner „Hexen – Heuler“, was ich für mich tue. Zuerst möchte ich sagen, dass Empörung angesichts empörender Zustände ein gesunder Ausdruck ist. Ich denke, wer sich nicht mehr empört, ist möglicherweise abgestumpft. Das kann helfen, gemütlich weiterzuleben, als sei nichts. Manche beschönigen es mit der „Tugend der Gelassenheit“. Das ist meine Sache nicht. Und ich habe Gründe genug und ausreichend Anschauungsobjekte, die mir deutlich zeigen, dass diese Art von „Gelassenheit“ bei den meisten zum Himmel stinkt bis auf wenige Erleuchtete vielleicht.

Unsere jetzige Realität ist ja bekanntlicherweise nicht vom Himmel gefallen. Und das Wegschauen, das nicht zuständig sein, das nicht verantwortlich sein der letzten Jahrzehnte, das nicht wissen wollen der Wahrheit, das nicht handeln wollen, nicht eingreifen wollen, all das sind eben die Ursachen, unter deren Wirkung wir nun zu leiden haben. Wir können das nicht mit den eben genannten Bequemlichkeitsstrategien lösen. Noch mehr von dem, was nicht funktioniert war noch nie eine gute Idee.

Wo hört Selbstfürsorge auf und wo fängt Bequemlichkeit an?

Ganz ohne Frage müssen wir gut für uns selbst sorgen, anders geht es nicht. Und wer meine Artikel gelesen hat, der weiß auch, dass ich darauf immer wieder hinweise. Ebenso weise ich immer wieder darauf hin, was den Menschen wesentlich ausmacht. Dazu gehört unter anderem auch die Freude, die Liebe, das Lachen, das Singen, die Kunst, das Spielen, all das. Und vor allem jetzt, wo alles das verboten wird, wo es uns gehörig ausgetrieben wird, das Mensch – Sein, da ist dies eine Form von Widerstand: sich das Mensch – Sein eben nicht verbieten, nicht austreiben oder abtöten zu lassen, allen Gewalten zum Trotz. Ganz klar: Selbstfürsorge und Lebensfreude stehen ganz oben an. Manchmal vernachlässigt man das vielleicht angesichts all der Schrecken, die da über uns hereinbrechen, täglich mehr und noch mehr, täglich brutaler, täglich offensichtlicher in dieser Vernichtungsstrategie. Das passiert mir manchmal und dann bin ich froh, wenn mich jemand am Ärmel zupft und mich erinnert, oder mich an meiner Hand nimmt und mir die Schönheit der Welt zeigt. Dafür danke ich von Herzen. Den Hang zur Bequemlichkeit habe ich eher selten. Vielleicht geht es manchem umgekehrt und möchte an der Hand genommen werden für anderes.

Und zum Mensch – Sein gehört noch vieles andere. Der Mensch ist ein seelisch – geistiges Wesen, er steht zwischen Himmel und Erde, und dort ist unsere Aufgabe, unser Entwicklungsauftrag und unsere Verantwortlichkeit. In dem Wort „Ver – antwortung“ steckt die „Antwort“ drin. Nun bin ich nicht besonders philosophisch veranlagt, trotzdem will ich etwas versuchen zu beschreiben:

Die Werzeugkiste

Ich empfinde eine Aufgabe, einen Auftrag und meine Verantwortung in dieser Welt, für mich, für mein Leben, für meine Brüder und Schwestern. Und mein Handeln, meine „Werke“ sind meine Antwort darauf. Nun habe ich eine Art Werkzeugkiste, die sich in meinem Leben gefüllt hat und welche sich immer wieder mit neuen Werkzeugen füllt. Aus dieser Kiste entnehme ich das, was ich benötige, um meine Werke zu tun. Das ist, was ich zur Vefügung habe und ich übe mich darin, diese Werkzeuge immer besser zu nutzen. Ich versuche, so viele Werkzeuge wie möglich für verschiedene Werke zu nutzen. Ja, ich versuche, sie alle zu nutzen. Denn: Die Not ist groß. Doch die Handhabung der Werkzeuge zu lernen, ist meine Aufgabe. Dafür hatte ich immerhin genügend Zeit. Und die konnte ich mir auch nehmen, denn ich hatte keinen Fernseher in meinem Leben und so manches, welchem meine Mitmenschen gern frönen, ist mir langweilig und erscheint mir nutzlos. Es gibt Werkzeuge, die ich inzwischen sehr gut beherrsche, einige, welche ich noch besser zu nutzen lernen möchte und einige, welche ich schon mal versucht habe, zu verlieren oder zu verlegen, weil ich sie gar nicht mochte. Diese waren dann aber nach kurzer Zeit plötzlich wieder drin in der Kiste. Ich kam nicht dran vorbei, ich wurde sie nicht los.

Spirituelle und soziale Dimension

Ganz ohne Frage ist genaugenommen „alles im Argen“, an jeder Ecke sind Baustellen, die dringend bearbeitet werden wollen. Und natürlich ist jeder Mensch zuständig. Für alle Baustellen. Keiner kann die spirituelle Dimension anderen überlassen und auch nicht die soziale. Das geht heute nicht mehr. Schon unsere Verantwortung verlangt das von uns, das heißt: unsere Seele fordert es von uns, wir selbst fordern es von uns. Unsere Vernachlässigung von so einigem hat uns hier hin gebracht. Und was ich mit „sozialer Forderung“ meine, dürfte klar sein, wenn man nur einige meiner Artikel kennt. So denke ich, dass jeder Mensch seine Balance suchen und finden muß, sein Tagwerk verteilen muß auf alle diese Baustellen.

Für mich sind die Artikel hier auf diesem Blog eine Baustelle. Meine Arbeit an und in der Initiative für die Umsetzung der Dreigliederung des sozialen Organismus (www.phoenix2020.de) ist eine zweite Baustelle. Dies ist die Aufbauarbeit für die Zukunft. Sie beginnt spätestens heute, jetzt, bei jedem, jeden Tag, im Alltag. Die dritte Baustelle ist vielleicht das Leben als Mensch mit anderen Menschen zusammen, welches unter erschwerten Bedingungen trotzdem gepflegt und genährt sein will. Die echte Wahrnehmung der Mitmenschen, die Sorge, die Für – Sorge um oder für andere gehört auch dazu. Eine vierte Baustelle ist meine eigene innere Entwicklung, die spirituelle Dimension etwa, welche man ja nicht so klar abtrennen kann von allen anderen. Es sind keine geschlossenen Baustellen, sie fließen ineinander über, sozusagen, eine bereichert die andere. Und es gibt noch mehr Baustellen, doch die Sache ist nun deutlich dargelegt. Oh, und bevor ich das vergesse, es gibt ja auch noch das „gewöhnliche“ Tagwerk, etwa den Job oder den Haushalt, den Garten, wie auch immer.

Eine Botschaft

Meine liebe Leserin schenkte mir eine Botschaft eines Indianers. Sie ist sehr, sehr gut, deshalb füge ich sie unten an. Es ist ermutigend, doch auch dieser Indianer weiß: singen und tanzen allein wird nicht genügen in einem Vernichtungskrieg. Den Kopf in den Sand stecken und sich die Dinge schön reden, auch nicht. Es ist unsere Aufgabe, die Wahrheit zu suchen und ja, auch, sie zu ertragen, und dann etwas daraus zu machen. Denn immerhin ist die Wahrheit, die uns gerade so entsetzt, unser Werk. Wir haben diese Wahrheit, so böse und so häßlich wie sie ist, selbst erschaffen. Dann haben wir sie aber auch zur Kenntnis zu nehmen. Wie baut man sonst eine Zukunft, wenn man weder Vegangenheit noch Gegenwart anschauen will? Auch er sagt: Nimm deinen Werkzeugkasten und verwende alle Werkzeuge, die Dir zu Verfügung stehen. Und auch die Engel sagen uns das. Sie haben keine Hände und tun nicht die Werke, die wir Menschen zu tun haben. Sie unterstützen uns auf ihre Weise, wenn wir mit ihnen zusammenarbeiten. Wenn. Sie sagen uns, dass es innen und außen zu tun gibt. Sie warten auf unsere Schritte und auf unsere Taten. Wir sollen nicht nur beten, wir sollen handeln. Wir sind es, die die Zukunft erbauen, nur wir! Tun wir es nicht, wird es keine Zukunft geben.

Nachricht von White Eagle (Weißer Adler), Hopi Indianer, Nordamerikanischer Stamm

Dieser Moment, den die Menschheit gerade erlebt, kann als Pforte oder Loch betrachtet werden. Die Entscheidung, ins Loch zu fallen oder durch die Pforte zu schreiten, liegt bei Euch. Wenn Ihr das Problem bedauert und rund um die Uhr Nachrichten konsumiert, mit negativer Energie, dauernd nervös, mit Pessimismus, werdet Ihr in dieses Loch fallen.

Aber wenn Ihr die Gelegenheit ergreift, Euch selbst zu betrachten, Leben und Tod zu überdenken, für Euch und andere Sorge tragt, dann werdet Ihr durch das Portal gehen. Sorgt für Euer Zuhause, sorgt für Eure Körper. Verbindet Euch mit Eurer spirituellen Heimat. Wenn Ihr Euch um Euch selbst kümmert, kümmert Ihr Euch gleichzeitig um alle anderen.

Unterschätzt nicht die spirituelle Dimension dieser Krise. Nehmt die Perspektive eines Adlers ein, der von oben das Ganze sieht- mit erweitertem Blick. Es liegt eine soziale Forderung in dieser Krise, aber genauso eine spirituelle. Beide gehen Hand in Hand. Ohne die soziale Dimension fallen wir in Fanatismus. Aber ohne die spirituelle Dimension fallen wir in Pessimismus und Sinnlosigkeit. Wir sind vorbereitet, um durch diese Krise zu gehen.

Nimm deinen Werkzeugkasten und verwende alle Werkzeuge, die Dir zu Verfügung stehen.

Lerne Widerstand am Vorbild indianischer und afrikanischer Völker: Wir wurden und werden noch immer ausgerottet. Aber wir haben nie aufgehört zu singen, zu tanzen, ein Feuer zu zünden und Freude zu haben. Fühle Dich nicht schuldig, Glück zu empfinden während dieser schwierigen Zeiten. Es hilft überhaupt nicht, traurig und energielos zu sein. Es hilft, wenn jetzt gute Dinge aus dem Universum kommen.

IT IS THROUGH JOY THAT ONE RESISTS! Durch Freude leistet man Widerstand! Auch wenn der Sturm vorübergezogen ist, wird jeder einzelne von Euch sehr wichtig sein, um diese neue Welt wiederaufzubauen. Ihr müsst stark und positiv sein. Und dafür gibt es keinen anderen Weg, als eine schöne, freud- und lichtvolle Schwingung zu bewahren. Das hat nichts mit Entfremdung (Weltfremdheit) zu tun. Es ist eine Strategie des Widerstands.

Im Schamanismus gibt es einen Ritus des Übergangs, genannt „ die Suche nach Weitsicht“. Sie verbringen ein paar Tage allein im Wald, ohne Wasser, ohne Nahrung, ohne Schutz. Wenn sie durch die Pforte gehen, bekommen sie eine neue Sicht auf die Welt, weil sie sich ihrer Ängste, ihrer Schwierigkeiten gestellt haben. Das ist es, was nun von ihnen verlangt wird. Erlaube dir, diese Zeit dafür zu nutzen, deine Rituale zum Suchen deiner Visionen auszuführen.

Welche Welt möchtest du für dich erschaffen?

Das ist alles, was du momentan tun kannst: Gelassenheit im Sturm. Bleib ruhig, bete täglich. Mach es dir zur Gewohnheit, das Heilige jeden Tag zu treffen. Gute Dinge entstehen daraus. Was jetzt aus dir kommt, ist das allerwichtigste. Und singe, tanze, zeig Widerstand durch Kunst, Freude, Vertrauen und Liebe!

Wider-stehe!

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