Davon ist jetzt immer öfter die Rede. Wie sollen die Kinder aufwachsen? Wie sollen sie leben? Was sollen sie erleben? Was brauchen sie, um glücklich und gesund zu sein? Wie sollte Schule sein? Läuft das eigentlich richtig, wie es bei uns in unserer sogenannten modernen Zivilisation so gemacht wird? Wer hat uns eigentlich eingeredet, dass das, was wir tun, wie wir leben, richtig ist? Wieso lassen wir uns überhaupt jeden Unsinn einreden?

Immerhin, es wird geredet. Möge Gott helfen, dass es nicht beim Reden bleibt. Die Zeit läuft davon, lang ist jedenfalls nicht mehr Zeit zum reden. Wenn keine echten Taten folgen, wird es gald still sein. Dann redet keiner mehr.

Den unten stehenden Text hat mir eine Freundin geschickt. Er ist einfach, es ist ein kurzer Text. Doch könnte er alles aussagen. Alles, was ein Mensch wissen muß, um in die Puschen zu kommen. Ihn nur seufzend zu überfliegen wie die üblichen Kalendersprüche, ein wenig sentimental zu gucken und dann weiterzuklicken wird nicht genügen.

Ein reicher Vater wollte, dass sein Sohn weiß, was es bedeutet, arm zu sein und brachte ihn für ein paar Tage zu einer Bauernfamilie.

Das Kind verbrachte dort 3 Tage und 3 Nächte.

Wieder mit dem Auto zurück in der Stadt, fragte ihn der Vater:

“Und deine Erfahrung?”

“Gut”, antwortete der Junge.

“Hast du etwas gelernt? “

Der Junge erklärte daraufhin:

“Wir haben einen Hund und sie haben einen Hund, 20 Hühner, Katzen, Enten und im Stall eine Kuh. Somit haben sie Milch und Eier.

Wir haben einen Pool mit behandeltem Wasser wo kein Blatt und kein Gras drin schwimmen darf.

Sie haben im Wald ein kleines Bächlein mit kristallklarem Wasser, Fischen und perfekt um mit Gummistiefeln rein zu springen.

Wir haben elektrisches Licht in unserem Garten,

aber sie haben die Sterne und den Mond und ein Lagerfeuer. Darauf kann man Würstchen grillen.

Unser Garten reicht bis zum Zaun. Ihre bis zum Horizont.

Wir gehen ins Gasthaus essen, sie bestellen ihre Felder, ernten und kochen es.

Wir hören Musik über das Handy sie singen und musizieren gemeinsam.

Wir kommen von der Schule und der Arbeit. Das Essen steht in der Mikrowelle. Jeder sitzt alleine am Tisch und isst.

Bei ihnen kocht die Mama oder die Oma auf einem Tischherd. Sie essen gemeinsam.

Wir sind, um uns zu schützen, von Alarmzäune umgeben.

Sie leben mit offenen Türen, geschützt durch die Freundschaft ihrer Nachbarn.

Wir sind mit Telefon, Computer, Fernsehen verbunden.

Sie sind mit Leben, Himmel, Sonne, Wasser, Feldern, Tieren, Schatten und Familien in Gemeinschaft.”

Der Vater war beeindruckt von den Gefühlen seines Sohnes.

Der Sohn kommt zum Schluss:

“Danke, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind.“

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