Wahrscheinlich fallen dem Leser einige „Berufe“ hierzu ein. Und wahrscheinlich haben sie falsch geraten. Mancher Leser mag vielleicht auf „sehr wichtige und angesehene Berufe“ schauen, wie Anwalt, Arzt, Politiker und dergleichen, doch wenn diese Leser auf meinem Blog das ein oder andere schon geneigt waren, zur Kenntnis zu nehmen, werden sie nur seufzen und wissen, das kann nicht das sein, was diese Hexen – Heulerin jetzt für eine Antwort haben will. Ganz richtig!

Es gibt einen Beruf hierzu, der in unserer Gesellschaft allerdings nicht nur nicht hoch gewürdigt wird, sondern sogar „bestraft“ und zudem mit Füßen getreten wird. Schlimmer noch: er ist nicht einmal als Beruf anerkannt. Verrückt? Ja. Diese ganze Gesellschaft ist nicht nur verrückt, sie ist krank, scheinbar unheilbar krank, scheinbar mit progredientem Verlauf, das bedeutet: der Verfall führt schnell zum finalen Ende. Weil: Nicht mit dem Leben vereinbar.

So macht es die Natur: Was mit dem Leben nicht vereinbar ist, muß weg. Die Natur war allzu nachsichtig die letzten Jahrhunderte und was sie sich die letzten Jahrzehnte dabei gedacht hat, ein solches Übel bestehen zu lassen, welches die gesamte Schöpfung hier gefährdet, weiß ich auch nicht.

Wie dem auch sei: dieser Beruf, der die Hauptarbeit für unser Land macht, ja, genaugenommen für die ganze Menschheit, der also weder „Beruf“ genannt, noch entsprechend bezahlt wird und stattdessen erntet man Entwürdigung, Armut im Alter und noch einiges mehr, den gibt es. Und bei manchem Leser mag es spätestens jetzt im Hinterstübchen klingeln. Es gibt tatsächlich nur einen einzigen Beruf, der so dermaßen schändlich in unserer Gesellschaft „dasteht“: Der Beruf der Mutter und, das möchte ich mal hinzufügen: den Beruf der Hausfrau. Und nein, auch hier gendere ich nicht! Und auch hier ein Nein von mir: der „Muttertag“ reicht nicht als „Anerkennung“!

Da finde ich einen Artikel in einer Zeitschrift, der diesen „Job“, wie es da genannt wird, endlich mal würdigen möchte. Nette Idee, doch außer Klischees und Lippenbekenntnise ist da nix. Auch keine Erkenntnis, die dazu führt, was da geändert werden muß. Ein kleines Loblied, das muß genügen, die Mütter sollen dankbar dafür sein und sich danach einfach weiter abrackern, still und unauffällig und etwas beschämt, weil sie „nicht zur Arbeit gehen“ und stattdessen „nur zu Hause sind“.

Ein „Job“ ist kein Beruf und erst recht keine Berufung, doch von Berufung weiß heute keiner mehr was und will es auch nicht wissen.

In diesem Artikel wird mal eben ein wenig herumgerechnet, was denn eine Mutter eigentlich verdienen müßte. Wieviele Stunden pro Woche welche Art von Dienstleistung macht sie und wie hoch wäre der „marktübliche“ Lohn dafür – lese ich mit Erstaunen und frage mich, wer da gerechnet hat. Eine Mutter im eigentlichen Sinne kann das jedenfalls nicht gewesen sein, auch nicht jemand, der die Arbeit einer Mutter tatsächlich einmal genau zur Kenntnis genommen hat. Aber im Rechnen sind sie gut heute. Man macht mal eben fix eine Auflistung und am besten eine kleine Statisik und bildet sich ein, das wäre irgendwas, was mit der Wahrheit zu tun hätte. Für gewöhnlich nenne ich das „ahrimanisch“, was so viel bedeutet wie: vom Teufel ins Schlechte gedreht zum Schaden der Menschen. Aber intelligent sieht es schon immer aus, der Müll, der dabei herauskommt.

Das Ergebnis: Mütter decken mindestens 13 Dienstleistungen aus fünf verschiedenen Branchen ab – und müssten so eine Menge Geld verdienen.“

Soso!

Das Portal berechnet pro Woche etwa zwei Stunden Aufräumarbeiten, durchschnittlich eine Stunde Kochen, zwei Wochenstunden Garten- und Balkonpflege und etwa zehn Wochenstunden Putzarbeiten. Dazu kommt ein Bügelservice von zwei Wochenstunden, Einrichten und Dekorieren der Wohnung, und natürlich bei einer Mutter von Babys oder Kleinkindern: ein Vollzeit-Nanny-Job.“

Soll man jetzt lachen oder heulen? 2 Wochenstunden fürs Aufräumen? 1 Stunde fürs Kochen? 10 Stunden putzen? Und nur Babys und Kleinkinder benötigen die Zeit ihrer Mutter??? Ach, und was ist eigentlich mit dem Göttergatten? Da will ich jetzt nicht ein zusätzliches Faß aufmachen, doch die ein oder andere Frau wird wissen, was ich damit sagen möchte.

Dann noch all die anderen Dienstleistungen:

Sie sind Berater in verschiedenen Lebensfragen – bis zu fünf Wochenstunden können sie mit dieser Tätigkeit schon mal verbringen.“

Das mag für die ein oder andere Woche hinkommen, meistens jedoch kommt das nicht hin. Eine Mutter und Hausfrau hat da noch anderes Klientel, um welches sie sich auch kümmert, selbstverständlich ohne dass es jemandem auffällt: da sind ja noch die Eltern und Schwiegereltern, vor allem, wenn jene schon etwas älter geworden sind, die Nachbarinnen etwa noch hinzugenommen.

Hinzu kommt die Position als Führungskraft im Haushalt inklusive der Finanzplanung und Koordination familiärer Termine. Und auch als Psychologin werden Mütter tagtäglich gebraucht.“

Hinzu kommen noch Jobs wie die Unterstützung bei Schularbeiten, die Betreuung bei Ausflügen oder Fahrdienste zu den wöchentlichen Aktivitäten der Kinder. Alle Dienstleistungen zusammengerechnet, ergibt das laut “StarOfService” einen monatlichen Lohn in Höhe von knapp 6.000 Euro – das macht ein Jahresgehalt von 71.000 Euro und das noch ohne Sonderzahlungen, Weihnachtsgeld und Urlaubsanspruch.

Die Quintessenz: Mütter geben alles, 365 Tage im Jahr, und das meist noch zusätzlich zu ihrem eigentlichen Job. Ein Hoch auf unsere Mamas!“

eigentlicher Job.“ ???

Aha!

So, und das war sie also, die Quintessenz! „Ein Hoch auf unsere Mamas!“ und fertig. Und die Hausfrau zählt wieder einmal nicht. Aber das ist ja auch das Allerletzte! Und das muß jetzt genügen. Ein Hoch. Hoch! Hoch! Und jetzt weitermachen, und möglichst adrett aussehen dabei, freundlich und ruhig sein, vor allem auch im Alter dann, gell?

Wir wissen schon.

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