Mancher hat es bereits wieder vergessen, so „kurzlebig“ ist unsere Zeit, in welcher doch alle Leute ein ewiges Leben haben wollen. Dabei ist hier in diesem Land, jedenfalls bis kurz vor den „Maßnahmen“ das Leben der Menschen sehr lang gewesen. Lang und leer. Da war einfach so gut wie nichts drin, in diesem Leben. Vielleicht sehnt man sich ja gar nicht nach einem ewigen Leben, sondern nach einem echten Leben, in dem es keine Rolle spielt, ob lang oder kurz, da es intensiv ist und schön.

Doch wenn alles nur fad ist und einerlei, wenn man die echten Momente nicht bemerkt und sie vorüberziehen läßt, wenn man von gar nichts mehr wirklich berührt wird, sich nicht mehr berühren lassen will, wenn man sich ein Leben lang mit Nichts beschäftigt von Inhalt und Bedeutung, dann fehlt irgendwie Substanz. Und diesen Mangel versucht man, auszugleichen. Höher, schneller, größer, mehr – das hatten wir schon, doch auch das ist fad und öde geworden, jetzt will man Ewigkeit. Eine ewige Ödnis, das soll erstrebenswert sein? Nun denn, einem jeden Tierchen sein Plaisierchen.

Aber ich habe hiermit begonnen: „Mancher hat es bereits wieder vergessen …“, und damit meinte ich die zerstörende Flut, gewollt, produziert und zugelassen, im Ahrtal. Still ist es geworden um das Ahrtal. Um die Not dort, um die Lügen in den Medien darüber, um das Verbrechen aus bewußten und gewollten sogenannten Versäumnissen. In den ärmsten Regionen der Welt schafft man es, im Vorfeld von Flutkatastrophen die Menschen zu evakuieren. Nicht aber in einem der reichsten und technisch bestens ausgestatteten Ländern der Welt. Professionelle Einsatzkräfte werden nicht geschickt, private Helfer werden kriminalisiert. Polizisten, die damit beschäftigt sind, andernorts alte Menschen und junge Frauen zu mißhandeln, weil man in ihnen selbständiges Denken vermutet, haben keine Zeit, Plünderer von den Geplagten im Ahrtal fern zu halten. Und Zeit zu helfen hat man auch nicht. Lust dazu auch nicht.

Die verheimlichte Zahl der wirklich Getöteten spricht Bände, auch oder weil diese Zahl nicht da ist. Stattdessen schreien uns die Mainstreammedien mit ihren Überschriften entgegen, es seien in China, oder Japan, oder Haiti …. „23 Tote durch Flutwelle!“. Was ist mit den Hunderten im Ahrtal? Wie viele sind es nun, und zwar so „ganz in echt“? Was ist mit den Hunderten allein in einem einzigen Ort, die dort gelagert gewesen sind? Was ist mit den anderen Orten?

Warum hört man nichts davon, dass Kinderleichen angeschwemmt wurden, viele, sehr viele, und keiner weiß, woher die sind? Was ist damit? Wo waren sie vor der Flut, viele Kinder an einem Ort, den keiner kennt, wo es im Ahrtal keine vermissten Kinder aus Kinderheimen oder sonstigem gibt? Sind das Kinder, die vermißt werden in Deutschland? Zu hunderten und tausenden vermißte Kinder in den letzten Jahren in unserem Land, was keinen interessiert? Was sind das für Kinderleichen?

Keiner verlangt Aufklärung, man will es nicht wissen, diese unbequemen Wahrheiten! Was ist das Ding um die sogenannten Rheinwiesen? Wieso kreisten tagelang Militärhubschrauber, warum wurden von den sogenannten „Sicherheitsleuten“ Strassen und Gebiete abgesperrt, ohne zu helfen? Was gab es zu kontrollieren, zu verheimlichen, zu vertuschen, zu verstecken? Während die Menschen in ihrer Not und Verzweiflung keinerlei Hilfe von diesen Figuren da erhielt? Wieso will das alles eigentlich keiner wissen?

Nun, wenn die Eliten ihre Schweinereien verbergen müssen, so ist dies das eine. Das andere ist, dass sogenannte Mitmenschen ihnen durch ihr nicht wissen wollen dabei helfen! Nochmal: was sind das für Kinderleichen? In allen alternativen Kanälen hat es geheißen, jetzt, jetzt endlich würde den Menschen klar und deutlich gezeigt, was in Wahrheit geschieht in diesem Land und nicht nur hier. Es würde offensichtlich sein, diese ganze teuflische Machenschaften der Eliten und Regierungen würde ans Tageslicht kommen. Alle Menschen würden es mit eigenen Augen sehen können. Und nun? Was ist jetzt? Hallo? Still ist es geworden bei den Aufweckern und Aufklärern. Auch sie scheinen die Kinderleichen vergessen zu haben, vielleicht, weil sie schon wieder andere Schlagzeilen haben. Der Goldpreis. Die Anzahl von Demoteilnehmern. Kryptowährung. Die beste Taschenlampe in Krisenzeiten – zum Kurbeln, nämlich. Solche wesentliche Dinge des erwachten Bewußtseins eben.

Nun, dann halte ich mich eben an den, der nichts zu verstecken hat. Der tatsächlich seine Zeichen sichtbar und spürbar gesetzt hat, wie er es immer tut. Spürbar für jene, die nicht innerlich schon total abgestumpft sind, sichtbar für jene, die noch Augen haben, die sehen können in einem größeren Sprektrum als 1 und 0, die noch mehr wahrnehmen können als das virtuelle Digitale. Ein Bericht darüber erreichte mich heute früh, den möchte ich gern weitergeben, so, wie er ist.

Und nein, das ist kein „Kitsch“. Das ist das, was ihr eigentlich sucht mit eurem Wunsch nach dem besonderen Kick, für den ihr eure Seelen geopfert habt die letzten Jahre und dies immer noch tut, weil ihr euch zu Tode langweilt.

Alles von Gott ist geblieben

Eindrückliche Erlebnisse aus dem Hochwassergebiet im Ahrtal von Lothar Mack.

Das ist die Geschichte von Peter und Monika aus Ahrbrück. Ich habe sie kennengelernt, als ich in diesem Ort das bekannt gewordene weisse Kreuz aufsuchte.

Sie waren die einzigen, die in dem schwer geschädigten Dorf in der Dämmerung vor ihrem Haus sassen, vor ihrem beleuchteten Haus. Als eines der ganz wenigen hat es weiterhin elektrisches Licht. Eine Oberleitung versorgt sie mit Strom. Alle im Boden verlegten Kabel hat die Flut herausgerissen.

Ich hatte noch Hilfsgüter in meinem Kofferraum und bot ihnen an, sich aus den Kartons zu bedienen. Wir kamen ins Gespräch, und sie luden mich ins Haus ein. Das Erdgeschoss ist leergeräumt; vernichtet von der Flut und ausgeräumt von ihnen und ihren Helfern. Rohbau, erneut.

Vor acht Jahren haben sie sich das Haus gekauft. Jetzt fangen sie wieder von vorne an, zum dritten Mal in ihrem Leben. Durch Krieg und Erdbeben in Kroatien haben sie schon zweimal alles verloren. Zudem traf sie die Flut an ihrem 32. Hochzeitstag.

Sie haben mir gerne gestattet, ihre Geschichte zu erzählen und ihre Bilder zu veröffentlichen. Das Video von ihnen stelle ich dennoch nicht ein; eine innere Scheu hindert mich. Zu nahe sind auch mir diese Schicksale gegangen.

Bei einem frischen Schluck Wasser sassen wir in dem Raum, der einmal ihre Küche war. Arbeit kommt auf sie zu. Aber die beiden sind zuversichtlich. Zu klar hat sie ihr Glaube schon durchs Leben getragen, um dieses ferne Licht nicht auch jetzt wahrzunehmen und ihm zu folgen.

Schon von draussen, durchs Fenster, hatte ich das angestrahlte Kreuz gesehen. Was hatte es damit auf sich? Grossartiges! Es war an dieser Wand das einzige, das trotz der Flut hängenblieben war. Das Wasser hatte das gegenüberliegende Küchenbuffet umgestürzt und auch die Schränke von der Wand gerissen. Alles Geschirr ging in die Brüche. Eine Heiligenstatue, die sich auf dem Buffet befand, stürzte mit um – aber sie bekam nicht eine einzige Schramme ab.

«Alles war am Boden, alles kaputt. Nur unsere Kreuze und die Jesus-Statue, die Bilder von der Heiligen Maria, dieses Kreuz vom Heiligen Franz und die Weihwasser-Flasche sind heilgeblieben. Und auch die Statue von unserem kroatischen Heiligen Stepinac ist ganz geblieben», erklärt Monika.

Peter ergänzt: «Alles, was gewesen von Gott, Bilder, Kreuze, alles ist geblieben. Sonst sind alle Sachen kaputt.»

Der Frieden, mit dem sie ihre Geschichte erzählen, stammt nicht von dieser Welt, dieser heimgesuchten. Er hat eine andere Quelle. Wir nähern uns ihr über das Wort – über jenes, das sie kurz vorher aus einem kleinen Stapel an Bibelversen gezogen hatten:

«Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.»
1. Petrus 5, Vers 7

Danke, ihr beiden, für diese wunderschöne Begegnung. Gott segne euch!

************

Lothar Mack, Jahrgang 1961,  stammt aus Oberfranken und lebt seit 1986 in der Schweiz. Nach seiner Ordination in der reformierten Kirche Baselstadt war er als Gemeindepfarrer und bei verschiedenen Hilfswerken und Redaktionen tätig. Sein kritischer Blick auf Kirche und Zeitgeschehen hat ihn in die Selbständigkeit geführt. Er sammelt und ermutigt Gleichgesinnte über Artikel und Begegnungen und ruft auch auf Kundgebungen zu eigenständigem, gläubigem Denken auf. Sein Ziel ist es, die gängigen Sackgassen von Spiritualität und Intellektualismus auf der einen und vordergründigem Moralismus auf der anderen Seite zu überwinden.
Denn «eine dritte Form, die hörende Kirche, wird die älteren Formen der Anbetung entlasten müssen»; Eugen Rosenstock-Huessy.

Lothar Mack – Stimme&Wort
https://t.me/StimmeundWort

Aufrufe: 112