Ein Bild bekomme ich geschickt. Mit einer empörten Bitte, irgendwas dazu zu sagen. Was soll ich dazu sagen? Mein ganzer Blog ist voller Artikel, in welchen ich „was dazu sage“. Gut, kurz und knapp soll es wohl sein, kann ja jetzt nicht jeder meine Artikel lesen. Erst recht nicht mehrere. Wer hätte denn auch die Zeit dafür? Zeit ist Geld. Und sie sind eh alle viel zu lang. Und unbequem. Und immer diese Nörgelei von mir, man möge seinen Arsch hochbringen und endlich die rudimentären Grundlagen sich erarbeiten, damit man überhaupt als „Mensch“ bezeichnet werden könnte. Längst überholtes Zeug wie Moral. Und Tugendhaftigkeit. Mitgefühl, Verantwortungsgefühl. Herrgott, es nervt.
Doch die Bitte kam von Herzen von einer Dame, die ich sehr wohl als Mensch bezeichnen kann, was zur Zeit auf sehr wenige der Figuren zutrifft, die da draussen rumlaufen. Mach ich doch gern – in diesem Fall!

Da stehen sie. Endlich mal in echt was los. Was Rührendes. Da kann man seiner Sentimentalität endlich wieder mal freien Lauf lassen. Ein paar Performancetränen vergießen. Einem großen Ereignis beiwohnen.
Die Lebensleistung der Figur, die da drin liegen soll anscheindend in diesem Sarg, wird nun rauf und runtergebetet. Deren Leistung für die Menschheit und für ihr Volk. Ihr hohes Alter, das sie erreicht haben soll. Und eine so schöne pompöse Feierlichkeit mit allem, was dazu gehört. Und die ganz Großen kann man nebenher auch besichtigen und bestaunen, die ganz edlen Titel-und Würdenträger, von aller Welt geehrt. Welche Würde, frag ich mich, welche Lebensleistung?
Doch darum geht es auf diesem Bild ja gar nicht. Da ist ja noch was anderes. Etwas, was den Gesamteindruck ein wenig stört. Wieso hat das keiner weggeräumt?
All die anderen störenden „Sachen“ hat man doch auch erfolgreich verschwinden lassen, um der Feierlichkeit keinen Schatten zuzumuten.
Da liegt es, das Kindlein, nicht mal auf Heu und auf Stroh. Ermordet. Und sie drehen ihm alle nur ihren Arsch zu. Es geht ihnen also an ihrem Wohlstandsarsch vorbei. Wie viele sind es, die die letzten Jahrzehnte grausam ermordet wurden von diesen Wohlstandsärschen, oder die letzten 3 Jahre? Über wie viele Leichen sind sie gegangen, ohne eine sentimentale Performaceträne zu vergießen? Wie? „Ich habe niemals jemanden umgebracht und erst recht kein Kind!“ – höre ich den empörten Aufschrei.
Ach. Nein? Schon mal nachgefragt, wie viele Kinder sterben, um die schönen seltenen Erden abzubauen, die in deinem Handy drin sind? Ok, bleiben wir mal im eigenen Land, vor der eigenen Haustüre. Wer diese ganze sogenannte Politik hier schweigend mitmacht, sich wegduckt, sich seine kleinen Schlupflöcher sucht und wegschaut – ist nicht nur Komplitze bei diesem Massenmord in unserem eigenen Land und auf der ganzen Welt, er ist nicht nur Mitläufer sondern Mittäter.
Man mag sich einbilden, man sei dafür nicht veantwortlich, man hätte nur die Vorschriften befolgt und dergleichen. Kann man so machen. Doch am Ende wird es nichts nützen. Du kannst Gott nicht belügen. Du kannst ihn nicht verarschen.

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