Wir unterhalten uns zu Tode. So geben sich die Menschen der Dauerhypnose hin, ganz gleichgültig, welche „Qualität“ sie sich glauben, auszuwählen. Information ist wichtiger denn je, doch schaut man genauer hin, wird man selten wirklich „informiert“, und, Hand aufs Herz: wie viel Lebens – Zeit verbringen wir wirklich damit, uns zu informieren? Das betrifft auch die Menschen, welche sich zum Widerstand zählen, zu den Erwachten, zu den Aufgeklärten. Wir finden auf unserer Suche nach irgendwas die ständige Bestätigung dessen, was wir längst wissen. Und all die anderen finden ihre gewohnte Propaganda mit all den neuen und alten Ängsten, die sie zu brauchen scheinen, um sich lebendig zu fühlen, mit all den vorgekauten Feindbildern und den angepriesenen Lösungen, welche viel Hoffnung versprechen, ohne irgend etwas davon einzuhalten.

Und die restliche Zeit, was tun wir damit? Inzwischen ist nahezu jeder „unterhaltsame Film“, jedes tolle Videospiel und dergleichen durchsetzt von Propaganda und Gehirnwäsche, genau für uns von „Experten“ der Psychologie hergestellt mit dem Ziel der Gehirnwäsche, mit den Zielen der psychologischen Kriegsführung, und ja, mit dem Ziel der Ent-Menschlichung. Auch unsere stundenlangen Aufenthalte in diversen Aufklärungs – und Gleichgesinnten – Kanälen dienen uns oftmals letztlich dazu, uns Widerstandsarbeit vorzugaukeln, einzureden, uns Aktivität, Zusammenhalt und Verbundenheit vorzugaukeln.

So verbleiben wir untätig und oft genug bemerken wir nicht mehr, daß unser gesunder Menschenverstand abschaltet, abschalten muß, längst abgeschaltet hat, zwangsläufig. Und damit versäumen wir, genau das zu tun, was dringend nötig ist. Das Zeitfenster, die Dinge wandeln zu können, schließt sich bereits. Und wir sitzen und starren und klicken, und teilen und posten und kommentieren. Und vergessen unsere Nächsten neben uns.

«Der Mensch kann, was er soll; und wenn er sagt: ich kann nicht, so will er nicht.» Johann Gottlieb Fichte

Nur einmal angenommen, sehr viele Menschen würden tatsächlich „abschalten“ – was würde geschehen?

Wir wissen es: Leere, entsetzliche Leere. Können wir uns selbst ertragen, aushalten, mit uns selbst zurecht kommen? Und dann kommen die Gefühle hoch, die wir unten halten wollen: Ohnmacht, Einsamkeit, Verzweiflung, Schuldgefühle vielleicht.

Vielleicht würden wir anfangen, zu denken? Sogar im sogenannten Widerstand, der Menschen, die sich selbst als erwacht bezeichnen, scheint es da eine Angst zu geben, die Wahrheit in vollem Umfang anzuerkennen, auch die Wahrheit über uns selbst. Vielleicht würden wir sogar Dinge und Zusammenhänge denken, die wir nicht denken wollen, weil sie unser Weltbild und Selbstbild, das bisher gelebte, erschüttern würden. Weil sie schlimm sind, diese Zusammenhänge, vielleicht, in ihrem Ausmaß an Bösartigkeit fast unerträglich sind. Weil sie uns selbst in Frage stellen würden. Weil wir uns fragen müßten, was wir bisher getan oder unterlassen haben und dies auch heute noch tun.

Vielleicht würden wir erkennen, wie isoliert wir in Wahrheit sind. In einer Zeit, wo der Schlachtruf doch heißt: „Schließt euch zusammen!“ Wir würden vielleicht bemerken, daß da kein Hahn nach uns kräht und wir selbst nicht in der Lage sind, auf andere Menschen zuzugehen, wir kein Interesse haben an unseren Nächsten. Was sollen wir plötzlich mit anderen Menschen? Können wir überhaupt etwas mit ihnen anfangen? Ertragen wir es, daß sie alle anders sind als wir selbst? Ertragen wir unsere eigene Unzulänglichkeit?

Hilft es, das alles weiterhin im Keller unten einzulagern, bei all den anderen „Leichen“, die da liegen und vor sich hin stinken?

Ohne sich dem wirklich ehrlich zu stellen, ohne diesen Mut, alles anzuschauen in hellem Tageslicht des Verstandes und aufzuräumen, wird es nicht gehen, wird alles genau so bleiben, wie es ist, und die Zerstörung wird genau so fortfahren und an Macht gewinnen, wie es geplant ist. Die Zerstörung schreitet ungehindert fort, weil zu viele Menschen, auch die „Erwachten“, sich noch immer diesbezüglich verweigern. Das ist der Grund, warum uns „Corona“ so scheinbar plötzlich, den Boden unter den Füßen wegreißen konnte. „Ohne Vorwarnung“, sagen viele. Mit Verlaub, das ist eine der größten Selbstbelügereien, die es gibt. Und deshalb wird diese ganze faschistoide Zerstörung der Menschlichkeit weiter fortschreiten müssen, noch mehr unheilbare Verheerungen anrichten müssen, wegen dieser Selbstbelügerei und der genannten Verweigerung. Es scheint so, als würden die Menschen noch nicht genug leiden, das ist etwas, was ich nicht begreife, denn das Leid ist unerträglich gigantisch.

Doch man kann es, das Leid weglügen, weghypnotisieren. Die Tyrannen bedienen uns gern mit Brot und Spielen hierzu und wir nehmen es dankbar an und lassen uns in dieses rosarot-süßlich-klebrige Totenhemd sinken mit einem Seufzer der Erleichterung. Und wir fühlen uns manchmal noch total intellektuell, wachsam und aufgeklärt dabei. So kann es nicht gelingen, so wird nichts gelingen. Die Menschheit hat eine Aufgabe, die sie seit Jahrzehnten mindestens verschlafen hat und die sie auch heute nachdrücklich verweigert, in Angriff zu nehmen. Selber, jeder Einzelne, durch Denken und durch Handeln!

Ein Einzelner hilft nicht, sondern wer sich mit Vielen zur rechten Stunde vereinigt.»Johann Wolfgang von Goethe

Den Anderen ertragen wir nur noch virtuell

So lange, wie die Menschen es vorziehen, vereinzelte Individualisten zu bleiben, ihre Alltagsbelange allein und nur für sich zu lösen oder zu bewältigen, solange sie nicht lernen, miteinander in der realen Welt zurechtzukommen, wird „das“ nicht enden. Es „nervt“, ja. Das tut es. Man erträgt den Anderen mit seinem Anders sein nicht. Das ist ein pathologisches Symptom. Solange diese Krankheit der selbstgefälligen Selbstisolation nicht in Heilung kommt, wird da nix draus, aus der sogenannten Neuen Menschheitsfamilie. Das Gegenteil von Liebe ist nicht Haß. Es ist die Gleichgültigkeit!

Manche haben das noch: Ein paar Bekannte oder Freunde, einige Familienmitglieder, mit welchen sie noch in Verbindung sind, trotz aller Spalterei. Sie belassen es dabei, denn sie sind ja eingebunden in eine kleine Gemeinschaft. So schön das ist, trägt es manchmal einen Geschmack von erweitertem Egoismus an sich. Andere haben kein solches kleines Umfeld der Geborgenheit. Sie bleiben auch ausgeschlossen, selbst wenn sie sich engagieren in einem Verein oder sonstigem. Außerhalb der gewohnten regelmäßigen Treffen ist da zwischenmenschlich nichts.

Zu Tode ignoriert

Berichte darüber, über diese Einsamkeit und des Vergessenwerdens habe ich viele gelesen und gehört. Auch habe ich es selbst erfahren mit Beginn des Jahres 2020. „Dazugehörend“, und gut integriert wie ich irrtümlich dachte, zu 2 Vereinen in der örtlichen, dörflichen Umgebung mit immerhin mehr als 50 Mitgliedern insgesamt war plötzlich alles still, als der Lockdown begann. Und still ist es geblieben nahezu bis heute. Meine Bemühungen, das Menschliche und die Begegnung, den Austausch am Leben zu halten, liefen ins Leere oder wurden abgeblockt.

Bis heute, wo man sich wieder trifft und das Vereinsleben scheinbar wie gewohnt weitergeht, gab es keinerlei menschliches Interesse, keine Nachfrage, kein Austausch, ganz so, als sei es normal, einige Mitglieder 2 ½ Jahre lang komplett links liegen zu lassen, ganz so, als gäbe es sie gar nicht, um dann einfach weiterzumachen, als sei nie irgend etwas gewesen. Da ist etwas zerbrochen, was sich nicht mit Smalltalk und unter-den-Teppich-kehren heilen läßt. Dazu müßte man schon miteinander sprechen, genau darüber, über diese totgeschwiegene Zeit.

So ist es leichter, zu tun, als wäre nichts und als sei nie etwas gewesen und alles, was gewesen ist, sei völlig alltäglich und normal und nicht der Rede wert. Und weil da doch etwas spürbar ist, was man nicht spüren will, bedient man sich des Smalltalks, wo sich ein paar Worte nicht vermeiden lassen, weil sonst eine seltsame Stille herrscht. Und die restliche Zeit muß man es vermeiden, nachzudenken, vor allem dies: An seine Mitmenschen zu denken, welchen gegenüber man eine Verantwortung hat, ob man diese nun lebt oder weglügt.

Wir schimpfen dann lieber nach oben und verharren in unserem eigenen dekadenten Sumpf, das Spiel einfach auf einem scheinbar etwas höherem pseudoaufgeklärten Niveau weiter- und mitspielend. Wozu soll das gut sein, außer, um sich selbst zu belügen und seine Aufgabe weiterhin zu verweigern? Wer das tut, benötigt allerdings dringend Brot und Spiele. Der muß sich unten halten lassen und selbst dazu beitragen, schön unterwürfig unten zu bleiben, folgsam der Zerstörung vom Sofa aus zuzuschauen und diese dadurch zu unterstützen und gut zu heißen. Die Zerstörung im Zwischenmenschlichen allerdings, die ist am schlimmsten, und diese Wunden sind am schmerzlichsten, und es ist sichtbar. Man kann es sehen.

Und genau da, zwischen den Menschen, direkt in unserem alltäglichen realen Lebensumfeld, da findet dieser Krieg statt. Auch und vor allem dann, wenn zwischen den Menschen nichts mehr stattfindet. Wir brauchen nicht nach Ukraine oder Rußland zu starren bei unserer täglichen Unterhaltungssucht. Es würde genügen, den Krieg in der eigenen Umgebung anzuschauen, aufzuhören mit den Belanglosigkeiten, die das Unmenschliche übertünchen sollen, und zu beginnen, zu fühlen, was der Andere wohl fühlen mußte die letzten 3 Jahre.

Ach ja, und vor dem Anspruch, man möge das ein oder andere verzeihen, gehört immer noch eine Einsicht und eine von Herzen kommende Entschuldigung und Reue. Und der Vorsatz, niemals wieder so unmenschlich und herzlos zu sein. Und die sichtbare und spürbare Bestrebung, es wieder gut zu machen. Ohne das hört „das“ nie auf.

Vielleicht wird dort, und ich denke, nur dort, der Weltfrieden ausgehen. Vielleicht wird nur dort die Neue Menschheitsfamilie entstehen. Die läßt sich nicht von Bühnen ausrufen und bejubeln. Die muß man selbst machen. Machen ist ein TUN – Wort und beginnt bei jedem Einzelnen da, wo er sein Versäumnis erkennt und wo er die Verantwortung dafür übernimmt. Und genau dort entsteht dann der Frieden in der Welt, die so propagierte „Liebe“ und Nächstenliebe. Genau dort entsteht der Zusammenhalt. Direkt vor der eigenen Nase. Sonst nirgends.

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