In einem meiner letzten Artikel habe ich mir Gedanken gemacht über Maschinenmenschen oder Menschenmaschinen, wie auch immer. Jetzt mache ich mir Sorgen, meine Leser könnten ein völlig falsches Bild von mir haben, was ich schlecht ertrage. Deshalb will ich versuchen, hier eine Klarstellung zu machen.

Es gibt vieles, was wohl heute üblich ist in den Haushalten und zur privaten Nutzung an Maschinen, an Elektrischem oder Elektronischem. Und es stimmt schon, dass mein Haushalt und mein tägliches Lebensumfeld nicht in der gleichen Weise und Fülle damit ausgestattet ist, was verschiedene Gründe hat. Manches finde ich nicht gesundheitsfördernd, vieles finde ich überflüssig, einiges verstehe ich beim besten Willen einfach nicht und manches will ich einfach nicht. Vielleicht bin ich etwas altmodisch, was das betrifft. Doch gibt es in meinem Leben ohne Frage auch Technik und ich nutze sie.

In meiner Küche gibt es keine Küchenmaschine, auch keinen Thermofix oder – mix oder wie es heißt. Ich habe weder Eierkocher noch Joghurtbereiter noch Brotbackmaschine, ebensowenig wie elektrische Brotschneidemaschine, elektrisches Fleischmesser oder elektrischen Dosen- oder Flaschenöffner oder einen Smoothiebereiter. Mikrowelle habe ich auch nicht. Auch nicht einen zusätzlichen Induktionsherd oder Dampfgarer oder ähnliches. Es gibt allerdings einen Dunstabzug über dem Herd (Elektroherd! Obwohl Gas mir lieber wäre), den ich nie nutze, weil er laut ist und nichts bewirkt und es gibt eine Geschirrspülmaschine, die ich ebenfalls nie nütze, weil das wenige Geschirr in meinem Schrank nicht spülmaschinengeeignet ist.

Eine Küchenwaage habe ich auch nicht, obwohl ich seit 2 Jahren, wenn es dringend ist, die Briefwaage aus dem Büro meines Mannes hole. Das mache ich, seitdem ich eben vor 2 Jahren Übernachtungs-Besuch von einer Freundin mit Hund hier hatte, die dringend eine Waage benötigte, um die Nahrung für den Hund genauestens abzuwiegen. Da kam ich auf die Idee mit der Briefwaage. Doch besitze ich ein Handrührgerät mit Kabel, und ich habe einen Kühlschrank, sogar mit einem integrierten kleinen Gefrierfach.

Wäschetrockner habe ich nicht, nie einen besessen. Meine Wäsche trockne ich auf einem Ständer, den ich meistens auf den Balkon stelle. Und wenn wir schon im Bad sind: ich habe keinen Rasierapparat, um mir sämtliche Körperhaare vom Leib zu entfernen, keine elektrische Zahnbürste und keine Munddusche. Eine elektrische Waage zur Kontrolle meines Körpergewichtes habe ich auch nicht. Ich sehe etwa immer ziemlich gleich aus, was das betrifft. Das einzige Gerät, abgesehen von der Waschmaschine, welches sich in diesem Raum befindet, ist ein kleiner, handlicher Fön. Ach ja, und die Haarschneidemaschine, mit welcher ich die Haare meines Mannes schneide.

Wir haben keinen Fernseher. Den gab es nie bei mir, seit ich mit 17 Jahren das Elternhaus verlassen habe. Zwar habe ich einen Staubsauger, doch den nutze ich sehr selten. Ich nutze einen Mob, wer nicht weiß, was das ist, es ist ein Staubwischer. Außerdem habe ich Putzlappen und Putzeimer. So könnte ich nun weitermachen, doch ich bitte meine Leser, sich nicht unnötig um mich zu sorgen.

Denn in meiner Wohnung gibt es fließend Wasser und ein Wasserspülklosett. Wir haben elektrisches Licht, welches ich selten nutze und eine Heizung. Die Heizung ist etwas speziell. Eine hochmoderne Wärmepumpe soll es sein, da steht unter meinem Balkon ein grauer Kasten, welcher Tag und Nacht Lärm macht und bei kälteren Temperaturen sichtbaren Wasserdampf ausstößt. Ansonsten funktioniert die Heizung ja schon einwandfrei, außer wenn es kalt ist. Es sind die Heizkörper in den Räumen nicht darauf abgestimmt, sie stammen noch aus einem anderen Zeitalter ( Sparsamkeit muß sein, die waren noch gut!), was die Ursache dafür sein soll, dass es im Winter nicht so recht warm wird. Im Sommer jedoch schon.

Und, das will ich wirklich erwähnt haben: es gibt Maschinen in meinem Leben, welche ich wirklich begeistert nutze! Da wäre etwa mein Notebook. Ja, gut, die Haustechnik ist aufgrund meiner kritischen Einstellung zu diesem und jenem nicht auf der Höhe der Zeit. So muß ich vom Flur, wo das Telefon steht, jedes mal zuerst ein Kabel holen, welches dort angeschlossen ist, dieses in mein Notebook einstecken, dann kann ich ins Internet. Meistens komme ich also gut zurecht mit diesem Gerät, manchmal auch nicht. Momentan ist mir irgendwie mein Nachrichtendienst abgestürzt, so daß ich keine Nachrichten mehr abrufen und keine neuen Informationen über Gott und die Welt empfangen kann. Jedenfalls nicht die Art von Nachrichten, auf welche ich Wert lege. Auf die anderen verzichte ich sowieso. So habe ich gerade eine Zwangsdiät, bis mir jemand aus der Patsche hilft, was in etwa 3 Wochen der Fall sein könnte.

Und mein Auto! Also wirklich! Mit Begeisterung und einem Gefühl von Freiheit fahre ich mit meinem Auto. Ich käme sonst nicht weg aus diesem 300-Seelen-Dorf. So kann ich fahren, wohin ich will, wann immer ich will, oder so, wie es halt passt. Denn tatsächlich fahre ich seit Corona ja kaum noch wo hin. Was soll ich auch dort. Doch außer mir selbst mag niemand in diesem Auto mitfahren, wenn es nicht sein muß, außer mein Mann natürlich. Denn es gibt kein Radio, das heißt, das gibt es schon, es ist aber schon immer kaputt, genau so wie der dazu gehörende Kasettenrekorder. Ältere Leser wissen noch, was das ist. Das heißt, es ist nicht „schon immer“ kaputt, es war halt schon kaputt, als ich das Auto vor einiger Zeit gekauft habe, da war es eben schon 28 Jahre alt.

Es hat keine Klimaanlage, was moderne Menschen kaum noch ertragen, es ist ihnen immerzu irgendwie zu heiß. Ich löse das Problem, in dem ich im Sommer, falls es zufällig heiß ist, das Fenster öffne, mit einer Kurbel mache ich das. Im Winter kann ich heizen, das klappt wie bei allen Autos auch in meinem. Es gibt dort keine Einparkhilfe, deshalb muß ich selber gucken, wo ich hin fahre. Ach ja, und ich muß es aufschließen, von Hand, mit einem Schlüssel, den man in ein Schloß hineinsteckt und umdreht, genau so bedient man auch das Zündschloß. Im übrigen kann ich sogar starten, auch wenn ich (oder ein seltener Mitfahrer) noch nicht angeschnallt bin und es piept dann nicht einmal, was sehr angenehm ist. Die Sitze kann ich auch bedingt verstellen, das macht man mechanisch, nicht elektrisch.

Und mein Telefon nutze ich auch gerne, allerdings seit Corona sehr selten. Es handelt sich um das Telefon, welches mit Kabel in einer Wand befestigt ist. Ein Smartphone habe ich nicht aus verschiedenen Gründen. Einer der Gründe, den ich gerne nenne, um schlimmeres zu vermeiden im Gespräch ist: es funktioniert nicht in meinen Händen. Ich hatte die Gelegenheit, dies mehrmals an verschiedenen Modellen zu testen. Ich kann wischen oder drücken, wie ich will, sanft oder mit etwas Nachdruck, das Ding reagiert nicht.

Da kommen wir zu einem rätselhaften Problem in meinem Leben. Maschinen, elektrische oder elektronische jedenfalls besonders, sind Wesenheiten für sich und mögen mich nicht. Ähnlich wie Nachbars Katzen. Manchmal genügt es schon, wenn es etwas mit Strom zu tun hat. Ich weiß nicht, ob das schon immer so war. Erstmals entdeckte ich das, als ich etwa 30 Jahre alt war. Da gab es noch keine Mobiltelefone und in meinem Hause jedenfalls keine Computer, an meinem Arbeitsplatz gab es solche aber schon. Damals hatte ich übrigens noch einen Plattenspieler, den ich gerne benutzte, bis er mir bei einer Trennung auf seltsame Weise abhanden kam mitsamt einem Großteil meiner Plattensammlung. Nebst anderem, aber das ist eine andere Geschichte.

Doch das Problem, welches ich erwähnen möchte ist, dass Dinge durch mich irgendwie kaputt gehen. Angefangen hat es mit Glühbirnen. Damals gab es solche noch. Plötzlich gingen sie dauernd kaputt, jedenfalls dann, wenn ich den Lichtschalter bediente, anderen ist das in meinem Haushalt nicht passiert. Das blöde war, es passierte auch, wenn ich bei anderen Leuten war. Es war auch völlig unabhängig vom Alter der Glühbirnen, auch nagelneue gingen kaputt. Es blieb dann nicht bei den Glühbirnen. Das ist eine lange Leidensgeschichte und es ist jetzt eben so, dass es ein geflügeltes Wort gibt in unserer Ehe, mein Mann hat es erfunden: „Du kriegst auch alles kaputt!“

Gibt es etwa irgend ein Problem am Computer meines Mannes oder an einem anderen seiner Geräte, verlangt er tatsächlich, dass ich den Raum verlasse. „Solange du hier drin bist, wird das nix!“. Ich muß auch alle anderen Räume verlassen, wenn dort etwas an einem Gerät gemacht werden muß. Programmiert mein Mann irgendwas und will testen, ob es funktioniert (bei ihm funktioniert alles reibungslos), muß ich mich dran setzen und das neue Programm bedienen. Keine Minute später habe ich einige Fehlermeldungen produziert oder einen Absturz verursacht und er weiß, wo er eventuell nachbessern muß. Er könnte dankbar sein. Doch er schickt mich dann immer umgehend wieder hinaus.

Ich habe übrigens dasselbe Notebook wie mein Mann. Beide hat er eingerichtet, wie man so sagt. Doch auf seinem Gerät kann man wesentlich mehr machen als auf meinem. Viele Videos etwa kann ich auf meinem nicht anschauen, es klappt nicht. Vieles kann man auf meinem Gerät nicht installieren, bei seinem jedoch schon. Viele Funktionen, die er hat, habe ich nicht. Mein Notebook stürzt oft ab, seines nicht. Seine Versuche, den Fehler auf meinem Gerät zu finden oder zu beheben, laufen ins Leere, obwohl er sich schon meistens bemüht. „Ich weiß nicht, was du schon wieder gemacht hast!“ ist dann das Ergebnis seines Supports.

Doch eines habe ich herausfinden können: es scheint manchmal oder vielleicht auch öfter so zu sein, dass etwas, was man „händisch“ oder auf „altmodische Weise“ machen könnte, nicht unbedingt besser klappt wenn man statdessen eine Maschine hierfür benutzt. Es gibt gewisse Dinge, die durch den Einsatz von Maschinen schlechter werden, wenn man auf das Ergebnis sieht. Manches zeigt sich nicht sofort, man muß lange und aufmerksam beobachten. Manches zeigt sich aber auf eine geradezu erschreckende Art sofort. Digitale Kommunikation etwa. Niemals in meinem Leben bisher habe ich solche entsetzlichen Wirkungen zwischen den Menschen erlebt in der Kommunikation, seit es digital geworden ist. Außerdem stelle ich fest, dass Menschen, welche sehr viel mit solcherlei Gerätschaften zu tun haben, meistens fast rund um die Uhr, und vor allem noch einen Großteil ihres Privatlebens damit verbringen, für gewisse menschengemäße Dinge nicht mehr erreichbar sind.

Ich wollte einfach nur mal sagen, dass ich nicht grundsätzlich technikfeindlich bin, obwohl ich manchmal das Gefühl habe, die Technik ist irgendwie feindlich gegen mich, wie man aus den oben beispielhaft beschriebenen seltsamen Phänomenen ersehen kann. Und sie hat eine Wirkung auf Menschen, die mir nicht gefällt.

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