Ein Wochenende von Menschen für Menschen in echter Begegnung, voller Aktivität, Kunst, Kultur, Austausch, und mit Ergebnissen, die sich sehen lassen können – das ist nötig, und es ist möglich, wie sich gezeigt hat. Gemeinsam Zukunft gestalten: jeder Mensch ist eingeladen, jeder Mensch kann das.

In meinem Artikel https://www.hexen-heuler.de/die-dreigliederung-des-sozialen-organismus/ habe ich die Dreigliederung des sozialen Organismus vorgestellt und beschrieben. Das ist die „Gestalt“, in der Menschen der Zukunft in Würde, Freiheit und Liebe miteinander leben können. Wir machen es selbst, wir fordern nichts mehr von Regierungen oder irgend jemandem, wir brauchen keine Herrscher, die uns Befehle und Verbote erteilen und uns vorschreiben, wie wir zu leben hätten, was wir zu denken oder zu fühlen hätten. Niemandes Herr, niemandes Knecht. Und wir erschaffen es, weil wir es wollen und nichts kann uns hindern, solange wir wollen. Und wir haben damit begonnen, dies in unseren Alltag hineinzutragen, es zu üben, es wachsen und gedeihen zu lassen. Ein kurzer Bericht vom Anfang eines neuen Lebens mit und unter Menschen, die dieses Namens würdig sind.

Zusammenfassender Rückblick zum Arbeitstreffen im Mai 2021 Thema Dreigliederung – und Blick in die Zukunft

Vorab zeige ich die Ergebnisse auf, die an diesem Wochenende erarbeitet wurden. Im Anschluß berichte ich von den Erlebnissen und dem Ausblick in zukünftige gemeinsame Arbeit. Die Teilnehmer fanden sich zu 3 Arbeitsgruppen (AG) zusammen, welche sich aus den Vorlieben und Interessen der beteiligten Menschen ergaben und die daher folgende Themen erarbeiten konnten. Ich ergänze oder erläutere an verschiedenen Stellen, um die Gedanken und Ausführungen für alle Menschen zugänglich zu machen.

AG Schule und Freies Geistesleben

Wie kann Schule oder Bildung neu gedacht und gemacht werden, auch und vor allem angesichts der Zerstörung von Bildungsmöglichkeiten durch die sogenannten Maßnahmen und auch hinsichtlich der Aussicht, dass Schule vielleicht nicht mehr ohne „Impfpass“ gewährleistet wird? Wie können Menschen „Schule“ selbst in die Hand nehmen und vielleicht damit besseres und menschengemäßeres erreichen, als das staatlich vorgeschriebene Eintrichtern von lebensfremden totem Wissen in unsere Kinder?

  • Naturnah, Kulturinseln, 10-15 Familien verbinden sich jeweils zu einer „Kleinschule“
  • Bauernhof als Schule mit vielseitigen Arbeitsfeldern als Schule, „Lernen“ und Tun bedürfen sich gegenseitig, ergänzen sich
  • Kind sucht sich seinen Lehrer und seinen Lernstoff selbst
  • Was brauchst das Kind zu welchem Zeitpunkt (Waldorfpädagogik, und Rhythmus)
  • „Kulturelles Saatgut“, Handwerkerhöfe, Synergie von Höfen, die auf der Klippe stehen und einer WalDORFschule (win-win-Situation)

Diese Punkte wurden vorwiegend von Eltern erarbeitet, die mit der Waldorfbewegung verbunden sind. Doch auch ohne „Waldorfpädagogische Ambitionen“ lassen sich diese und ähnliche Punkte ins Leben bringen. Ich habe in einem Artikel auf die natürliche und gesunde Entwicklung des Menschen in ihren verschieden, aufeinander folgenden Schritten hingewiesen und auch darauf, was für Kinder in ihrem jeweiligen Alter nötig ist: https://www.hexen-heuler.de/die-entwicklung-des-menschen-ein-fragiles-wunderwerk/ . Dies kann ein Einblick sein und eine Erklärung dafür, was oben gemeint ist mit Rhythmus, dies sind auch die Grundlagen für das, was oben Waldorfpädagogik genannt wird. Darin geht es nämlich gerade nicht um das Eintrichtern von totem Wissen in Kinderseelen, ganz so, wie Technokraten das vorschreiben, sondern es geht darum, den Kindern das anzubieten, und hier auf eine für Kinder gesunde und wohltuende Weise, was sie in ihrer jeweiligen Entwicklungsphase brauchen und vearbeiten können.

Die Gruppe hat beschlossen, sich in Zukunft regelmäßig zu treffen und weiter an diesen Themen zu arbeiten.

AG Öffentlichkeitsarbeit – wie kann man die Dreigliederung zu den Menschen bringen, damit sie davon erfahren?

  • Auf Marktplatz Leute ansprechen und Material verteilen, Junge Menschen und Schüler ansprechen
  • In Gruppen über eigenen Bekannten/Freundeskreis im Gespräch Flämmchen entfachen
  • Mitarbeit in der erfassungsgebenden Versammlung (Gemeinwohllobby)

Die beste Verbreitungsmöglichkeit ist jedoch das Tun, es zu leben, es vorzuleben, jetzt und in allen Lebens- und Arbeitsbereichen damit zu beginnen. Da die Dreigliederung nur wirklich gelebt und umgesetzt werden kann, wenn man verstanden hat, worum es geht, ist es nötig, sich selbst ausreichend darüber zu informieren und sich die Grundlagen hierfür zu erarbeiten. Dazu gibt es reichlich Anregungen, die sich auf unserer Homepage befinden.

Die Zeit ist reif, dass ein jeder sich das Wissen, das er braucht, selbst holt und es sich aus eigenem Entschluß und der Einsicht einer Notwendigkeit aneignet. Das ist Selbstermächtigung, Selbstwirksamkeit und letztlich ist das „Freiheit“, so, wie sie gemeint ist. Freiheit, auch Freiheit im Geistesleben bedeutet eben nicht, frei zu sein von allem möglichen, sondern die Freiheit, seiner Verantwortung für sich selbst, die Mitverantwortung für die Mitmenschen und vor allem für die Kinder und die Zukunft zu ergreifen und seine Schöpferkräfte und Fähigkeiten zum Wohl der Menschen einzusetzen. Das geht nicht vom Sofa aus, das geht mit Willenskraft und Tatkraft.

Alle Informationen hier: www.phoenix2020.de

Die Gruppe hat beschlossen, sich in Zukunft regelmäßig zu treffen und weiter an diesen Themen zu arbeiten.

AG Brüderlich wirtschaften – wie können Übfelder entstehen, wie kann Bewußtsein für Brüderlichkeit entstehen?

Schwerpunkt dieser AG war die Frage, wie Brüderlichkeit grundsätzlich als Basis für alle wirtschaftlichen Prozesse, an denen wir teilnehmen, verstanden, geübt werden kann, da wir im Kapitalismus über Jahrhunderte zum Gegenteil erzogen wurden. Auch bereits anfänglich vorhandene Übfelder, im folgenden auch genannt, SIND NOCH NICHT brüderliches Wirtschaften im Sinne der Dreigliederung. Dort sollte dieser Gedanke hineinfließen, hineingebracht werden, verstanden werden, geübt werden. Für alle diese genannten Beispiele gilt unbedingt: sie sind noch nicht Berüderlichkeit im Sinne der Dreigliederung, sie haben ähnliche Gründungsimpulse. So sollte jeder die Gruppe vor Ort zuerst prüfen, wie viel von diesem Gründungsimpuls noch da ist oder verwirklicht wird. Es gibt da sehr große und auch traurige Unterschiede. Die für die brüderliche Wirtschaftsweie dringend nötige persönliche Begegnung von Mensch zu Mensch wird in diesen Gruppen immer weniger und findet kaum noch statt:

  • Solidarische Landwirtschaft „Solawi“: Jedes Mitglied nennt seine Bedürfnisse für das kommende Jahr und erfüllt die Bedürfnisse des Bauern hierfür (er darf nicht vor der Ernte verhungern!). Dies sind gute Ansätze für ein brüderliches Wirtschaften, gegenseitige Bedürfniswahrnehmung kann dadurch geübt werden. Wie kann der Grundgedanke der Solawi“-Bewegung auf andere Wirtschaftsbereiche übertragen werden?
  • Stiftungen (gründen?) als Hilfe für Bedürftige
  • „Artabana“ ( Zusatzversicherung als Alternative zur Krankenkasse) zur Förderung der Gesundheit, dies entwickelt auch noch nicht automatisch brüderliches Handeln im Sinne der Dreigliedeung, siehe oben.
  • Regionalgeld – Waren-Dienstleistungs-Tausch-Ringe etc: jeder Mensch ist Wertschöpfer, seine Fähigkeiten sind sein Kapital, Gruppengröße max.100 Menschen, die sich gegenseitig persönlich kennen. Dies sind Übfelder, um Geldprozesse bewußt zu machen, dies ist noch nicht Wirtschaften im Sinne der Dreigliederung! Dort ist noch keine Brüderlichkeit, dort wird selten gefragt: „Was brauchst du?“, dort herrscht oft noch sehr ausgeprägter Egoismus.
  • Regionalgruppen: Vernetzen der Nachbarn als soziales Netz der Zukunft, sich gegenseitig helfen, austauschen und zuhören. Das sind neue Strukturen. die uns nähren und nicht auffressen! Dies soll nicht digital, sondern analog gemacht werden.

Für alle diese Beispiele gilt: solange es dort Euro-gebundene Währungen gibt, Zeitwährungen, „Gegenwertrechnungen“, Buchungskonten, handelt es sich fast ausschließlich um das „im Kleinen, was wir im Großen haben“ und doch überwinden müssen, weil es uns genau da hin gebracht hat, wo wir jetzt stehen. Es ist oftmals noch zu viel Egoismus und Schnäppchenjagt darin. Meistens fehlt immer noch grundsätzlich die Parzivalfrage: „Was brauchst du? Wie geht es dir?“ Ohne das geht es nicht. Das muß zuerst verstanden, dann geübt werden. Hiefür wollen wir Übungsfelder schaffen.

Die Gruppe hat folgendes verabredet: 14-tägige festgelegte Zoomkonferenz, in der dazwischenliegenden Woche zur festgelegten Zeit gedankliches Verbinden, zwischenzeitlicher gegenseitiger Austausch und gegenseitiger persönlicher Kontakt.

Schlußbemerkung am Ende des „Protokolls“: Altes bricht weg, es wird Chaos entstehen. Das bedeutet, das Raum und Möglichkeiten offen sind für Neugestaltung. Wichtig ist, auszuarbeiten, was genau wollen wir, wie soll die Zukunft sein? Wie kommen wir dort hin?

Wie war also das Wochenende auch vom Zwischenmenschlichen her betrachtet?

Dank an alle wunderbaren Teilnehmer und zusätzlichen Dank an jene, die durch ihre besonderen Fähigkeiten und Talente dieses Wochenede zu einem vollen Erfolg machten! Endlich wieder Mensch-Sein unter und mit den Menschen! Es wurde viel gearbeitet. Kunst, Kultur, Musik und gemeinsames Singen, viele Gepräche haben eine wirklich „runde Sache“ und ein schönes Erlebnis daraus gemacht. Dadurch wurde es möglich, das einander völlig fremde Menschen in kürzester Zeit miteinander „verbunden“ waren, sich als Gruppe erleben und so arbeiten konnten. Schon das gemeinsame Singen noch vor der „Vorstellungsrunde“ war hilfreich und öffnete die gewohnheitsmäßige Tendenz zur Selbstzentriertheit beim „sich vorstellen“ in Richtung Gemeinschaft.

Abschließend wurde folgendes von Einzenlen so oder ähnlich geäußert: Es hat weitergebracht, die Dreigliederung näher gebracht, man konnte interessante Menschen kennenlernen und sich mit ihnen freundschaftlich verbinden, möchte mit ihnen verbunden bleiben, diese Verbindung pflegen, man möchte zusammen weiterarbeiten.

Wie wird weitergearbeitet, was soll in der Zukunft geschehen?

  • Alle 3 Gruppen wollen zusammen weiterarbeiten. Es ist nötig, dass sie ihre Ergebnisse auch kontinuierlich an die anderen Gruppen weiterleiten. Diese werden dringend gebraucht, denn auch z.B. die Tätigen aus der Gruppe „Schule/Geistesleben“ müssen brüderlich wirtschaften üben, auch die „Wirtschaftler“ müssen in das freie Geistesleben finden etc. Alles geht alle an, ein jeder ist in seinem Leben und Wirken in allen 3 Bereichen (Rechtsleben, Wirtschaftsleben, Geistesleben) eingebunden, dies ist ein sozialer Organismus!
  • Die gesammelten Ergebnisse und das Erarbeitete soll auch neuen „Mitarbeitern“ und auch außenstehenden Interessierten zur Verfügung stehen (es soll nicht jeder das Rad jedesmal neu erfinden müssen, er soll aufbauen können auf bereits Erarbeitetes). Außenstehende können dadurch motiviert werden, einzusteigen, mitzumachen.
  • Es soll neue Termine geben für ähnliche Treffen, kontinuierlich, regelmäßig, zuverlässig, lange vorab öffentlich angekündigt, für das Entstehen weiterer oder neuer Gruppen, gern in Verbindung mit den jetzigen Teilnehmern. Die Organisatoren des vergangenen Treffens sind nur zu zweit, sie möchten gern mit den jetzigen Teilnehmern zusammen die zukünfitgen Treffen für „Neue“ organisieren und gestalten. Diese neuen Treffen sollten nach Möglichkeit zunehmend „privat“ möglich sein, da die Kosten für Hotel etc doch sehr hoch sind. Hier die Bitte an alle: wir brauchen eure Mithilfe beim Finden von Lokalität, Übernachtungs-möglichkeiten, Verpflegungsmöglichkeiten!
  • Es scheint nötig, dass sich die jetzigen Teilnehmer ausführlich mit dem Thema auseinandersetzen und die Informationsmöglichkeiten, die vorab schon gegeben wurden und auf unserer Homepage oder über diese zu beziehen sind. Die „Wissenslücke“ kann nicht allein durch ein paar Arbeitstreffen geschlossen werden.
  • Der regelmäßige geplante Kontakt unter den Mitgliedern der Arbeitsgruppen und der gesamten Gruppe scheint wichtig und nötig, damit das Projekt nicht im Alltag verloren geht und „einschläft“! Entscheidend und zielführend scheint zu sein, einander wirklich auch privat gegenseitig zu besuchen! Pflänzchen, die man nicht regelmäßig gießt, verwelken und sterben.

Wir brauchen Tatmenschen, die nicht nur klagen über die schlimmen Zustände, sondern daran arbeiten, um eine Wandlung herbeizuführen. Komm mit an Bord!

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