Ich heiße Elke Grözinger und lebe in Deutschland. Im Jahr 2021 nach Christus. Deutschland nennt sich offiziell ein demokratisches Land und hat sich vor den Vereinten Nationen verpflichtet, die Allgemeinen Menschenrechte zu achten und sie zu verteidigen.
Seit Frühjahr 2020 wurde mir Stück für Stück alles genommen, was für mich zum Leben gehört: Kunst, Kultur, Kino, Konzert, der Besuch einer Ausstellung oder einer öffentlichen Bücherei, das Singen in „meinen“ Chören, das Vereinsleben, kleine Vergnügen wie etwa das Speisen in einem Lokal oder in einem Biergarten und vieles mehr.
Und auch das wurde mir genommen: die Ausübung meiner Arbeit zur Existenzsicherung und zur Erfüllung meines Lebens mit Sinn und sozialem Engagement.
Mein Leben besteht aus täglichem Spießrutenlauf. Ich werde drangsaliert, beleidigt, angegriffen. Seit vielen Monaten habe ich in diversen Läden Hausverbot, weil ich keine Maske trage. Das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist mir wegen der Maskenpflicht nicht möglich und inzwischen untersagt wegen der sogenannten „3G“. Religiöse oder spirituelle Betätigung ist mir ebenso untersagt. Weiterbildungen, Kurse, Seminare sind mir verboten.
Meine Familie ist geteilt zwischen „dieser Seite und jener Seite“, mein Freundeskreis ist geschrumpft aus demselben Grund, ich kann meine Freunde nun an einer Hand abzählen. Nachbarn meiden mich und grüßen mich nicht mehr. Ich bin aus der Gemeinschaft der Menschen ausgestoßen, ausgeschlossen.
Der Grund für den Ausschluß aus der Menschengemeinschaft, was man auch sozialen Tod nennen kann, ist, dass ich mich weigere, zu einer dogmatischen und fanatischen Ideologie mit faschistischen Zügen und mittelalterlichen Foltermethoden gegenüber Andersdenkender zu konvertieren. Ich bete nicht die neuen Gebete, ich wiederhole nicht roboterhaft die vorgeschriebenen Sätze oder Gesten, ich befolge nicht diverse, ständig wechselnde Vorschriften, welche irrationaler, brutaler, gesundheitsschädlicher und lebensfeindlicher nicht sein könnten. Und ich denke selbst.

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