Eine Leserin schickt mir ein Mail und macht mich auf eine Seite aufmerksam, die mich unterstützen kann, wie sie sagt. Das ist sicherlich nett gemeint. Ich besuche also diese Seite und erkenne, was ich vermute. Daraufhin schreibe ich der Leserin, sofern es sich wirklich um eine echte Leserin handelt, meine Antwort. Ich weiß nicht, ob diese Leserin tatsächlich meine Artikel kennt. Ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass das der Fall ist. Sonst müßte ich erkennen, dass ich mich so unklar ausdrücke, dass Menschen, die auf meiner Seite lesen, nicht erkennen, wes Geistes Kind ich bin. Oder die Menschen sind es schon gewohnt, dass einer „schön“schreibt, egal, wie er ansonsten ist und lebt, auch wenns das Gegenteil dessen ist, was man von sich gibt. „Schön ist, wer schön tut“ sagt ein Sprichwort.

Wie soll jemals ein Ende sein mit all dem Verderben, an welchem wir alle so unsäglich leiden, wenn die Menschen nicht endlich aufhören, so verderblich zu sein und zu leben? Nein, das wird keine Regierung für uns erledigen. Das müssen wir selber tun. Jeder. In allen seinen Lebensbereichen. In meiner Antwort an die freundliche Leserin steckt genug Inhalt, um darüber nachzudenken, weshalb die Welt so ist, wie sie ist, und so bleibt, beziehungsweise eben jetzt daran untergeht. Außer, ein Jeder ändert seinen Sinn. So konzequent wie möglich. Anders kann es nicht gelingen. Deshalb veröffentliche ich hier meine Antwort. Möge sie nutzen.

(Meine schlechte Angewohnheit, in Mails die Großschreibung auszulassen, wird seit einiger Zeit „unterstützt“ von meinem etwas älteren Notebook, welches ich mit ausgeleierten Großschreib-Tasten erworben habe. Sie funktionieren einfach nicht, ich muß ständig mehrmals konzentriert draufdrücken. Ein flüssiges Schreiben ist unmöglich. Das ist für meine Artikel beschwerlich genug, deshalb erlaube ich mir, diese ewige Korrektur hier einfach bleiben zu lassen.)

„Liebe …,
danke für dein mail und deinen hinweis.
ich habe mir die seite angesehen. leider finde ich weder personen noch namen, welche hinter dieser firma stehen.
so wie ich es verstehe, handelt es sich um eine art geschäftsmodell.
es soll wohl helfen, die informationsseite von mir so zu gestalten (kostenpflichtig), dass menschen (fans/follower), die meine informationsartikel lesen, mir dafür geld überweisen.
es kann gut sein, dass das funktioniert.
doch es ist nichts für mich, denke ich. das hat mehrere gründe:

  • ich kann nicht herausfinden, mit welchen menschen ich bei „patreon“ zusammenarbeite.

  • meine artikel schreibe ich genau so, wie ich es haben will und dulde hierbei keinerlei “korrekturen”.

  • ich verachte geld nicht, solange ich es zum überleben brauche. im moment habe ich das allernötigste zum überleben, so wie sehr viele mitmenschen auch: das leben am  staatlich verordneten existenzminimum, sofern es nicht “gekürzt” wird.

  • ich will weder fans noch follower, ich will, dass meine mitmenschen anfangen, zu denken und zu handeln.

  • mein blog ist kein geschäftsmodell und ich arbeite, schreibe und denke nicht für geld.

  • geld macht korrupt. und geld verdirbt auf eine weise, die ich nicht ganz durchschaue. viele menschen, welche ähnliche “aufklärungsarbeit” machen, ja, die meisten eigentlich, bitten um spenden, manchmal nach jedem einzelnen beitrag, den sie veröffentlichen. manche bieten zusätzlich fanartikel zum kauf an. manche bieten ihre veröffentlichungen nur noch zur hälfte an, für den ganzen beitrag muß man die bezahlschranke überwinden mit einer zahlung (“premium-abo”!). ehrlich gesagt, widert es mich ziemlich an, denn einige sind darunter, von welchen ich sehr vermute, dass sie ein reguläres einkommen haben, welches bei weitem über dem existenzminimum liegt. manche beiträge erscheinen mir manchmal fast so, als seien sie geschrieben, um zahlungen zu generieren. wie “frei” ist das dann noch, für den leser und für den autor?

  • meine arbeit ist vor allem eine geistige arbeit. und geistige arbeit, das geistesleben, muß frei sein von kommerziellen interessen. sonst ist es ein produkt für den markt, um geld zu ziehen.

  • dass es im 21. jahrhundert einem menschen nicht möglich ist, gute arbeit zum wohl der menschen zu leisten, ohne am hungertuch nagen zu müssen, ist ein armutszeugnis. dieses armutszeugnis gilt der sogenannten regierung, aber auch allen mitmenschen.

  • so denke ich, von der sogenannten regierung ist außer bösem und verderbnis nichts zu erwarten.

  • was von den mitmenschen noch erwartet oder erhofft werden kann, vermag ich nicht zu sagen.

  • es gibt wenige menschen, die mich kennen und meine lebensumstände erahnen. von diesen bekomme ich manchmal etwas geschenkt, was mir hilft zu leben. meistens ist es etwas zu essen.

  • es ist dringend nötig, dass menschen darauf achten, wie es ihren brüdern und schwestern geht, ob sie haben, was sie brauchen, ob sie unterstützung brauchen. das schreibe ich immer wieder in meinen artikeln. dies zu entwickeln ist die persönliche aufgabe eines jeden menschen. dies zu entwickeln muß der herzenswunsch eines jeden menschen werden. ansonsten kann man es lassen, von liebe zu reden, von brüderlichkeit, von einem goldenen zeitalter und ähnlichem, und man sollte es dann auch lassen, mit dem finger auf jene zu zeigen, die korrupt sind und für geld alles tun, wirklich alles, auch diesen vernichtungskrieg hier. das ist ein grundübel.

  • dieses grundübel läßt sich nicht beheben, in dem ich eine firma gegen geld beauftrage, die mir offenbar verhelfen soll, für meine arbeit, die den menschen dienen soll, möglichst viel geld zu verdienen.

nein, ich denke nicht, wie du schreibst, dass „patreon“ mich unterstützen will. patreon will mein geld, indem sie versprechen, dass sie mir helfen, mehr geld zu bekommen. so kommen wir nicht raus aus dem schlamassel, solange wir damit weitermachen mit den menchanismen, welche zu diesem schlamassel geführt haben.

dies alles ist meine persönliche sicht auf die dinge, so, wie ich mein persönliches leben führe. freiwillig. weil ich es anders nicht machen will und auch nicht mehr kann. mich kotzt dieses system an und mich kotzt auch die denkweise der meisten menschen an, mit verlaub.

möglicherweise bist du in einer lebenssituation, die sich von meiner völlig unterscheidet. du bist jung, ich bin alt. damit gehts schon los. als ich jung war und eine familie ernähren mußte, konnte ich mir manche “freiheit” noch nicht “leisten”. das dachte ich jedenfalls. doch jetzt bin ich nur noch für mich selbst verantwortlich und kann mir deshalb viel mehr “freiheiten” “leisten”. das hat seinen preis. und den akzeptiere ich, weil es nur mich was kostet, nicht meine familie.

wie könnte ich frei und authentisch sein, wenn ich mich mittels firma vermarkten lasse und ans geld denke bei dem, was ich tue?“

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