Manchmal mache ich auf unsere Sprache aufmerksam. Dabei fühle ich mich meistens, um nicht zu sagen immer, sehr unverstanden. Als wäre ich eine Art Dinosaurier, der sich weigert, anzuerkennen, dass er längst ausgestorben ist. Man nennt mich altmodisch und fortschrittsfeindlich. Worum es aber wirklich geht, will man nicht oder kann man schon nicht mehr verstehen oder gedanklich erfassen.

In meinem Artikel https://www.hexen-heuler.de/seele-in-isolationshaft/ habe ich darüber geschrieben und ihn noch erweitert, in dem ich mir einmal die sogenannten (ehemals deutschen) Tugenden vorgenommen habe https://www.hexen-heuler.de/tugend/

„…… und unsere schöne deutsche Sprache ist dermaßen verhunzt, dass es mir jeden Tag so weh tut. Anglizismen, wo man hinguckt, Genderscheiß, leere Worthülsen ohne jede Bedeutung und Anklang im Innern des Menschen, Worte wurden in ihr Gegenteil gekehrt (“positiv – negativ”) oder teuflisch gemacht (Solidarität). Und die nahezu verbreitete Unfähigkeit, einen korrekten schönen deutschen Satz zu formulieren. Die neue Sprache verformt und amputiert das Denken solange, bis denken nicht mehr möglich ist. Und dann ist auch Fühlen nicht mehr möglich. Die Seele stirbt. Was bleibt vom Menschen, wenn die Seele gestorben ist und das Denken auch?“

Nun bekam ich etwas zugeschickt, was mich einerseits erschüttert, andererseits aber fühle ich mich plötzlich nicht mehr so allein. Da ist jemand, ein Herr Hendlmeier, der sich dieselben Gedanken macht. Ich kenne diesen Herrn nicht, gar nicht, doch hier ist seine Botschaft:

Die Zerstörung der deutschen Sprache

Der Wortschatz der deutschen Sprache besteht aus etwa 500.000 Wörtern.

Zur sog. Standardsprache gehören etwa 75.000 Wörter.

Ältere sprachbewußte Menschen mit deutscher Muttersprache beobachten betrübt und verärgert die Verdrängung der deutschen Sprache. Dies hat nicht zuletzt mit dem unterentwickelten Sprachbewußtsein der meisten Menschen mit deutscher Muttersprache zu tun.

Scheinbar ist kein Ende in Sicht.

Verglichen mit dem Stand zwischen etwa 1790 und 1970 geht das Hochdeutsche seit Ende der sechziger Jahre den Bach hinunter.

Jüngeren Menschen, denen die Vergleichsmöglichkeiten fehlen, wird diese traurige Entwicklung kaum bewußt sein. Die Verdrängung deutscher Wörter ist kein Zufall, offensichtlich von mehr oder weniger geheim tätigen Denkfabriken vorangetrieben, um über eine deutsch-englische Mischsprache den Einstieg ins Angloamerikanische zu erleichtern und auf lange Sicht die deutsche Sprache abzuschaffen.

Schon bis 1983 waren über 80.000 Anglizismen in die deutsche Sprache eingeschleppt worden (lt. „Frankfurter Rundschau“ vom 7.2.1983).

Mehr und mehr sind nur noch zweitrangige Wörter deutsch. Die neue deutsche Sprache ist nur noch für Halb- und Ungebildete da. Kaum ein junger Mensch stört sich heute noch an der deutsch-englischen Mischsprache. Nicht selten sind junge Leute nicht einmal in der Lage, ihre Kenntnisse und Überlegungen allgemeinverständlich auszudrücken. Englischen Begriffe deutscher Herkunft sind sogar im angloamerikanischen Sprachraum unbekannt, z. B. „Handy“.

Ursache ist u. a., daß nicht nur sehr viele jüngere Deutsche die deutsche Sprache nicht voll beherrschen und auch nicht schätzen. Die Beschäftigung mit gutem deutschen Stil oder mit Wortfeldern, d. h. mit Wörtern gleicher oder ähnlicher Bedeutung, findet nicht mehr statt.

Noch in den fünfziger Jahren gehörte zum Deutschunterricht die „Spracherziehung“.

Ohne Abwechslungsreichtum, ein entwickeltes Sprachbewußtsein und eine ausreichende Kenntnis der deutschen Sprache, es ist zu befürchten, daß in wenigen Jahren fast niemand mit deutschen Vorfahren die Sprache Goethes und Schillers vollständig verstehen kann. Das Deutsche wird auf den Rang des Rätoromanischen zurückfallen, das zwar eine Sprache ist, aber mit 35.000 Sprechern den Rang einer Mundart besitzt.

Die überlieferte deutsche Sprache wird zerstört. Die deutsche Alltagssprache ist zu einer o.k-deutschen Schrottsprache verkommen und die deutsche Sprache stirbt ebenso wie das deutsche Volk.

Wenn eine Sprache neue Begriffe fast ausschließlich aus fremden Sprachen entnimmt und laufend Eigenwörter durch Fremdwörter ersetzt, stirbt sie ab!“

-Wolfgang Hendlmeier-

Wie die Alten, so die Jungen

Dem möchte ich noch folgendes zufügen:

Selbst in meiner Generation (ich werde bald 60 Jahre alt) grassiert eine Sprach-Verwahrlosung. Gelesen wird auch in dieser Altersgruppe erstaunlich wenig, Bücher findet man dort zu Hause kaum oder als „Deko“ in einem Ikea-Regal. Den inzwischen Erwachsen gewordenen Kindern hat man sich von deren Pubertät an angeglichen, indem man ihre Art der “Sprache” begann, zu kopieren. So fühlt man sich wohl immer „cool“ und ewig jung.

Der Einfluß der heutigen Medien mit ihren Kurznachrichten aus nicht mehr als 3 unvollständigen Sätzen und Emojis und Animationen anstatt einer ordentlichen Antwort tut sein übriges. Ich bekam gestern einen Brief, einen privaten Brief. Mit Briefpapier, Umschlag und Briefmarke. Drei Seiten geschrieben in Handschrift. Ich werde ihn per Brief beantworten. Meine selbst gebastelten schönen Karten, die ich regelmäßig stapelweise an Menschen verschicke, die ich persönlich kenne, werden fast nie beantwortet. Sagen wir: auf 50 Karten bekomme ich 2 Emails, ein SMS und eine schriftliche Antwort per Post.

Und ich möchte noch hinzufügen, dass es zunehmend – ich nutze mal ein deutsches Wort – unflätige Begriffe sind, die hin und her geworfen werden. Diese sind inzwischen gesellschaftsfähig.

Eine solche “Schrott-Sprache” bewirkt Schrott-Denken, bis dies letztlich auch nicht mehr klappt. Zwischenmenschlicher Austausch, einander mitteilen und verstehen können, ist schon lange kaum noch möglich. Eine Nachricht mit mehr als drei Sätzen ist den Menschen schon zu lästig und sie können den Inhalt nicht mehr verstehen. Nach drei Sätzen haben sie den ersten Satz bereits wieder vergessen. Mein Mann hat das vor über 10 Jahren schon bei seinen Schülern festgestellt. Um einen Segelschein zu erwerben, muß man diesbezüglich eine Theorieausbildung dazunehmen und auch eine theoretische Prüfung ablegen. In dieser Prüfung werden hin und wieder Textaufgaben gestellt, die zu lösen sind. Besteht diese Textaufgabe aus mehr als 3 Sätzen, sind viele Schüler überfordert. Sie können den Inhalt nicht mehr gedanklich fassen. Wer das noch ohne Schwierigkeiten schafft, ist in der Regel älter als 50 Jahre. Jüngere Schüler kommen nicht mehr damit zurecht.

Wir verlieren unsere Wurzeln, unsere Kultur, unser Denken, unseren Geist und unsere Seele, weil es dem deutschen Volk egal ist.

Wie zerstört man ein Volk? Man nehme ihm seine Wurzeln, die Würde, die Ahnen, die Sprache, die Märchen und am Ende das Land.“

(Autor nicht bekannt)

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