Rhythmus ist Leben. Rhythmus ist aber nicht dasselbe wie Takt. Ein Jahresrhythmus ist etwas anderes als der Maschinentakt. Menschliche Wesen sind Naturwesen und brauchen, um gesund zu sein mit Körper, Geist und Seele den natürlichen Rhythmus.

Wir können viele Rhytmen erkennen: die Rhythmen des Tages, der Woche, der Jahrszeiten und auch des Lebens. Davon soll hier die Rede sein. Folgendes dient nur als Anregung, dieses wichtige Thema ins Bewußtsein zu holen und sich zu „erinnern“, wer wir eigentlich sind.

Tagesrhythmus

Wenn wir dem Tag eine regelmäßige Struktur geben, haben wir schon viel für unsere Gesundheit getan und können uns darauf verlassen, dass wir unser Tagwerk gut schaffen, ohne unsere „Batterien“ leerzuziehen.

  • Frühstück, Mittagessen und Abendessen gliedern den Tag, rufen uns auf, zwischen den Zeiten des Schaffens und Arbeitens zur Ruhe zu kommen und uns zu stärken. Am schönsten ist das natürlich, mit anderen Menschen gemeinsam fröhlich am Tisch zu sitzen.

  • Der Vormittag ermöglicht uns, unsere ganze Kraft unseren Aufgaben zu widmen. Hier steht uns die größte Energie zur Verfügung.

  • Direkt nach dem Mittagessen kann eine kleine Pause, und sei es nur für 15 Minuten, Wunder wirken.

  • Nachmittags sind wir wieder gestärkt und kraftvoll, doch die Leistungsfähigkeit des Vormittags wird nicht ganz erreicht.

  • Der Abend darf nicht zu lang gezogen werden, schwere Arbeit am späten Abend oder große körperliche Anstrengungen dürfen nicht die Regel sein.

  • Vor der Nachtruhe sollte es gemütlich sein, die Seele und der Geist wollen nicht mit Chaos und schlechten Botschaften belastet werden.

  • Wer unter Tag auch körperlich aktiv war, kann am Abend und in der Nacht auch leichter entspannen und Erholung finden. Anspannung und Entspannung funktionieren nur im gesunden Wechsel. Spannt man am Tage nicht auch gehörig an durch Tätigkeit, findet man in keine Entspannung hinein.

Wochenrhythmus

Die Woche hat Wochentage und Wochenende bzw Sonntag. Das Menschenwesen benötigt auch diesen Rhythmus. Wer darauf achtet, kann erkennen, dass sogar die Wochentage sich voneinander unterscheiden. Man muß nicht in einer Religionsgemeinschaft sein, um dem Sonntag eine besondere Bedeutung zu geben. Der Mensch ist ein geistig – spirituelles Wesen und benötigt auch hierfür Nahrung, so wie der Körper eben auch. Es genügt ja schon, am Sonntag besonders auf die Gemeinschaft zu achten, mit der man zusammenlebt, diesen Tag der Pflege der Gemeinschaft auf besondere Weise widmet und bei den Mahlzeiten sich bewußt zu machen, welches Geschenk wir da bekommen von Mutter Erde.

Jahreszeiten

Auch hier ist es nicht nötig, kirchliche Feste zu feiern. Doch kann man sich bewußt machen und einmal recherchieren, dass unsere Vorfahren, noch nicht von Kirchen geprägt, sehr großen Wert legten, den Jahreslauf entsprechend zu feiern.

Das Frühjahr mit seiner unglaublichen Lebenskraft, Farbenpracht und Fruchtbarkeit, der Sommer mit seiner Einladung, mit den Mitmenschen draussen zusammenzukommen und zu feiern, zu singen, zu tanzen und zu lachen. Der Herbst mit seiner reichen Ernte und der Vorbereitung für den Winter. Der Winter mit seinem Rückzug, mit seiner Ruhe und Innerlichkeit.

Wer einen Garten hat, erlebt das täglich direkt vor seiner Nase. Doch kann man bei seinen regelmäßigen Spaziergängen in der Natur genau so achtsam darauf sein und daran teilnehmen. Den Jahreslauf bewußt zu erleben mit allen Sinnen ist eine Medizin für uns moderne Menschen.

Der Mensch ist selbst eingebettet in diese Art Rhythmus des Jahreslaufes. Immerhin hat auch er einen Frühling, einen Sommer, einen Herbst und einen Winter. Darüber soll gesprochen werden in meinem folgenden Artikel über die Jahrsiebte.

Wer es schafft, hier gut für sich zu sorgen, macht sich zu einem kraftvollen Werkzeug für die Aufgaben, die seine Seele sich vorgenommen hat für dieses Leben. Es ist eine gute Möglichkeit, der uns übergestülpten Selbstentfremdung entgegenzuwirken.

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