Mancher mag das wissen oder kennen:

Einer der Gruppe, sei es Familie, Firma oder eine sonstige Gemeinschaft von Menschen, spricht offen aus, was nicht offen ausgesprochen werden darf: Tabu. Unausgesprochene Absprache unter allen Mitgliedern der Gruppe. Grundvoraussetzung für Zugehörigkeit. Einer sagt es aber: Mißstand, Betrug, Mißbrauch, was es auch sei. Ich nenne es „Leichen im Keller“. Einer reißt die Kellertüre auf und sagt: Riecht ihr das? Seht ihr das? Das muß aufhören, sofort!

Ein anderer aber, der Verantwortliche manchmal, meistens jedoch der stille Mitwisser und Dulder, der Vertuscher im Namen des Gruppenfriedens und der Harmonie, empört sich angesichts dieses „Verrates“ und schreitet zur Tat: Einer bekommt eins in die Fresse, dann ins Knie geschossen, dann rausgebissen. Kellertüre zu, zugenagelt, verrammelt, weiß angestrichen, und alles ist wieder wie es war, wie es „sein soll“. Einer, er heißt Nestbeschmutzer. Nicht der andere, der Verantwortliche, Täter gar, oder der Mitwisser, er wird weder Nestbeschmutzer genannt noch rausgebissen. Jetzt ist das System wieder stabil, jetzt ist wieder Ruhe in der Gruppe, behagliche süßlich-klebrige Ruhe, so, wie man es gewohnt ist. Hauptsache, alles ist so, wie man es gewohnt ist. Man hat sich eingerichtet in dieser Gewohnheit. Veränderung ist der Tod eines in sich ruhenden stabilen Systems, wie entsetzlich es auch sei. Lieber gewohntes Unglück und Leid, als Mut zur Veränderung, denn diese Veränderung muß man selbst gestalten, aufbauen, das stinkt nach Arbeit und Anstrengung. Und muß sich da nicht ein jeder an die eigene Nase fassen? Muß sich nicht ein jeder selbst unangenehme Fragen stellen? Wieso war ich nie in diesem Keller? Wieso habe ich alle Hinweise darauf verleugnet, mir schöngeredet, geschwiegen, vertuscht? Das ist die Moral der Gruppen. Überall. So sind wir sozialisiert, von Anfang an.

Der Nestbeschmutzer, so hieß er früher. Heute heißt er Verschwörungstheoretiker. Einer, der auf eine Verschwörung hinweist, die ist oder sein könnte, einer, der Belege liefert für seinen Verdacht.

Verschwörungen, sind sie so undenkbar, so neu, so absurd, dass es nicht sein kann weil es nicht sein darf, zumindest aber nicht ausgesprochen werden darf? Ist nicht die ganze Menschheitsgeschichte voller inzwischen bestätigter Verschwörungen? Ist nicht unsere neuere Geschichte voller Verschwörungen, die zu bitterer Realität wurden? Sind nicht die Verschwörer die Täter, die Verbrecher? Nein, wieder ist es der Nestbeschmutzer, der jetzt in dieser neuen Zeit Verschwörungstheoretiker genannt wird selbst dann noch, wenn sich mindestens die Hälfte seiner „Verschwörungstheorien“ schon in der Realität ausgebreitet haben und zu unserem Leben gehören zum Leidwesen der ganzen Menschheit. Und immer noch die gleiche Reaktion der Gruppe.

Wie können sich Verschwörungen in der Realität manifestieren? Genau so! Mitwisser, Dulder und Mittäter, sie schweigen, decken, unterstützen, spielen das böse Spiel mit, sie sind Komplizen. Sie machen es möglich, sie allein erlauben es durch ihr Mitspielen. So funktioniert die sogenannte Harmonie der sogenannten Gemeinschaften. Sie stabilisieren dieses System.

Und nun sitzen wir fassungslos vor unserem Neu-Normal und starren auf all die Zusammenhänge, Hintergründe, ja, auf die Verschwörer und ihre Verschwörungen, auf ihre Pläne, die sie umsetzen, Stück für Stück, ohne nennenswerten Gegenwind. Und noch immer wird geleugnet, gedeckelt, schöngeredet, nein, nicht von den Verschwörern, die fühlen sich so sicher, dass es ihnen nichts ausmacht, ihre Pläne öffentlich zu nennen. Es sind dies die Mitwisser, die Dulder, die Mitspieler, all jene, die seit Jahren nichts wissen wollen, sich nicht informieren wollen, nichts kritisch hinterfragen wollen, wegen der Harmonie, der süßlich-Klebrigen. Es sind dies die Komplizen.

Der Strick um den Hals wird eng, Arme und Beine schon in Ketten gelegt, Redeverbot, Zensur, Zwangsmaßnahmen ungeahnten Ausmaßes, unvorstellbar, und doch waren da Warnungen. Lange schon. Noch immer dieser innere Drang: Kellertüre zu, vernageln, verrammeln, beißen. Nicht wissen wollen, nicht fragen wollen, nicht hinschauen wollen, erst recht nicht auf sich selbst. Erinnert man sich noch an Warnungen, auf die man geantwortet hat: „Wieso? Ich habe doch nichts zu verbergen“, während man alles Persönliche seines Lebens Preis gab, ins Internet stellte, restlos alles, während man für einen ermäßigten Kochtopf in jedem Laden alles hat registrieren lassen mit seinen Kundenkarten? Wollte man nicht, zur eigenen Sicherheit, überall in öffentlichen oder nicht öffentlichen Räumen Kameras installiert haben, weil man bedenkenlos die Lügen über Terror glauben wollte? Hat man sich nicht gerne und freiwillig von aller Natürlichkeit entfernt und wollte alle Neuerungen haben, besitzen, um trotz Warnungen letztlich vollkommen davon abhängig zu sein, aller Fähigkeit beraubt, auch ohne Weichspüler und automatischer Einparkhilfe überleben zu können? Alexa, sag mir, wer ich bin und was ich tun soll.

Und hat man nicht all seine Zeit verdaddelt mit zahllosen virtuellen Freunden und Followern irgendwo in der Weite des digitalen Vakuums? Die echten Freunde der realen Welt waren nicht halb so interessant, man hatte nicht mehr halb so viel Zeit für sie und die meisten hat man inzwischen, oh Schreck, verloren, sie sind irgendwie verschwunden. Jetzt, gerade jetzt, wo man sie brauchen könnte, wenn wahr wird, wovor Verschwörungstheoretiker warnen und was Verschwörer selbstherrlich und siegesssicher öffentlich verkünden. Und nun weiß man nicht mehr, was tun. Alexa antwortet nicht mehr sinnvoll. Wer hat sie eigentlich programmiert und zu welchem Zweck?

Hat man nicht Jahre und Jahrzente mitgespielt und aus Bequemlichkeit nicht wissen wollen? Und die Warner und Rufer verhöhnt und weggebissen?

Und haben wir nicht profitiert davon? Doch der Preis war hoch. Wir haben bitter bezahlt. Doch alle haben bezahlt, deshalb haben wir es nicht so recht bemerkt, oder doch? Spürten wir nicht schmerzlich manchmal ein Sehnen nach Freiheit, eine andere Freiheit als dieses graue, banale Etwas, die sogenannte Freiheit des Konsumenten und des Selbstoptimierers? Suchten wir nicht immer schon nach der Liebe, einer anderen Liebe als die von Hollywood uns zur Betäubung auf dem abendlichen Silbertablett verkauften? Waren wir nicht so oft schon enttäuscht darüber, dass wir trotz aller Adventure-Events die echte Lebendigkeit vermissten mußten? Haben wir nicht unsere eigene Schöpferkraft verkauft für jede Menge modernen Spielkram?

Jetzt gibt es nicht nur Fragen, es gibt auch Antworten, nein, nicht von Alexa, sondern von Mitstreitern:

Steht auf und lernt wieder, selbständig zu denken und zu gehen und zu handeln. Ihr müßt es selbst tun, jeder einzelne, und bei sich selbst beginnen. Hört auf zu starren und zu klagen, macht euch auf den Weg. Auf den Weg zu euch selbst und zu euren Mitmenschen in der realen Welt. Lebt das, wovon ihr träumt und was ihr euch wünscht. Seid mitfühlend, liebevoll, zärtlich, gewaltfrei, seid bescheiden in euren zuletzt übermäßig gewordenen Bedürfnissen. Seid hilfsbereit, fürsorglich brüderlich. Schließt euch zusammen, gründet eure kleine Gruppe der neuen Menschheitsfamilie. Macht endlich eure Herzen auf, stellt eine Verbindung her zwischen Herz und Hirn. Diese Aufgaben löst ihr nicht mit einer Rechenmaschine, die ihr Intelligenz nennt.

Macht euch bewußt, dass ihr es nicht schaffen könnt, wenn ihr weiter dem Irrglauben aufsitzt, ein bloßer Körper zu sein, der zur Maschinenperfektion umgebaut werden soll. Ihr seid ein Seelisch-Geistiges Wesen mit grandiosen Fähigkeiten. Erkennt es und lebt es. Steht auf und fangt an.

Ich möchte dem noch hinzufügen: Erkennt eure Fehler und Versäumnisse, eurer Mitspielen aus Bequemlichkeit in diesem bösen Spiel, und dann lernt daraus. Handelt endlich dem Leben und der Liebe gemäß! Laßt Schuld und Scham beiseite, wir haben zu viel zu tun, beides nützt keinem. Es genügt, aus Fehlern zu lernen und sie nicht zu wiederholen.

Es genügt, sich genau zu betrachten, was die letzten Jahre und vor allem jetzt von uns „verlangt“ wird:

Wir sollen konsumieren, möglichst ohne dabei mit einem anderen Wesen in Kontakt zu kommen, in Verbindung zu treten, in Bezug zu kommen.

Wir sollen arbeiten, unserem Job nachgehen, so momentan erlaubt, das System damit stabilisieren, auch hier: Kontaktlos!

Wir sollen auf Vorschriften achten, Maßnahmenänderungen sofort umsetzen, gehorchen, den Mund halten, zu Hause bleiben, uns selbst und voneinander isolieren.

Keine Fragen stellen, Mund halten, gehorchen, isolieren, funktionieren.

Wir sollen vergessen, restlos vergessen, dass wir eine Seele haben, einen Geist, dass wir ein spirituelles Wesen sind in einem spirituellen Universum. Wir sollen vergessen, dass es Kunst gibt, Kultur, Musik, Freude, Lachen, Tanzen, Singen, wir sollen uns selbst von unserer Schöpferkraft und unserer innewohnenden Weisheit abschneiden. Wir sollen freiwillig alles in uns abtöten, was Leben bedeutet, Liebe, Freiheit. Wir sollen jede Gemeinschaft mit unseren Schwestern und Brüdern meiden, so lange, bis wir sie nicht mehr als solche erkennen können, bis wir unfähig geworden sind, miteinander zu kommunizieren und letztlich, bis wir unfähig geworden sind, einander zu lieben. Und dies alles ist nicht neu. Wie vereinzelt ist die moderne Menscheheit in dem modernen Leben seit vielen Jahren? Wie viele Defizite gibt es bereits hinsichtlich der Kontaktfähigkeit und Empathiefähigkeit unter uns allen?

Wir sollen uns freiwillig zu geist-und seelenlose Sklaven machen. Wir wissen es. Und wir starren.

Wann stehen wir auf und beginnen, genau dort, wo wir gerade sind, bei uns selbst und unserer nächsten Umgebung. Um das zu tun, was man uns verbieten will, um das zu lassen, wozu man uns zwingen will? Lernen wir jetzt dazu? Oder ist auch dies unbequem und störend in der süßlich-klebringen Ruhe, die es auch, Hand aufs Herz, in Widerstandskreisen gibt? Erkennen wir die Rufer, als das was sie sind oder nennen wir sie jetzt auch wieder Nestbeschmutzer? Stehen wir jetzt auf und fangen wir jetzt an oder vernageln und verrammeln wir wieder einmal diese Kellertüre?

Raus aus dem Versteck!

Ja, wir haben es verbockt, es versäumt, wir haben uns geweigert, unsere Herzen zu öffnen aus Angst vor Schmerz. Ja, wir stehen jetzt inmitten von Dreck, den wir selbst produziert haben, dem wir zugestimmt haben durch unser Schweigen. Ja, es ist eine Schande. Na und? Diese Schande muß von niemandem weiter fortgesetzt werden. Schluß jetzt damit. Keiner wirft hier den ersten Stein. Ärmel hochgekrempelt, Herzen auf, los gehts guten Mutes!

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