Wer oder was ist eigentlich ein Mensch? Das frage ich mich mit der Zeit immer öfter. Es gibt welche, die ich gedanklich oft gar nicht mehr so bezeichne. Es geht einfach nicht. Dann nenne ich sie Leute, oder Figuren. Mehr kann ich da nicht hineindichten.

Jemand sagt: „Mensch sein muß man sich verdienen!“ Da hat er recht. Insgesamt hat er keine besonders hohe Meinung von dem, was man gemeinhin so „Menschheit“ nennt. Es ist eigentlich nicht „Meinung“, das drückt es nicht richtig aus. Es ist seine Erfahrung, seine persönliche Lebenserfahrung und das hinzugenommen, was man in der Welt so beobachten kann. Wären wir alle jetzt eigentlich an diesem Punkt, an dem wir nun mal sind, wenn die „Menschheit“ eine Menschheit wäre?

Hätten wir jetzt einen Krieg gegen die Menschheit, der nur sein kann, weil es zahllose Mitläufer, Mittäter und Befehlsempfänger gibt? Schweiger und Wegducker? Und Meinungshaber? Und lauter Figuren, die sich irgendwie durchschlängeln? Wegen Sachzwängen natürlich, nur wegen Sachzwängen, sonst würden sie ja gern, wirklich, aber das geht halt nicht und man muß schon auch gucken wo man bleibt.

Da sitz ich nun und frage mich, was sich die Leute dabei denken, wenn sie „Mensch“ sagen. Haben sie eine Vorstellung davon? Haben sie eine Art Idealbild davon? Versuchen sie, falls sie sowas haben, dem nahezukommen in ihrem Verhalten? In ihrem Alltagsverhalten? Nehmen sie die Leute ihrer Umgebung als „Mensch“ wahr? Behandeln sie sie so?

Und was ist eigentlich ein „Freund“? Was sind „Freunde“? Vor langer Zeit schrieb ich einmal etwas über „Schönwetter-Freunde“. Wo sind sie, die “Freunde”, wenn man in Not ist, wenn man es schwer hat? Wo sind sie, wenn einem Unrecht angetan wurde? Helfen sie? Stehen sie einem zur Seite? Helfen sie? Schützen sie? Gehen sie mit einem „durch dick und dünn“? Oder ducken sie sich weg, haben sie ausgerechnet dann keine Zeit? Wollen sie es leider nicht bemerkt haben?

Mensch ist vielleicht nur einer, der auch ein wahrhafter Freund ist.

Dann, wenn es Not tut.

Bedingungslos.

Wer von Freundschaft redet und fehlt, wenn er gebraucht wird, der ist nicht wirklich Mensch im Sinne von „Mensch“.
Da kann er sich viele schöne und edle Mäntelchen überhängen, das wird nichts nützen.
Da kann er noch so sehr mit dem Finger auf anderer Leute Verfehlungen zeigen – er hat kein Recht mehr dazu.

Der ganz normale Alltag zeigt, ob einer ein Mensch ist.

Zeiten der Not zeigen, ob einer ein Mensch ist.

Heute zeigt sich mir, wer ein Mensch ist.

Und wer nicht.

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