Der Begriff «Jesuitismus», bezieht sich nicht nur auf den gleichnamigen Orden der katholischen Kirche, sondern vor allem auf eine bestimmte Geisteshaltung, die auch außerhalb der katholischen Kirche anzutreffen ist. Um zu verstehen, was die Corona-Krise mit Jesuitismus zu tun hat, muss zunächst diese Geisteshaltung verstanden werden. Anliegen dieses Artikels ist es daher, das «Prinzip des Jesuitismus» zu erkennen, «das Wesentliche des jesuitischen Strebens», um dann zu sehen, inwiefern dieses Prinzip im aktuellen Zeitgeschehen wirksam ist.

Rudolf Steiner charakterisierte das Prinzip des Jesuitismus mit Worten wie «Autoritätskraft», «Autoritätsgesinnung» oder «Autoritätsglauben». Das «Wesentliche des jesuitischen Strebens» bestehe darin, «systematisch diese Autoritätskraft, diese Autoritätsgesinnung auszubilden». Dies zu tun sei in «der katholischen Religion … nur eine Spezialleistung von Leistungen», «die auf anderen Gebieten ebenso auftreten, wo man es nur nicht so merkt.»

Jesuitismus außerhalb der katholischen Kirche

Um das Wirken des Jesuitismus zu erkennen, reicht es also nicht, in der katholischen Kirche zu suchen; denn er ist auch «in anderen Gebieten» der Gesellschaft wirksam. Nämlich überall da, wo versucht wird, das Autoritätsprinzip in unberechtigter Weise durchzusetzen. Dies auch dann, wenn es möglicherweise gar nicht der Jesuitenorden ist, der dies durch seine Agenten bewirkt, sondern
gewöhnliche Menschen, die den Orden vielleicht nicht einmal kennen. Solche Menschen sind «Jesuiten» in einem weiteren Sinne des Wortes, nicht als Mitglieder eines Ordens, sondern insofern sie dessen Zielen dienen, wenn auch unbewusst. Dabei braucht keineswegs nur an Personen in leitenden Positionen gedacht zu werden. Auch das «unterste» Glied einer Gemeinschaft ist mitverantwortlich für das, was geschieht. Etwa wenn es autoritätsgläubig ist und sich über diese – seine eigene – Autoritätsgläubigkeit Illusionen macht. Steiner sprach gar von einer «betäubenden Sucht, sich über den Autoritätsglauben Täuschungen hinzugeben», der in unsrer Zeit «ungeheuer gewachsen, ungeheuer intensiv geworden» sei. Kurz: Man ist autoritätsgläubig, merkt es aber nicht, hält sich möglicherweise gar für aufgeklärt und modern.

Autoritätsgläubigkeit ist also schon lange nicht mehr auf religiöse Gemeinschaften beschränkt, sondern ein gesamtgesellschaftliches Phänomen – auch in der Wissenschaft. Gerade «die moderne Menschheit» unterwirft sich «ganz und gar der Autorität». «Auf dem Gebiete der Medizin, auf dem Gebiete der Jurisprudenz, aber auch auf allen sonstigen Gebieten erklären sich die Menschen von
vornherein für unzuständig, ein Verständnis zu erwerben, und nehmen dasjenige nun, was die Wissenschaft sagt, hin.»

Jesuitismus in der Medizin


Besonders deutlich manifestiert sich das jesuitische Autoritätsprinzip in der Medizin: «Heute sehen wir bereits im Arzttum einen Jesuitismus heraufragen, der kaum anders ist als der Jesuitismus auf dem Gebiete der dogmatischen Religion. Wir sehen, wie gestrebt wird aus einer gewissen
medizinischen Dogmatik heraus nach einer Erhöhung der Macht des Ärztestandes. Das wird immer stärker und stärker werden.» Der Bezug zur Corona-Krise ist leicht erkennbar. Die medizinische Bevormundung und das damit verbundene Autoritätsgefälle sind ungeheuer gewachsen. Der Mediziner ist nicht mehr nur der bescheidene Helfer, an den sich der selbstbestimmte Mensch wenden kann, um freilassende Ratschläge über seine Gesundheit zu erhalten, sondern es werden Anweisungen gegeben und Verfügungen erteilt. In der Schweiz zeigt sich das beispielsweise an den extremen Weisungsbefugnissen, welche die Kantonsärzte erhalten. Aus «medizinischen Gründen» wird Milliarden mündigen Menschen verboten, ihrer Arbeit nachzugehen, ein Restaurant zu besuchen, ihren Angehörigen im Heim beizustehen, sich beim Sterben voneinander zu verabschieden, zu demonstrieren, unbehelligt zu reisen et cetera.

Hand in Hand damit geht eine entsprechende «medizinische Dogmatik». Man suggeriert, dass es nur eine wissenschaftliche Meinung zu Corona gäbe. Alle auftauchenden Fragen und Einwände werden durch dieses einheitliche autoritative Theorem beantwortet, das keinerlei Widerspruch duldet. Sei es die Frage nach der Gefährlichkeit oder dem richtigen Umgang: stets ist nur eine Antwort erlaubt. Nämlich die Erklärung der WHO, der Regierungen, ihren Chef-Medizinern und der Mainstream-Medien. Nur wer deren Einheitsdogma vertritt, erhält im Mainstream ein Forum (kleine Abweichungen sind freilich erlaubt). Alle anderen Mediziner und Wissenschaftler werden als «Irrlehrer» verketzert, ignoriert oder mit üblen Methoden diffamiert.

Steiners Vergleich zur katholischen Kirche ist also gut nachvollziehbar. Man denke etwa an die kirchliche Verketzerung Andersdenkender als «Irrlehrer» oder gar «Hexen», der Millionen unschuldige Menschen zum Opfer fielen. Während des katholischen Hexenwahns der frühen Neuzeit traute sich kaum jemand mehr, das Hexen-Narrativ öffentlich in Frage zu stellen; denn man musste befürchten, dann selbst als «Hexe» oder «Hexerich» verbrannt zu werden. Vergleichbar dazu trauen sich heute viele nicht mehr, eine vom Mainstream abweichende Meinung zu Corona zu vertreten. Denn es drohen Repressionen wie Jobverlust, soziale Ausgrenzung, öffentliche Diffamierung durch Medien und Politik («rechts-esoterische Verschwörungstheoretiker»), diverse Menschenrechtsverletzungen (Universitätsverbot für Ungeimpfte), bis hin zu behördlich -polizeilichen Maßnahmen, die an Gestapo-Zeiten erinnern (Hausdurchsuchungen bei anders – denkenden Richtern und Wissenschaftlern, Polizeigewalt und Behördenschikane).

Katholische Dogmatik hat den Hexenwahn hervorgebracht, medizinische Dogmatik den Corona-Wahn. Basierte das eine auf einer pervertierten religiösen Ideologie, also auf Aberglaube, so das andere auf materialistischer Ideologie – letztlich ebenfalls eine Form von Aberglaube, beruhend auf einer einseitig, reduktionistisch-mechanistischen Naturwissenschaft, die das Prinzip des Anorga-
nischen zum alleinherrschenden Prinzip allen Daseins erklärt. Glaubte man früher, überall würden Hexen lauern, um die Volksgesundheit zu bedrohen, so heute, dass uns auf Schritt und Tritt ein Killervirus nach dem Leben trachte. Meinte man einst, der vermeintlichen Gefahr mit abstrusen und grausamen Maßnahmen begegnen zu müssen, so tut man dies heute ebenfalls.

In beiden Fällen bildet die Autoritätsgläubigkeit der Massen den sicheren Boden, auf dem die Mächtigen noch mehr Macht und Geld anhäufen können. Auch die «Erhöhung der Macht des Ärztestandes» hat zweifellos einen neuen Gipfelpunkt erreicht. Was eine bestimmte Gruppe etablierter Mainstream-Mediziner – von Fauci bis Drosten – behauptet, ist zur technokratisch-totalitären Marschroute der globalen Politik avanciert. Ein medizinischer Bio-Totalitarismus ist entstanden, der die Menschheit bevormundet, unterdrückt und knechtet, kurz: «immer mehr einschnürt in das, was die Autorität über sie verhängt.» (Steiner)

Verwirrtes Denken als Folge von Autoritätsgläubigkeit

Die schlimmste Knechtung aber ist die mentale Knechtung, etwa durch mediale Meinungsmache und das Schüren von Autoritätsgläubigkeit. Schon 1911 prophezeite Steiner, der Autoritätsglaube werde furchtbare Formen annehmen und einen modernen medizinischen Gespensterglauben hervorbringen: «Diese mittelalterlichen Gespenster waren wenigstens anständige Gespenster,
aber die heutigen Bazillengespenster sind zu knirpsenhaft, zu unanständige Gespenster, als dass sie die Furcht begründen sollten, die zudem erst im Anfange ist und die da macht, dass die Menschen gerade hier, auf gesundheitlichem Gebiet, in einen Autoritätsglauben geraten werden, der furchtbar ist.»

Die aktuelle Zerschlagung der Zivilisation zeigt, wie furchtbar! Zu beklagen sind Milliarden extremer Einzelschicksale: totales wirtschaftliches Elend (Wanderarbeiter in Indien), Verdopplung der Hungersnöte, Massen-Suizide, Folter (z.B. durch Isolationshaft, die Aussetzung schmerzstillender Therapien in Heimen etc.), Kindesmisshandlung (z.B. Maskenpflicht für Erstklässler), psychische Demütigung und Traumatisierung, Persönlichkeitsveränderung durch
Gehirnwäsche und Propaganda, Zerschlagung organisch gewachsener sozialer Gruppen durch polit-medial erzeugten Meinungs-Fanatismus (Intoleranz), Tötung oder Schädigung Zigtausender durch wahllos verabreichte sogenannte «Impfstoffe», falsche Behandlung (Intubation) und Medikation (Remdesivir).

Viren sind bekanntlich noch «knirpsenhafter» als «Bazillengespenster»: kleiner als diese besitzen sie nicht einmal einen eigenen Stoffwechsel und den Status eines Lebewesens. Kritische Wissenschaftler bezweifeln zudem die behauptete Gefährlichkeit des Corona-Virus vehement. Doch die suggestive Autoritätsmacht der Mainstream-Medien überwältigt selbst intelligente Köpfe. «Die Menschen werden unter dem Einflusse einer solchen Autoritätskraft immer hilfloser und hilfloser». Das heißt sie werden unfähig, die reale Situation durch selbständiges Denken objektiv zu beurteilen. Ohne das mediale Dauerfeuer wäre jedem klar: Über 99% aller Menschen haben kein ernsthaftes gesundheitliches Problem mit Corona, folglich gibt es keine gefährliche Pandemie – schon gar nicht eine «Pandemie, Stufe 6», wie die WHO behauptet, der höchsten Alarmstufe. Das zeigt auch der Blick ins Ausland, beispielsweise nach Thailand. Interessant ist etwa das Interview von Prof. Dr. Dr. Haditsch mit Dr. Thomas Ly, Bangkok, im März 2021, von ServusTV.com, 05. Mai 2021.

Wie konnte es dennoch zur Ausrufung dieser höchsten Pandemie-Stufe kommen? Ein wichtiger Grund ist sicher: Weil die WHO die Definition dieser Stufe im Mai 2009 massiv abgeschwächt hat! Nach der ursprünglichen Definition war dafür notwendig, dass schwere Massenerkrankungen und Tote verifizierbar waren. Jetzt reicht es, wenn viele «Corona-Fälle» gezählt werden. «Corona-Fälle» aber bedeutet lediglich, dass Menschen positiv getestet wurden.
Ob sie krank sind oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Etwas Ähnliches hatte sich bereits 2009 im Zusammenhang mit der sogenannten «Schweinegrippe» abgespielt. Auch sie wurde von der WHO als «Pandemie Phase 6» ausgerufen, obwohl sie völlig harmlos war, wie heute allgemein bekannt ist. Kein Geringerer als German Velasquez, damals WHO-Direktor der Abteilung für öffentliche Gesundheit, fand hierzu klare Worte. Auf die Frage, ob die Schweinegrippe als «Pandemie, Stufe 6» hätte ausgerufen werden können, wenn die Definition vorher nicht geändert worden wäre, antwortete er mit Nachdruck: «Nein, weil der Schweregrad, also hohe Sterblichkeit eine Rolle gespielt hätte. Dadurch dass dieses Kriterium nicht mehr zählte, wurde die Ausrufung einer Pandemie vereinfacht.»

Aus «Geschichte lernen» würde in diesem Fall bedeuten, zu erkennen: lasst uns denselben Fehler bei Corona nicht wiederholen! Doch das Kind ist schon in den Brunnen gefallen. Was dabei vor allem deutlich wird, ist die fatale, weil zentrale Rolle der WHO, an deren Fäden die Staaten der Welt wie Marionetten hängen. Hat die WHO nämlich die Phase 6 erst einmal ausgerufen, müssen
sich alle Staaten so verhalten, als ob es tatsächlich eine gefährliche Pandemie wäre. Dann aber tritt auch für die Medien der «Katastrophenfall» in Kraft, demgemäß sie ihren Job machen müssen – und der besteht vor allem darin, die Sirenen anzuwerfen, um die Regierungen in ihren Maßnahmen zu unterstützen (was bei echten Katastrophen ja sinnvoll sein kann). Das heißt, sie müssen die Menschen warnen, am besten mittels möglichst krasser Schilderungen und Bilder. Handelt es sich jedoch um einen Fehlalarm, entsteht ein mentales Scheingebilde ein virtuelles Schreckgespenst, eine Flut illusorischer Vorstellungen in klugen und weniger klugen Köpfen. Das medial verwirrte Denken findet nun überall scheinbare «Bestätigungen» für das vermeintliche Wüten des Virus.

Auch das erinnert an die Zeit des Hexenwahns: «Ich bin erkrankt, nachdem ‹die Hexe› mich besucht hat.» «Ich habe Corona bekommen, nachdem ein ‹Ungeimpfter› mich besucht hat.» Man kommt nicht auf die Idee, das offizielle Narrativ zu hinterfragen und zum Beispiel die Frage zu stellen: Woher weiß ich überhaupt, dass es Corona ist, was ich habe? Wegen der Symptome? Fehlanzeige. Denn dieselben oder ähnliche Symptome gibt es bei vielen anderen Krankheiten. Auch der angeblich einzigartige «totale Geruchs- und Geschmacksverlust» wurde schon lange vor Covid-19 beobachtet; ebenfalls jene Symptome, die heute als «Long-Covid» bezeichnet werden. Dass es «Corona» ist, was ich habe, «weiß» ich also nur, weil der PCR-Test positiv ist. Auch der Arzt weiß es letztlich nur aus diesem Grund. Das Fatale dabei: dieser Test besitzt keine valide Aussagekraft, worauf etliche namhafte Wissenschaftler immer wieder eindringlich hingewiesen haben (von den
Massen-Medien geflissentlich verschwiegen).

Mit anderen Worten: man weiß in Wirklichkeit gar nichts. Es kann alles Mögliche sein – beispielsweise Influenza, doch danach wird ja seit Corona kaum noch gesucht. Kurz: der Erkenntniswert kursierender Geschichten über angebliche «Corona-Fälle» aus dem Bekanntenkreis
geht gegen Null. Man bewegt sich auf dem erkenntnistheoretischen Niveau von Kaffeekränzchen. Der mediale und politische Gehirnwaschgang hat eine heillose Verwirrung des Denkens erzeugt.

All das sind Dinge, die jeder erkennen kann, der aufhört, autoritätsgläubig zu sein. Wichtig dabei: das gilt nicht nur für Laien, sondern ebenso für Mediziner, in deren Ausbildung kritisches wissenschaftliches Denken keineswegs die Hauptrolle spielt, sondern das Auswendiglernen vor-
gegebener Inhalte. Eine autoritätsgläubige Grundhaltung wird also bereits im Studium veranlagt. Denn auch im Ausbildungswesen nimmt das jesuitische Autoritätsprinzip kontinuierlich zu.

Verstandesentwicklung durch Geisteswissenschaft

Die Dringlichkeit echter Bildung wird noch deutlicher, wenn das Corona-Desaster im Kontext eines größeren Entwicklungszusammenhangs begriffen wird. Die «Hilflosigkeit der Menschen in Bezug auf das Urteilen» beruht demnach nicht nur auf der forcierten Autoritätsgläubigkeit, sondern auf grundlegenden Entwicklungsgesetzen der menschlichen Kulturentwicklung. Diese vollzieht sich
gemäß Anthroposophie in aufeinanderfolgenden Kulturepochen mit jeweils unterschiedlichen Entwicklungszielen. In der Kulturepoche des sogenannten «vierten nachatlantischen Zeitraums» beispielsweise (747 v.Chr. bis 1413.n.Chr.) wurde den «Menschen als natürliche Gabe ein gesunder Verstand mitgegeben». Dies ist nach Steiner in der gegenwärtigen Epoche (1413 bis 3573 n.Chr.) so nicht mehr der Fall. Sondern heute müsse sich der Mensch den Verstand «erwerben, ihn entwickeln. Autoritätsgläubigkeit hält ihn zurück.» Gesunder Menschenverstand ist also heute keine Selbstverständlichkeit mehr, er muss erarbeitet werden. Eine wesentliche Hilfestellung dafür ist die
Anthroposophie. Sie kann helfen, urteilsfähiger zu werden – und zwar auch in Bezug auf Fachfragen, deren Beantwortung man sonst gerne Experten überlässt.

Steiner zufolge wohnt der Anthroposophie die Kraft inne, «durch die Art von Gedanken, die sie hat gesunden Verstand» zu entwickeln, «der heute aus größeren Tiefen hervorgeholt werden muss. Geisteswissenschaft macht uns nicht zu Medizinern, aber Geisteswissenschaft befähigt uns, dasjenige, was durch den Mediziner in das öffentliche Leben eintritt, zu beurteilen, wenn wir nur richtig in die Geisteswissenschaft hineindringen. Wird das einmal verstanden werden, was ich jetzt mit diesen Worten meine, dann wird man viel, viel von den heilsamen Kräften des fünften
nachatlantischen Zeitraums verstehen. Denn es ist sehr, sehr viel gesagt mit dem, was ich damit eigentlich meine, dass Geisteswissenschaft gleichsam ummodeln wird das menschliche Verständnis, so dass der Mensch urteilsfähig wird, Verstandeskraft entbindet aus seinem Seelenleben.»
Das eingehende Studium der Geisteswissenschaft bedeutet also nicht nur das Aufnehmen von Zitaten und angelesenen Wissensinhalten, … , sondern es hat eine bildende Wirkung, welche die «Verstandeskraft entbindet aus unserem Seelenleben». Es vermittelt nicht nur Inhalte, sondern entwickelt unser Verstandesorgan, bildet Fähigkeit heran: etwa die, Autoritäten zu beurteilen – und damit die Kraft, autoritäre Fesseln zu sprengen, den allgegenwärtig gewordenen Jesuitismus. Sie ist damit im besten Sinne des Wortes «anti-autoritär».

Eben das ist es, was der Mensch in Corona-Zeiten mehr denn je benötigt: die Fähigkeit, «dasjenige, was durch den Mediziner in das öffentliche Leben eintritt, zu beurteilen». Wer sich in die Anthroposophie einarbeitet, kann die Corona-Krise sachgemäß beurteilen.

Die Manipulation des Willens


Im Rahmen der Corona-Maßnahmen haben viele Menschen beschrieben, dass sie sich impfen ließen, obwohl sie es eigentlich gar nicht wollten. Überredungs- und Manipulationsmethoden schießen wie Pilze aus dem Boden, mittels derer das Establishment und deren Handlanger auf jede erdenkliche Weise versuchen, auf den Willen der Menschen einzuwirken. Der größte Teil dieser Überredungs- und Manipulationsmethoden wendet sich nicht an den freien, selbstbestimmten Menschen, indem man ihn freilassend und umfassend aufklärt, so dass er nach reiflicher Überlegung zu einer individuellen Entscheidung kommen kann. Im Gegenteil, man versucht die individuelle Entscheidungsinstanz des Menschen, wo es nur geht, zu umgehen, um möglichst direkt auf den Willen des Menschen einzuwirken.

Das aber ist nach Rudolf Steiner wiederum ein typisches Kennzeichen des Jesuitismus, was im Zyklus genauer ausgeführt wird. Dort wird beschrieben, wie jedes Mitglied des Jesuitenordens eine Schulung durchmachen muss, die «dem Willen eine gewaltige Stärke geben kann.»
Diese Schulung greife unberechtigterweise hinein in «ein Element, das als unmittelbar heilig gelten soll, wo man nicht hineingreifen soll: das Willenselement!» Das aber sei «gefährlich deshalb, weil dadurch der Wille so stark wird, dass er auch unmittelbar auf den Willen des anderen wirken kann. (…) Denn wo der Wille so stark wird durch die Imaginationen, das heißt durch okkulte Mittel, da erwirbt er auch die Fähigkeit, unmittelbar auf den anderen [Menschen] hinüberzuwirken.»

In welcher Verkleidung auch immer der Jesuitismus auftritt: man kann ihn daran erkennen, dass er im Kern nicht freilassend ist. Es entspricht daher dem Jesuitismus, suggestive Mittel aller Art zu benützen, um die denkende Individualität zu umgehen. Insofern dieses Vorgehen in der Corona-Maßnahmen-Krise Anwendung findet, darf sie mit vollem Recht als «Jesuitismus-Krise» bezeichnet
werden. Direktes Einwirken auf den Willen anderer ist eine Form von Magie – und gewiss keine weiße. Es ist daher interessant, was Steiner antwortete, als ihm die Frage gestellt wurde, wie man sich gegen Einflüsse schwarzer Magie schützen könne:

«Das beste Mittel ist, zu versuchen, seine Freiheit zu bewahren, seine gesunde Urteilskraft zu gebrauchen und sich seiner Vernunft zu bedienen. Wenn man darauf immer bedacht ist, setzt man sich keiner Gefahr aus, und man wird dann gar nichts von dieser Seite auszustehen haben. Freilich, wo heute der Autoritätsglaube eine so große Rolle spielt und die Sucht groß ist, allerlei Dinge zu erkennen bei dämmerhaftem Bewusstseinszustand, da ist es leicht möglich, dass schwarzmagische Kräfte einfließen.»

Corona als Sprungbrett zur Weltregierung


Wer glaubt, die Anmaßung der Autoritätsmacht, die in der Corona-Maßnahmen-Krise erlebbar ist, sei nicht mehr zu toppen, irrt. Der Jesuiten-Orden hat weitergehende Pläne. Sein Machthunger ist groß, das zeigt auch der Blick in die Geschichte. Er war nicht nur die «Speerspitze der Gegenreformation» und der Schöpfer des päpstlichen «Unfehlbarkeitsdogmas». Viele Jesuiten sympathisierten mit Faschisten wie Mussolini, Franco und Hitler. Selbst wohlwollende Geschichtsschreiber müssen zugeben: der Orden pflegte seit jeher eine große Affinität zur weltlichen Seite der Macht. ……

Es verwundert angesichts solcher Weltherrschafts-Visionen nicht, dass ein führendes Mitglied des Jesuiten-Ordens, kein Geringerer als Papst Franziskus, die Einrichtung einer politischen Weltregierung wünscht. Bekanntlich gibt es eine ganze Reihe anderer einflussreicher Persönlichkei-
ten, die dies ebenfalls wünschen. Gelänge es, eine Weltregierung einzurichten, würde damit der höchstmögliche Gipfel dessen erreicht, was Steiner als «das Wesentliche des jesuitischen Strebens» bezeichnete: das Autoritätsprinzip. Nun zwar nicht in der katholischen Kirche, sondern «auf anderen Gebieten […], wo man es nur nicht so merkt», nämlich in der Politik.

Da kommt eine «Corona-Pandemie» wie gerufen, die sich als regelrechtes Sprungbrett in Richtung
Weltregierung entpuppt. Sie liefert reichlich Argumentationsmaterial für eine Weltregierung. Der Spiegel etwa schrieb: «Falls es der Klimawandel und die Migrationstragödien der letzten Jahre noch nicht bewiesen haben – Covid-19 beweist es uns jetzt von Tag zu Tag: Krisen wie diese bräuchten eine Art Weltregierung – so vorläufig und unvollkommen sie unter dem Druck der sich überschla-genden Ereignisse auch sein mag.» Der frühere Premierminister und einflussreiche Banker Gordon Brown wurde noch deutlicher und forderte gar, es müsse ein «internationaler Befehlskörper» geschaffen werden, um das Virus zu bekämpfen. …

Unterdessen hat die WHO mittels Corona de facto bereits eine Art Weltregierung errichtet und ein global gleichgeschaltetes Regime installiert, durch das die Menschen «immer mehr eingeschnürt werden in das, was die Autorität über sie verhängt». Doch das soll nur der Anfang dessen sein, was uns blüht, wenn es der WHO und ihren Drahtziehern gelingt, das geplante Abkommen zur «Pandemievorsorge» durchzusetzen, das 2024 installiert werden soll.

Die «Freunde der Verfassung» schreiben zu Recht: «Es geht um nichts weniger als um die Selbstentmachtung souveräner Staaten, ihrer Regierungen und Parlamente.» Die WHO wäre ermächtigt, strenge Maßnahmen nicht nur zu empfehlen, sondern zu befehlen: Lockdowns, Imfpflicht, KZs, alles! Was hier droht, ist ein brandgefährliches totalitäres Regime schlimmster Sorte.

Die Überwindung des Jesuitismus durch freies Geistesleben

Durch das jesuitische Autoritätsprinzip droht die Menschheit «immer mehr eingeschnürt [zu] werden in das, was die Autorität über sie verhängt». «Das Heil» des gegenwärtigen Zeitalters aber wird «darin bestehen, gegen diese ahrimanischen Widerstände – denn solche sind es – geltend zu
machen das Recht der Bewusstseinsseele, die sich entwickeln will.» Wie Steiner in seinem Vortrag «Wir kann die seelische Not der Gegenwart überwunden werden?» ausführte, kann dieses Heil nur durch die Umsetzung dreier großer Ziele verwirklicht werden: «Soziales Verständnis, Gedankenfreiheit, Geist-Erkenntnis».

Die «Entwicklung der Bewusstseinsseele fordert Gedankenfreiheit, aber diese Gedankenfreiheit kann nur in einer ganz bestimmten Aura, in einer ganz bestimmten Atmosphäre gedeihen.» In
diesem Sinne kann es als ein voll berechtigter Impuls der Bewusstseinsseele angesehen werden, wenn derzeit viele Menschen einen freien Debattenraum fordern, in dem sich alle Wissenschaftler und Laien frei äußern dürfen – und nicht nur diejenigen, welche das herrschende Narrativ bedienen. Es spricht sich darin das Bedürfnis nach einem «freien Geistesleben» aus, das verwirklicht werden soll – nicht nur in der Presse, sondern im gesamten Bildungswesen. Insbesondere das Universitätswesen müsste dringend nach dieser Richtung hin reformiert werden.

Die Bewusstseinsseele ist jener Teil der menschlichen Seele, der sich für diejenige Wahrheit interessiert, die in sich selbst besteht, ohne Rücksicht auf persönliche Sympathien und Antipathien. Sie ist erfüllt von Wahrheitsliebe. Je mehr Stätten freien Geisteslebens entstehen, desto besser. Je mehr unabhängige Universitäten und freie Akademien gegründet werden, in denen sich diese Wahr-
heitsliebe entfalten kann, desto schneller können Zivilisationskatastrophen wie die Corona-Maßnahmen-Krise nachhaltig beendet werden. Gelingt es, solche Stätten freien Geisteslebens zu schaffen, so wird sich das Bedürfnis nach «Geist-Erkenntnis» ganz von selbst entfalten, aus den
natürlichen Anlagen der Menschen heraus. Geist-Erkenntnis ist ein elementares Bedürfnis der Bewusstseinsseele und muss nicht, wie der Jesuitismus, durch suggestive Mittel aufgedrängt werden.

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