Damit habe ich aufgehört. Dabei war ich eigentlich immer auf Demos, wenn es nötig war. Und unbequem sind Demos auch nicht erst seit Corona, das wissen aber die Leute nicht, die erst seit Corona mal „in echt“ und selber dort hin gehen. Es gab davor auch schon Polizeigewalt, Einkesselung, rechtswidrige Übergriffe, Knüppel und Traumatisierungen. Mit Gummigeschossen wurde auf uns geschossen und nein, das sind keine Smarties, sie können entsetzliche Verletzungen verursachen und bleibende körperliche Schäden, und mit Wasserwerfern inkl. Reizgas bin ich auch vertraut. Und auch das gab es: die Hinderung, überhaupt zum Veranstaltungsort zu gelangen mit allerhand Schikanen. Von der Polizei, wohlgemerkt. Das alles ist nicht neu.

Wir sind anständig und gutbürgerlich
Neu sind allerdings andere Dinge. Vielleicht auch deshalb, weil die heutigen Demos oft von Bürgerlichen veranstaltet werden und Helfer und Ordner auch bürgerlich sind. Das ist aber nur meine Vermutung, es kann auch anders sein. Gute Bürger halten sich gerne an Vorschriften, sie hinterfragen sie in der Regel nicht. Sie fragen vorab um Erlaubnis. Gute Bürger erwarten von anderen, dass sie sich gefälligst auch an Vorschriften halten und gute Bürger wollen in Ruhe ihre Veranstaltungen machen und nicht gestört werden. Deshalb neigen sie dazu, in vorauseilendem Gehorsam die vorhandenen Vorschriften gern besonders gründlich überzuerfüllen. Und wenn genug ist, dann ist genug und dann geht man heim zum Abendessen und danach ins Körbchen. Mutti macht das Licht aus.

Bei uns ist es nett und unterhaltsam
Sie machen ein schönes unterhaltsames buntes Programm. Es soll schließlich Spaß und Freude machen, einen Erlebniswert und Erholungswert bieten. Es soll für jeden Geschmack etwas dabei sein und ein jeder darf auf seine Kosten kommen. Es muß natürlich ordentliche Bühnen geben und es muß natürlich perfekt sein und schon auch auf höherem Niveau, die technische und sonstige Ausstattung muß natürlich dem Selbstwertgefühl angemessen sein. Man braucht natürlich auch Prominenz als Zugpferde und vor allem darf weder Programm noch Rede irgend jemanden zu nahe treten oder gar politisch unkorrekt sein. Sonst wird man geschimpft.

Wir sind keine Nazis!
Politisch unkorrekt ist heute bereits die schwarz-rot-goldene Fahne. Nein, man hat nichts gegen die Fahne, nur wurden andere Fahnen auch schon gesehen und da hatten aber die Mainstreammedien was dagegen. Das wollte man dann künftig nicht, man wollte nicht anecken, man wollte sich nicht in falsche Ecken drängen lassen von jenen, die schon immer gelogen und geframed haben, was ja jeder weiß. Man wollte schon ordentlich und anständig aussehen, deshalb wurden schlankweg alle Fahnen verboten. Ich selbst habe keine Deutschlandfahne, darum geht es nicht. Ich will aufzeigen, was hier los ist. Und weil es auch Transparente gab, die den Mainstreammedien nicht gefallen haben, wurden diese dann auch verboten. In keinem Land der Welt verbieten Organisatoren den Teilnehmern das Tragen ihrer Fahne, was sie mit Recht und voller Stolz gerne tun! Deutschland schämt sich so gründlich für seine Heimat und möchte so gern nett und brav sein, wie brave Kinder. Es war ein voller Erfolg: Niemand mehr nennt sie jetzt “Nazis”! Doch? Immer noch? Hmmm….

Tut mir leid, der Saal ist voll
Es war im letzten Sommer, eine Großdemo in einer Süddeutschen Stadt. Der Ordner ( nein, nicht die Polizei, die war gar nicht in der Nähe, es war ein Ordner!) ließ mich nicht durch eine Absperrung zum Veranstaltungsort. Der Platz sei voll, mehr Teilnehmer dürfe man nicht zulassen. Das sei nicht erlaubt. Großdemo. Nicht erlaubt. Die Anreise war weit und mühsam für mich. Die Rückreise ebenso. An diesem Tag habe ich beschlossen, auf keine dieser bürgerlichen Großdemos mehr zu gehen. Ich beschränkte mich in den folgenden Wochen auf kleinere Demos.

Wir sind hygienisch einwandfrei
Die kleinen Demos möchten gern genau so toll sein wie die großen Vorbilder. Buntes Nachmittags-Programm unter peinlichster Einhaltung der Vorschriften, was dazu führte, dass sehr gewissenhafte Ordner auch auf Einhaltung achteten auf ihre eigene Weise. Man durfte mit Maske und Abstand gegen Maske und Abstandsregel demonstrieren, manchmal allerdings nur an etwas abgelegeneren Orten, damit man die Menschheit nicht so stört und nicht so aufffällt. Teilnehmer, die keine Maske trugen, begann man bald zu separieren. Ich schreibe nun extra dieses Wort: Separieren! Manchmal sogar mit Absperrung zwischen den guten Demonstranten und den schlechten Demonstranten. Die schlechten Demonstranten versauten einem ja auch immer das Bild einer guten, ordentlichen und folgsamen Demo. Wie sieht das auch aus! Doch immerhin wird seitdem nicht mehr berichtet, die Demos seinen Infektionsherde. Das sagt man immer noch? Hmmmmm…..

Maskerade mit Tanzbär
Zum „Bühnenprogramm“ will ich an dieser Stelle nicht viel sagen. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass ein bunter Kindergeburtstag nicht die geeignete Show ist, wenn man gegen einen Vernichtungskrieg demonstriert. Falls man das tat oder tut, was ich manchmal nicht so recht mehr glauben kann.
Vorschriften, Drangsalierereien durch Ordner, also theorietisch durch die „eigenen Leute aus eigenen Reihen“. Vorauseilender Gehorsam, gründlichste Pflichterfüllung, Maske, Abstand, Beschränkung der Teilnehmerzahl wegen Infektionsrisiko. Ein Widerstand, der sich selbst lächerlich macht. Was wäre eine Demo von Tierschützern, die Tanzbären auf den Bühnen vorführen?

Wir lieben unsere Peiniger
Ich beschränkte mich also darauf, ab und zu im Netz zu schauen, was auf Demos los ist. Massivste, brutalste Polizeigewalt, vorwiegend gegen Frauen, am liebsten gegen kleine schlanke Frauen, gegen alte Frauen oder Schwangere. Darum herum die „Freunde“, Ehemänner, Gleichgesinnten. Keiner hilft. Weil man das nicht darf. Man darf nicht helfen, wenn eine Frau von bulligen und aufgerüsteten Kerlen mißhandelt wird, sogar auch dann nicht, wenn es lebensgefährlich wird für die Frau. Man darf sie nicht schützen. Und weil man das nicht darf, Nothilfe leisten, tut Mann es natürlich nicht, als ordentlicher Bürger. So schade um die Frau jetzt, aber man darf halt nicht, gell? Es geht gesittet zu in Deutschland. Man ist folgsam. Man ist ein guter und braver Bürger. Ich verzichte inzwischen auch darauf, ich verzichte darauf, eure Demos auf Videos anzuschauen. Es ist mir peinlich. Es erschüttert mich. Es macht mich fassungslos. Ich bekam mehrmals Brechreiz. Ja, die Polizeigewalten haben mich erschüttert. Doch schlimmer waren die anderen. Die “Eigenen”. Das ertrage ich nicht mehr.
Von den Bühne kommt Musik, sehr schöne Musik, manchmal zum Weinen schön! Und schöne Sprüche kommen von dort. Wir lassen uns nicht spalten, alle dürfen zu uns gehören (aber nur mit Maske und Abstand und ohne Fahne und ohne Transparent). Wir sind friedlich. Wir bleiben friedlich. Wir halten zusammen, wir sind eine Familie. Wir sind die neue Menschheitsfamilie. Wir machen Herzchen für euch, liebe Polizisten. Danke liebe Polizisten. Wir helfen einander.
Nebenan wird eine hochschwangere Frau von lieben Polizisten mißhandelt, liegt auf dem Boden, schreit, winselt. Eine andere wird verprügelt, erhält von lieben bulligen und gepanzerten Polizisten Faustschläge in den Nacken, mehrmals. Die Männer, die Freunde der neuen Menschheitsfamilie rufen den lieben Polizisten zu, sie mögen doch bitte aufhören. Das filmen sie dann. Eine heroische Tat. Doch das Positive daran ist, in allen Medien wird berichtet, die Demonstranten seien allesamt friedlich. Nein, das wird nicht bereichtet? Wie, das Gegenteil? Hmmmm….

Vorschrift ist Vorschrift
Es geht mir nicht darum, Gewalt und Gegengewalt zu schüren. Notwehr und Nothilfe sind keine Gewalt. Und vorauseilender Übergehorsam und bedingungslose Folgsamkeit sind nicht Voraussetzung für einen gelungenen Widerstand.

Dieser Widerstand ist echt brandgefährlich, Leute! Die Eliten müssen erzittern, wenn sie nur daran denken! Es wird das erste Mal in der Weltgeschichte sein, dass man mit Folgsamkeit und Gehorsam gegen den „Feind“ einen Vernichtungskrieg abwehren oder beenden kann. Die ganze Welt schaut auf Deutschland und staunt. Wir sind wieder wer. Wir sind Vorbilder! Es geht eben nichts über Ordentlichkeit und Rechtschaffenheit. Vorschrift ist Vorschrift, Dienst ist Dienst und Schnapps ist Schnapps, da führt eben kein Weg daran vorbei. Danke für all das!

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