Lachen oder heulen, man hat die Wahl. Mein Mann zog das Lachen vor, schon weil es gut fürs Immunsystem ist, als er mir ein 6-seitiges Schreiben vorlegt, welches sich „Infektionsschutzkonzept für Posaunenchöre“ nennt.

Es gibt gesonderte Vorschriften für Proben, musikalische Veranstaltungen ohne oder mit Gottesdienst. Räumliche Gegebenheiten sind zu berücksichtigen. Hier macht sich bezahlt, wenn man eine gute mathematische Ausbildung hat, siehe unten. Dann nämlich kann man genau berechnen, wie viel Kubikmeter Raum eine Person pro Minute Aufenthalt im Raum verbrauchen darf („….Raumbedarf von 0,5 m 3 pro Person und eine Minute Probendauer. Das ergibt bei 40 Minuten Probendauer einen Raumbedarf von 20 m 3. pro Bläser.. „)

Das Hygienekonzept der Kirche selbst stellt noch einmal mathematische Fähigkeiten auf eine harte Probe: „…Pro musizierender Person stehen minimal 5 qm Fläche zur Verfügung. Bei Gottesdiensten und Veranstaltungen mit Zuhörenden ist die auf Gemeinde- bzw. Zuhörerplätze entfallende Raumfläche nicht einzubeziehen. Sofern die lichte Raumhöhe im Bereich der Musizierenden im Schnitt weniger als 4 Meter beträgt, erhöht sich die Fläche pro Person auf 6 qm, sofern die lichte Raumhöhe im Schnitt weniger als 3,50 Meter beträgt, erhöht sie sich auf 7 qm, sofern sie im Schnitt weniger als 3,00 Meter beträgt, erhöht sie sich auf 8 qm. …“

Ich empfehle wirklich, die Anhänge zu sichten, es ist himmlisch!

Datenerfassung fürs jüngste Gericht

Das darf natürlich niemals fehlen: die Überwachung. Was 5G nicht schafft, schaffen die Nachfolger Christi mit Leichtigkeit. Es ist schön, dass Menschen aufeinander achten. Sie geben ihre Daten an und geben auch an, ob der Nebenmann sich anständig und korrekt verhalten hat oder auch nicht. Selbstverständlich ist man entweder Geimpft, Getestet oder Genesen. Die 3 heiligen „G“, das kommt von „G“ wie Gott. Zudem hatte man zusätzlich keinen Kontakt mit Infizierten oder Verdächtigen. Ein Datenblatt hilft, die Verfolgung straffällig infektiös gewordener Brüder und Schwestern im Geiste ausfindig zu machen. Siehe Anhang.

Eckpunkte christlicher Verantwortung

Orginaltext der evangelischen Kirchen:

Eckpunkte einer verantwortlichen Gestaltung von Gottesdiensten in den Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland

Der Schutz des Nächsten ist eine dem Glauben an den dreieinigen Gott innewohnende Forderung; insofern werden im Folgenden Selbstverpflichtungen der evangelischen Kirchen formuliert, die nicht allein den virologischen Einsichten Folge leisten, sondern auch den eigenen ethischen Einsichten zum Schutz der Nächsten. Die akkurate Beachtung der folgenden Regelungen entspricht daher der Eigenverantwortung aller Akteure und wird in den jeweiligen Landeskirchen bzw. Regionen unter den dort obwaltenden Näherbestimmungen umgesetzt. Zugleich werden diese Selbstverpflichtungen der evangelischen Kirchen im Blick auf eventuell weitere Lockerungen und/oder Festlegungen der Bundesregierung regelmäßig überprüft und entsprechend angepasst“ https://www.evangelisch.de/inhalte/169435/08-05-2020/gottesdienstregelungen-deutschland

Halleluja, ich glaube an die heilige Hygiene!

Gotteshäuser, zugänglich für Geimpfte, Genesene, Getestete. Aussätzige, also Menschen ohne „G“, dürfen nicht mehr mitspielen. Ungeimpfte, Ungetestete, was ist los mit euch? Zahlt ihr noch Kirchensteuern? Glaubt ihr an solche Stellvertreter Gottes? Wird es nicht allmählich Zeit, erwachsen zu werden, den Kleinkindglauben und die Abhängigkeit von Machthabern abzulegen und nun endlich zu erkennen, dass Gott überall ist und vor allem dort: in Dir! Und der Gott, den ich kenne, der hat nichts mit Lügen zu tun, nichts mit Vernichtungskriegen, nichts mit Zerstörung und Gewalt. Er ist ein liebender Gott und er sagt: Ich bin die Wahrheit.

Ist die Nachfolge Christi nicht genau dort zu leben, zwischen den Menschen, im Alltag, in all unseren Handlungen oder Unterlassungen? Ist nicht dies der tägliche Gottesdienst, um den es in Wirklichkeit geht? Ist nicht unser gelebtes Leben unsere Aussage darüber, wer wir in Wahrheit sind? Ist nicht in unserem Alltag unser wirkliches Glaubensbekenntnis zu finden? Wo sucht ihr denn euren Gott? In einem zensierten Gotteshaus, in welches nur Zutritt hat, wer sich unterwirft unter ein menschenverachtendes System? Wo sucht ihr denn euren Gott, der euch gesagt hat, er sei mitten unter euch, wenn ihr zusammen seid und gut zueinander seid? Hat er nicht zu euch gesagt, er sei euer Nächster, und was ihr eurem Nächsten tut, das tut ihr auch ihm?

Private Rechnung

Beim Mittagessen diskutiere ich mit meinem Mann über all das. Schade für ihn. Er darf nicht und will unter diesen menschenverachtenden und gotteslästerlichen Bedingungen nicht mehr mitspielen. Doch probt er immerhin täglich zu Hause. Und zwar in unserem Wohnzimmer. Deshalb habe ich nachgerechnet. Bei der Größe und der gegebenen lichten Höhe unseres Wohnzimmers müßte er mit einem Bein im Flur bleiben, sonst wirds zu knapp, da ja immerhin Möbel drin stehen, die einen Teil der Raumluft verdrängen. Außer, wenn er seine Probezeit etwas reduziert, etwa um 4,5 Minuten und alle Fenster gleichzeitig zum Quer-und Längslüften öffnet. Das allerdings mag der Nachbar nicht, eine Posaune macht immerhin für Nachbars Ohren Lärm. Er kann es schon so nicht ertragen und kämpft regelmäßig mit seiner Wumme dagegen an, damit das „Ave Maria“, das „Halleluja“, der „unüberwindlich starke Held St. Michael“ und sonstiges, was mein Mann so spielt, dessen Nerven nicht so zerrüttet.

Gottserbärmlich

Menschen, wacht doch endlich auf. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Ok, ihr habt euch verrannt, habt euch verarschen lassen, habt euch selbst geschädigt und evtl liebe Menschen behandelt wie Stück Dreck oder schlimmer. Sie werden euch verzeihen, wissen sie doch, dass ihr euch habt Gehirnwaschen lassen, dass ihr euch habt belügen und betrügen lassen. Dass ihr nur brav sein wolltet. Doch diese gequirlte Scheiße, die man euch täglich von allen Seiten vorsetzt, das könnt ihr doch beim besten Willen nicht ernst nehmen, so doof seid ihr doch nicht wirklich. Es ist peinlich, sich so verrannt zu haben, noch peinlicher ist es doch aber, dieses mörderische „Spiel“ weiter mitzumachen! Menschen, steigt jetzt einfach aus und dann habt ihr auch nichts mehr, wofür ihr euch so gottserbärmlich schämen müßt.

Nachtrag (Ein Mensch schickt diesen Artikel einer Bekannten und kommentiert folgendes dazu:)

“So etwas bekomme ich jeden Tag, oft sogar mehrmals geschickt. Heute musste ich mir aber den Bauch halten vor Lachen, sonst wäre er geplatzt. Aber es ist auch zum Heulen, denn in unserer schönen Dorfkirche kann ich mir kaum vorstellen, wie sie wie die Gorillas an Seilen hängend hin und her schwingen und die Abstände messen und markieren mit weißen Pinselquasten, die so richtig umher spritzen mit der Markierungsfarbe. Der kontrollierende Pfarrer muss ja ganz voll gekleckert sein in seinem Schutzanzug mit eingebauter Lüftungsanlage nach Vorschrift. Der tut mir fast leid, weil er doch ein Unschuldiger ist mit reinem Herzen, in dem nur Jesus allein wohnt, wie er schon als Kind betete. Das waren noch Zeiten, sogar im Krieg haben sie Posaune blasen können, wenn die von Gott geschützte Wehrmacht wieder einen Sieg errungen hatte. Da erklang dann auch im Volksempfänger die Musik von Franz Liszt (die RUSSLAND-FANFARE), die jeder kannte, von den unzähligen Siegen über den allbösen Feind und Ost und West, im Norden und im Süden. 
Es schauerte uns Kinder immer vor Wonne! Uns wurde ja der sichere Endsieg versprochen (aber das war nicht zu halten am Ende, denn dann haben sie sich reihenweise, vor dem End-Sieg davon laufend, freiwillig umgebracht samt Frauen und Kindern!!!., und waren nicht vorher ausgetreten aus der Kirche. Schreckliche, unmenschliche Zeiten! Da ist doch heute einfach richtig vorauseilender Gehorsam, einfach Spitze!”
Danke für diese erfrischende Beigabe, lieber Herr!

Anhang mit den unrühmlichen Gehorsamkeitsregeln, die mich stark an etwas erinnern:

Räumliche Gegebenheiten für Posaunenproben:

Berechnungsgrundlage für die max. Anzahl der Teilnehmenden ist der Raumbedarf von 0,5 m 3 pro Person und eine Minute Probendauer.

Das ergibt bei 40 Minuten Probendauer einen Raumbedarf von 20 m 3. pro Bläser. Je nach Raumgröße muss die Probendauer und die Personenzahl entsprechend angepasst werden. Die Richtlinien aus dem landeskirchlichen Schutzkonzept sind zu berücksichtigen.

Der Mindestabstand zwischen den bei der Probe Anwesenden beträgt nach allen Seiten 2 m.“

Es gelten natürlich die allseits beliebten AHA-Regeln, das proben im Freien ist dem Proben im Raum vorzuziehen, Lüftung ist genau vorgeschrieben mit Intervall, Dauer und Art der Lüftung (Quer-und Längs-und Durchzugslüftung), … „CO2-Ampeln oder Apps können helfen, den Lüftungszeitpunkt nicht zu lange hinauszuzögern. Der Einsatz mobiler Lüftungsanlagen wie z.B. UVC-Luftreiniger ergeben andere, entsprechend angepasste Raumnutzungen. Bei Einsatz einer Klimaanlage muss vorher mit dem Hersteller deren Funktion im Hinblick auf eine Aerosolanreicherung oder -verminderung abgeklärt werden. … Für Proben und Aufführungen (nicht bei Gottesdiensten) ist von allen Teilnehmenden ein Nachweis über Impfung, Genesung oder Testung erforderlich, der in geeigneter Weise zu kontrollieren ist…“

Datenerfassung:

Jeder Teilnehmende hat durch Ausfüllen einer Teilnahmeerklärung (Muster in Anlage 1) seine Anwesenheit zu dokumentieren.“

Teilnahmeerklärung (Muster)

Vor Beginn der Veranstaltung auszufüllen:

Datum: ………………………. Ort/Kirche: ………………………. Uhrzeit Ankunft im Gebäude: …………………

Name: ………………………………………………………………………………………………………………………………….

Telefon: …………………………………………..und/oder Mobiltelefon: …………………………..

(Bitte ankreuzen)

  • Ich nehme am gemeinsamen Musizieren auf eigene Verantwortung teil.

  • Die Verhaltensregeln sind mir bekannt.

  • Ich hatte nach meiner Kenntnis in den vergangenen 14 Tagen keinen Kontakt zu einer mit dem neuen Coronavirus infizierten Person.

  • Es liegen nach meiner Kenntnis keine Gründe für häusliche Selbstisolation oder Quarantäne bei mir vor.

  • Ich fühle mich gesund und habe keine erkältungsähnlichen Symptome.

  • Ich bin seit mehr als 14 Tagen vollständig geimpft.

  • Innerhalb der letzten 6 Monate war ich mit COVID-19 infiziert (nachgewiesen durch positiven PCR-Test) und bin vollständig genesen.

  • Innerhalb der letzten 24 Stunden wurde bei mir ein Schnelltest auf COVID-19 mit negativem Resultat durchgeführt.

Nach der Veranstaltung auszufüllen:

Uhrzeit des Verlassens des Gebäudes: ………………………………….

Beim Musizieren waren meine unmittelbaren Nachbarn (allseits):

……………………………………………………………………………………………………

Besondere Vorkommnisse (z. B. Abstand ohne Mund-Nasen-Schutz > 2m, Abstand mit Mund-Nase-Schutz > 1,5 m, …): ……………………………… … …………………………………………………….… …………………………………………………………………………..…

Aus dem Hygienekonzept der Kirche selbst:

Schutzkonzept für die kirchenmusikalische Arbeit (Hygienekonzept)

der Evang. Kirchengemeinde……………. / des Evang. Kirchenbezirks……………………………….

in: (genaue Bezeichnung des konkreten Probenraums)………………………………………………….

Straße: ……………………………………..PLZ…………… Ort………………………………………………

Gültig ab……………………………… Gültig bis auf weiteres / Gültig bis………………….

Fläche des Raumes: …………. qm durchschnittliche Raumhöhe ………… m

Hieraus errechnete Maximalzahl von Personen im Raum: ………… Personen

Vorgabe des Schutzkonzepts Kirchenmusik der Ev. Landeskirche in Württemberg:

Pro musizierender Person stehen minimal 5 qm Fläche zur Verfügung. Bei Gottesdiensten und Veranstaltungen mit Zuhörenden ist die auf Gemeinde- bzw. Zuhörerplätze entfallende Raumfläche nicht einzubeziehen. Sofern die lichte Raumhöhe im Bereich der Musizierenden im Schnitt weniger als 4 Meter beträgt, erhöht sich die Fläche pro Person auf 6 qm, sofern die lichte Raumhöhe im Schnitt weniger als 3,50 Meter beträgt, erhöht sie sich auf 7 qm, sofern sie im Schnitt weniger als 3,00 Meter beträgt, erhöht sie sich auf 8 qm. Bei sehr kurzen Musizierdauern kann der Flächenbedarf etwas reduziert werden. Die aus der Landescoronaverordnung sich ggf. ergebene Höchstzahl von Personen ist zusätzlich zu beachten. …“

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