Nein, das ist kein Scherz und es ist auch ausnahmsweise nicht Satire. Jedenfalls nicht diese Überschrift. Das hier ist das „beste“ Deutschland und es soll ein zivilisiertes Volk sein, sagt man, sich seiner „Werte“ bewußt und traditionsverbunden. Es ist Weihnachten. Ja, ich weiß, mancherorts hat es 30 Grad. Plus, wohlgemerkt. Und Nein, es handelt sich hier NICHT um den entsetzlichen „Klimawandel“. Es ist jetzt Juli, da sind diese Temperaturen normal. Das nannte man in meiner Kindheit und Jugendzeit einfach „Sommer“, und es gab regelmäßig Hitzefrei in der Schule. Wenn nämlich die Temperatur am Vormittag bereits auf 28 Grad hochkletterte, dann war gegen 11 Uhr oder halb 12 Uhr Schulschluß! Und wir rannten zum Badesee, falls vorhanden und bekamen ab und zu Sonnenbrand, wenn wir zu doof waren, aufzupassen. Ganz ohne Ozonloch.

Wir lassen uns unsere christlichen Werte nicht dauerhaft nehmen!

Wie also kann jetzt Weihnachten sein, was fällt mir also ein, meinen Lesern ausgerechnet heute ein Frohes Weihnachten zu wünschen? Ganz einfach: zu der Zeit, wo dieser Gruß und Wunsch üblich ist, wo er nämlich hingehört seit Jahrhunderten, da wurde das kurzerhand verboten. Es gab weder Weihnachtsmarkt noch fröhliche Konsumorgien und Shopping bis zum Zusammenbruch, ebenso wenig wie schöne Feiern im Kreise der ganzen Familie. Und Gesang gabs ja sowieso nicht, schon lange nicht. Viel zu gefährlich, ja, potentiell tödlich gar!

Doch man kann nicht alles mit den Menschen machen. Nein, das rächt sich. Sie könnten aufmucken, sich wehren oder noch schlimmeres. Einen Aufstand. Bürgerkrieg. Brennende Strassen und eingeworfene Scheiben in allen Behördengebäuden. Eine Art Weihnachtskristallnacht am Ende! Nein, der Deutsche kennt seine Traditionen und legt großen Wert darauf. Das Wesentlichste läßt er sich nicht ungestraft nehmen, seine Kultur, seine Wurzeln, seinen Glauben, seine Sprache, seine Werte! Deshalb wird das jetzt nachgeholt, denn wer weiß schon, was im Dezember sein wird, die wievielte Welle über uns rollen wird mit aller Wucht und die Straßen wieder und wieder voller Leichen sind, die kaum noch einer wegschaffen kann. Das Wesentlichste muß man ihm lassen, dem Deutschen.

Christus – das heißt: Glühwein und Einkaufsfreude!

Deshalb findet jetzt der Weihnachtsmarkt statt. Mit Glühwein. Mit vielen Buden, wo man einkaufen kann. Die Weihnachtskugeln mit dem aktuell – modischen Dekor und den trendigen Farben für Dezember 2022 etwa. Früher Vogel fängt den Wurm. Kerzen, Lichterketten, Adventskalender, kunstvoll geschnitzte Grippenfiguren original aus Taiwan. Und der Nikolaus kommt täglich, am frühen Abend, für die Kinderlein. Ortsansässige Chöre werden vielleicht die schönen Lieder vortragen, mehrstimmig, die man aus dem Radio kennt. Da geht das Herz auf.

Was? Das soll ein Witz von mir sein, eine Beleidigung gar? Wie könnte ich? Hier bitteschön:

Dinkelscherben holt ab heute Weihnachtsmarkt nach: In Dinkescherben wird heute der Weihnachtsmarkt eröffnet.“ https://www.imsueden.de/hitradio-rt1/dinkelscherben-holt-ab-heute-weihnachtsmarkt-nach-232162/

Brot und Spiele

Hand aufs Herz, es kommt ja nicht wirklich auf ein Datum an. Und auf Christus ja genau genommen auch nicht. In zivilisierten Gegenden gehts um was anderes. Und nebenbei: ich finde, man sollte Fasching nicht vergessen – oder Karneval, je nachdem, wie es wo genant wird. Der Leser weiß, was ich meine, es ist nun einmal auch unser Kulturgut. Es geht um unsere Wurzeln und Traditionen, da verstehen wir eben einfach keinen Spaß. So mancher schöne bunte Umzug ist ausgefallen, und einen recht anständigen Faschingsball gab es auch nicht, wo man so richtig sie Sau rauslassen konnte. Wie wärs denn damit: Weihnachtsmarkt im Juli, Faschingsumzug und Sause im August, Ostern nachholen im September. Dann kann man alles sozusagen auf einem Rutsch durchziehen zu einer Zeit zwischen den Wellen sozusagen, wo die Leute ja eh Zeit haben, mit der sie nichts anzufangen wissen. Nicht jeder kann sich heute noch einen Sommerurlaub leisten und das 9 – Euro – Ticket ist ja letztlich doch etwas in Verrruf geraten. Dann hat man jetzt was, was die Menschen ruhig hält und sie in ihren elementarsten Bedürfnissen befriedigt. Was soll man sonst tun in der Sommerzeit, in der Ferien – und Urlaubszeit, was soll man denn um Himmels Willen sonst mit sich selbst anfangen?

Kulissenleben

Ach, da fällt mir noch was ein. Das hat jetzt zwar gar nichts mit dem Thema zu tun, doch schreibe ich es gleich hier mit rein, sonst muß ich extra nochmal einen Artikel machen. Eine Freundin hat mir ihren Kommentar geschickt zu meinen Artikeln über Kunst. (https://www.hexen-heuler.de/lebens-kunst/)

Sie schrieb mir:

Liebe Elke, ich hatte mir das … über die ‘Kunst’ – Frage ausgedruckt und heute im Botanischen Garten …. gelesen – es ist sehr gut wieder mal, auch die Anmerkungen, was der ‘normale’ – fast kann man schon sagen, fast ent-menschlichte – Mensch wichtiger findet. Und wie Individualität schon weiträumig verloren gegangen ist. …

Vielleicht ist das ganze Leben von ‘Deko’ bestimmt – dh wie stelle ich mich dar, wie kleide ich mich und wie wirke ich nach aussen… das ewige Posieren und Fotografieren der Leute gegenseitig macht mich ganz krank –

Früher haben wir über die Japaner gelacht, die sich an den Sehenswürdigkeiten fotografiert haben – das hatte aber so einen tieferen ‘Sinn’ darin, dass sie festhalten wollten, dass sie wirklich da waren. Und heute ist das ganz anders. Im Gegenteil halten sie eigentlich fest, dass ‘sie’ wichtig sind und alles andere nur Kulisse und Pose.

Nun gut: um so wichtiger zu wissen, dass es MENSCHEN gibt, die sich dann auch finden, auch auf der Ferne, so wie wir in unserem schönen Austausch. …“

Also habe ich ihr geantwortet, wie das bei uns noch so üblich ist, altmodisch, wie wir beide eben sind:

Liebe …., danke für deine Rückmeldung zu meinen Artikeln. Ja, die ganze Welt ist eine Art Kulisse für aufgeblasene Egos, Narzißten und hilflose viel zu große “Kinder”, die die Orientierung völlig verloren haben.
Sie würden sich auch mit einer restlos zerstörten Welt, leblos und voller Trümmer, strahlend fotografieren und sich gegenseitig ihre Selfies zusenden. Als Beweis, das es sie gibt und dass sie dazugehören, zur Masse der Gechipten und Verblödeten.
Ich muß mir ständig Mühe geben, sie als Menschen zu sehen. Und bewundere Gott, dem man nachsagt, voller Güte zu sein und sie alle zu lieben.
Liebe Grüße an dich, Elke“

Mir fällt noch ein Spruch ein, den man früher so ab und an sagte, der mir heute eine ganz andere Bedeutung hat:

Außen Hui und innen Pfui!“

Und noch etwas, was mir immer mehr auffällt:

Schau die Menschen an, schau ihnen in die Augen, schau auf deren Leben oder das, was sie darunter verstehen. Du wirst bei vielen genau das bemerken: „Da ist niemand mehr zu Hause.“

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