Es ist schlimm, schon lang, und seit „Corona“ geschieht hier eine Entwicklung, die kaum wahrzunehmen ist für die meisten Menschen. Ich rede jetzt nicht von all den Gesetzen und Verordnungen, von Tyrannen und Diktaturen, von Gewalt gegen die Menschen und all das.

Und für viele Leser ist das, was ich nun schreibe, vielleicht harter Tobak oder sie lachen mich aus oder schimpfen über mich. Doch das darf nun keine Rolle mehr spielen. Ich möchte euch allen etwas sagen. Und bitte euch einfach nur, es für einen Moment für möglich zu halten, dass es da noch mehr gibt als das, was wir sehen können, dass das, was ich schreibe, wahr sein könnte. Könnte!

Stell dir vor…

Nun stellt euch vor, es ist jetzt Frühjahr, die Bäume, Büsche und Blumen, alles treibt Blätter und wächst. Doch es kommen keine Blüten, nicht einmal Gänseblümchen oder Löwenzahn. Nichts. Oder stellt euch vor, ihr geht an Hyazynthen vorbei, am Fliederbusch, durch ein Rapsfeld, in einem Tannenwald, und da ist kein Duft. Da ist nichts in der Luft, kein Geruch, gar nichts. Stellt euch vor, ihr sitzt an einem See und es ist Wind, und da ist kein Wellengekräusel, nichts, der See liegt da wie tot. Ihr sitzt in einem Konzertsaal, die Musiker vorn beginnen, ihr seht es, die Streicher bewegen den Bogen, die Bläser machen dicke Backen, doch ihr hört nichts, keinen Ton. Das würde euch doch auffallen, oder nicht? Das sind unsere Sinne, die all das wahrnehmen würden, beziehungsweise, sie würden nichts wahrnehmen. Weil da nichts ist.

Zusätzliche Sinne sind kein Un – Sinn!

Doch es gibt vieles, was wir mit unseren gewöhnlichen Sinnen nicht wahrnehmen können. Manche können zusätzliches wahrnehmen, das ist allerdings selten. Manches davon kann man üben. Es gibt mehr als das, was wir gewöhnlich wahrnehmen können.

Stellt euch vor, ihr könntet mehr wahrnehmen, etwa könntet ihr Düfte „sehen“, ganz zart. Ein Fliederbusch wäre dann umhüllt von einer zarten lila durchscheinenden Wolke, einer Duftwolke. Direkt um den Busch herum ist die Wolke dann sehr dicht und von der Farbe kräftiger, weiter weg wird die Farbe immer dünner, blasser, durchscheinender, bis man die Wolke nicht mehr wahrnehmen kann.

Und nun stellt euch vor, ihr könntet noch mehr wahrnehmen: lachende und spielende Kinder hätten auch eine Art Wolke um sich, die Musik eines Musikers könntet ihr nicht nur hören, sondern auch sehen, kleine und große Wellen in verschiedenen Farben, miteinander spielend. Könnt ihr mir folgen? Könnt ihr euch das einfach nur mal vorstellen? Könnt ihr euch vorstellen, dass es so sein könnte, dass all das farbige Wolken und Düfte und Klänge hat oder produziert, was geschieht?

Abgesagt und verboten

Und nun ist es so: Es finden keine Konzerte mehr statt, es feiern und tanzen und lachen die Menschen nicht mehr, es spielen und toben die Kinder nicht mehr, es stehen die Menschen nicht mehr beisammen, um miteinander zu sprechen. Es singen die Menschen nicht mehr. Da sind die spirituellen oder religiösen Feste und sie fallen aus oder sind still, ganz still. Es gibt keine Versammlungen von freudig erwartungsvollen und staunenden Menschen mehr auf Weihnachtsmärkten, bei Osterfeuern, auf Frühjahrsbasaren, auf Flohmärkten, auf Sommerfesten der Vereine und bei privaten Feierlichkeiten. Man macht keine Wanderung mehr mit Freunden, um danach einzukehren. Es gibt so vieles nicht mehr. Es fehlt.

Und hättet ihr eben zusätzliche Sinne, würdet ihr genau so innehalten, und um euch schauen, lauschen, ähnlich mancher Tiere, die plötzlich wie „aufhorchen“, weil sie spüren, der Sturm kommt. Manchmal merkt man das, wenn die Welt still wird, das irgendwas nicht stimmt und dann sieht man am Horizont ein Gewitter aufziehen. Da ist ja auch plötzlich irgendwas, was fehlt. Der kleine Wind, die Geräusche, die Vögel verstummen. Manche Menschen „horchen“ da auf, sie bemerken das.

Dünn und leer

Und nun fehlt all das oben beschriebene in der Welt, so lange schon, und es ist bemerkbar. Es ist still, da fehlen „Düfte“ „Klänge“, zarte „Wolken“, die sonst immer entstanden sind durch das Lachen, durch die Freude, durch die Musik, durch das Feiern, durch das Spielen, durch das Leben.

Hättet ihr hierfür Sinne, dann würdet ihr das bemerken. Ihr würdet erkennen: es fehlt, das Wesentlichste fehlt. Wie ein Frühjahr ohne Blüten und ohne Duft, wie ein Konzert ohne Musik. Die Welt würde euch farblos erscheinen. Leblos. Und es würde euch erscheinen, als würdet ihr nie satt werden durch das Essen von Speisen, ihr würdet hungrig bleiben, ihr würdet durch all das, was da fehlt, hungern. Und ihr würdet langsam verhungern. Ihr würdet spüren, wie ihr schwächer werdet und kraftloser.

Und das ist kein Märchen oder eine blöde Geschichte. Es ist die Wahrheit. Und über das dunkle, schleimig-klebrige, lähmende, welches sich in diese Leere hinein ausbreitet und alles erstickt, habe ich noch nicht gesprochen.

Lebt!

Bitte macht es euch bewußt. Und lebt wieder. Ihr seid keine Betonklötze. Ihr seid Lebewesen und ernährt euch tatsächlich von weitaus mehr als das Zeug auf eurem Teller. Denkt an eure ungelebte Spiritualität. Denkt an euren Ausdruck eurer Lebendigkeit und Kreativität. Ihr werdet noch gebraucht, Menschen, und zwar lebend und kraftvoll. Lasst euch nicht ersticken, verhungert nicht. Lebt!

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