Dieser Artikel ist gedacht hauptsächlich für Menschen, die noch nicht ganz im Materialismus versunken sind und wissen, dass es außer dem Körper und allen Dingen auch noch Seelisches und Geistiges gibt. Sie wissen, dass es eine geistige Welt gibt. Sie wissen, dass wir Menschen eine geistige Heimat haben, dass unser Leib nach dem Tod vergehen wird, nicht jedoch unsere Seele und unser Geist. Deshalb wissen sie, dass es eine Zeit für uns gibt, bevor wir zur Erde kommen und dass es eine Zeit gibt, wenn wir die Erde verlassen. Viele wissen darum, dass der Geist des Menschen wiederkommen kann. Für jene ist es eine Tatsache, dass es Wiedergeburt gibt und eine Zeit, die man Ungeborenheit nennen könnte und dass es eine nachtodliche Zeit gibt, eine Zeit zwischen den Leben als Mensch auf der Erde. Wer das für Humbug hält, mag diesen Artikel einfach nicht zur Kennntnis nehmen, mit ein wenig Toleranz ist das machbar.

Wer allerdings von oben Genanntem weiß oder auch ahnt und für möglich hält, der sei eingeladen, diese Gedanken zur Kenntnis zu nehmen und vielleicht auch, sie zu durchdenken, doch nicht nur mit dem Intellekt, sondern vor allem mit seiner Herzensweisheit.

Der Kopf ist rund….

Mein Auto ist 30 Jahre alt und hat noch kein Cockpit, Kommandobrücke auf deutsch. Da gibts noch eine Warnlampe, falls Öl nachgefüllt werden muß. Sie sollte nicht aufleuchten, tut sie es doch, wird es unangenehm, und zwar so richtig. So etwas gibt es im Leben auch. Wenn ich ehrlich bin, habe ich diese Warnlampe oft ignoriert, und wenn sie mich störte, habe ich sie, weil ich keine Zeit hatte oder weil ich nichts davon wissen wollte, weil ich nicht wollte, dass da was ist, was so nicht sein sollte, sprichwörtlich zugeklebt, um sie nicht mehr zu sehen. Dann hat es angefangen zu „stinken“. Ok, Fenster auf, gut lüften. Dann hat es in meinem Leben gehörig geruckelt und es gab unangenehme Geräusche. Nun mußte ich handeln. Oftmals tat ich einfach noch mehr von dem, was nicht funktioniert. Dann hats geknallt. Ende. Und ich beklagte mich darüber, dass das Schicksal so ungerecht ist zu mir. Doch mein Schicksal war gut zu mir. Es hat mich gewarnt, mehrmals. Ich wollte nicht hören. Ich hätte mir ja mal Gedanken machen können. Im Nachhinein betrachtet, muß ich sagen: Ich hätte reagieren können, um Schlimmeres zu verhindern. Der Kopf ist rund, damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können.

Und wenn man Jahre später darauf zurückschaut, erkennt man oft, dass die Krise, das „böse“ Schicksal, ein Geschenk war. Es war eine schwere Zeit, aber es gab Veränderungen dadurch, für die ich heute dankbar bin. Meistens jedenfalls. Oft dachte ich, mein Leben ist eine Aneinanderreihung von Schwierigkeiten. Und ich wußte nicht, wofür das alles sein soll. Heute denke ich, mein Leben war eine Aneinanderreihung von Ausbildungen „besonderer Art“, von Weiterentwicklungen. Um mein „Eisen zu schmieden“, mußte ich mehrmals durchs Feuer. Und heute ist sozusagen die Feuerprobe.

Wir sind freiwillig hier, weil wir das gewünscht haben

Diese Zeit, die wir heute erleben, ruft uns alle auf, jetzt sind wir gefragt, jetzt kommt es darauf an, jetzt ist die Zeit der Wahrheit und der Bewährung. Noch niemals zuvor war die Menschheit in einer solchen Bedrängnis und in einer solchen Gefahr. Noch niemals gab es einen solchen Angriff. Übermächtig, wie es scheint. Doch genau zu dieser Zeit wollten wir hier sein auf dieser Welt, alle, die wir jetzt leben. Und wir kleben jetzt nicht die Warnlampe zu! Wir jammern jetzt nicht. Wir erkennen: Dies ist unsere Aufgabe, deshalb wollten wir hier sein, genau jetzt. Wir wollten unseren Beitrag leisten in dieser Gefahr. Wir wußten genau, wir werden dann, wenn es soweit ist, wenn wir in größter Not beim Namen gerufen werden, alles geben, alles tun, unermüdlich, um die Not zu wenden. Wir wollten unser ganzes Leben dafür einsetzen gegen diese Übermacht, wissend, dass wir nicht allein gelassen werden. Uns wurde versprochen, dass wir Hilfe bekommen von überall her, wenn wir nur unsere Aufgabe tun. Unsere wichtigste Aufgabe seit vielleicht unzähligen Leben.

Wir wußten von den vielen Helfern, sichtbaren und unsichtbaren und wir wußten auch, dass wir sie nur zu bitten brauchen und unsere ersten Schritte tun müssen, so werden sie uns mit tausend Schritten entgegenkommen. Wir hatten uns vorgenommen, dieses unser Leben für diese entscheidende Zeit zu schenken. Wir wußten, wir müssen alle Kraft und allen Mut zusammen nehmen, unermüdlich, wir müssen wieder aufstehen, falls wir fallen, uns wieder hochziehen, falls wir resignieren. Und das wollten wir so, wir haben es uns zugetraut, es war unser Wunsch, das zu tun. Wir wollten helfen!

Der Wahrheit ins Gesicht schauen

Es ist nicht leicht, und es ist schmerzlich, dieser Wahrheit ins Gesicht zu schauen. Der Wahrheit, was in dieser Welt wirklich los ist. Und auch der Wahrheit, wer wir wirklich sind und was wir uns einmal vorgenommen hatten. Dass wir es sind, die gerufen werden, dass wir es sind, die es nun tun müssen. Dass wir es sind, die diesem Bösen ins Gesicht schauen müssen, standhaft bleiben müssen, nicht weichen dürfen, keinen Schritt. Es ist nicht leicht, trotz all dem die Wahrheit zu sagen, sie auszusprechen, das Böse bei seinem Namen zu nennen, jeden Tag aufs neue. Aber das haben wir gewußt, dass es nicht leicht sein wird und wir wollten alles geben, alles, um in dieser Not zu helfen, unseren Beitrag zu leisten. Nicht ab und zu, wenn wir mal Zeit haben, oder am Wochenende mal, oder bei Gelegenheit, oder hier ein bißchen und dort ein bißchen. Nein, mit allem, was wir sind und mit allem, was wir an Fähigkeiten zur Verfügung haben. Darauf haben wir hin gearbeitet, viele Leben lang.

Wir wollten alles geben

Kleben wir denn jetzt noch die Warnlampe zu und reden uns ein, so schlimm wirds schon nicht werden, andere werden schon eine Lösung finden? Oder denken wir, es hätte ja doch keinen Zweck, was würde es schon nützen, unser bißchen Widerstand? Sind wir immer noch nicht aufgewacht? Erinnern wir uns immer noch nicht? Flüchten wir immer noch in unsere kleinen Tagesbelanglosigkeiten? Reden wir uns immer noch ein, wir würden ja bald die Schuhe anziehen und marschieren, doch müsse man ja gründlich überlegen und man warte nur noch auf eine Organisation, die anführen möge, dann würde man ja mitlaufen? Machen wir uns immer noch vor, im Alltag könne man ja nichts bewirken, und so allein auch nicht, und es würde nichts nützen, wenn nicht alle, alle anderen auch…? Verstecken wir uns immer noch hinter unseren Ausreden? Haben wir es denn wirklich so ganz und gar vergessen, wer wir sind, woher wir kommen, was wir so unbedingt wollten? Ist das, was wir tun, denn wirklich alles, was wir zu bieten haben, jetzt, wo die größte Not ist, die alles entscheiden wird zum Guten wie zum Schlechten? Jetzt, in diesem Vernichtungskrieg?

So viele Augen schauen jetzt auf uns…

Die noch Ungeborenen warten auf unsere Schritte und Taten und schieben uns mit ihren kleinen Händen von hinten, wenn wir nur in die Gänge kommen. Die Verstorbenen warten, dass wir nun mit aller Kraft beginnen und rufen die Engel herbei, wenn sie sehen, dass wir uns erinnern und handeln. Alle lichtvollen Wesen der geistigen Welt wollen uns entgegen eilen, unseren Rufen zu ihnen Folge leisten, was sie nur können, wenn wir in Freiheit darum bitten. So viele lebende Brüder und Schwestern, im Moment noch mutlos, können sich uns anschließen, wenn sie nur sehen, was wir tun und sie ermutigen. Werden wir nun tun, was wir so unbedingt wollten, weshalb wir hier sein wollten, gerade jetzt in der dunkelsten Zeit der Menschheit? Wollen wir nicht endlich darauf vertrauen, dass Mut und Kraft wachsen, sobald wir sie nur nutzen wollen, und dass alles Sinn macht, auch wenn wir den Sinn jetzt noch nicht sehen können? Wir sind nicht allein. Wir werden gerufen. Wir sind diejenigen, auf welche wir die ganze Zeit warten!

Sieghafter Geist
Durchflamme die Ohnmacht
Zaghafter Seelen.
Verbrenne die Ichsucht,
Entzünde das Mitleid,
Dass Selbstlosigkeit,
Der Lebensstrom der Menschheit,
Wallt als Quelle
Der geistigen Wiedergeburt.
(Rudolf Steiner)

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