Ich bekomme Post, mein Mann legt mir einen rosa Briefumschlag auf den Tisch. Aufdruck: „Beiliegend: die Waffe der Frau.“ Das will ich wissen, er auch und ich öffne und suche nach der Waffe der Frau. Aber der Reihe nach:

Aus dem Begleitschreiben:
„Sehr geehrte Frau Grözinger, …Was wäre aus Ihnen geworden, wenn sie in einem Entwicklungsland aufgewachsen wären? Eine Haussklavin, eine Wasserträgerin,..? Wir Frauen in Deutschland können unsere Stärken entwickeln, weil wir in einem freien Land leben. Nur den wenigsten Mädchen in Armutsregionen ist dieses Glück vergönnt. Vielmehr werden sie unterdrückt, diskriminiert….“

Mir kommt fast das Mittagessen wieder hoch aus Zorn. Ja, mir wurde gesagt, Zorn stünde einer Dame nicht an, zudem sei das zu emotional, von daher minderwertig. Doch habe ich jemals behauptet, eine Dame zu sein? Immerhin weiß ich, Dame schreibt man groß, wie jedes Sachwort.

In keiner Weise will ich die entsetzliche Not der Frauen in der Welt und vor allem in diversen Ländern klein reden oder negieren. Sie ist unerträglich und es ist ein abscheuliches Verbrechen, das seit Jahrzehnten nicht nötig wäre. Doch dies ist ein extra Thema. Man müßte darüber nachdenken, woher diese Armut dort kommt, wer von den Kriegen profitierte, die diese Länder zerstört haben und warum sie geführt wurden. Man müßte fragen, wer genau diese Länder ausgebeutet und bestohlen hat, die Lebensgrundlagen der Menschen dort zerstört hat und warum. Wohin all die sogenannten Entwicklungshilfen der letzten Jahrzehnte geflossen sind, in wessen Hand, in welche Investitionen, und wer davon profitiert hat. Nicht jedenfalls die Armen. Dort kamen die Hilfen größtenteils nie an.

Und dass es uns Menschen hier in den reichen Ländern besser geht, ist mir bekannt und ich bin dankbar für so vieles. Doch habe ich den Verdacht, das „Gefälle“ zwischen Mann und Frau in unserem Land ist nicht anders als das in den armen Ländern, nur auf anderem Niveau.

Und jetzt das hier:
„…Wir Frauen in Deutschland können unsere Stärken entwickeln, weil wir in einem freien Land leben….“

Ach wirklich? Wer definiert eigentlich, welches die weiblichen Stärken sind und wer beurteilt eigentlich, ob wir Frauen die Stärken, die wir entwickeln wollen, entwickeln können oder dürfen?
Und wir leben in einem freien Land, ja? Vor einiger Zeit hätte ich gesagt: „Nun ja, immerhin freier als manch andere Länder“. Heute sage ich das nicht mehr. Wer noch rätselt, wie ich auf so etwas komme, möge sich ein wenig auf meinem Blog hier umschauen. Kein Wort mehr dazu an dieser Stelle.

„…Vielmehr werden sie unterdrückt, diskriminiert….“
Ja, auch das ist richtig, absolut richtig und das ist noch nett ausgedrückt. Und auch hier wieder: in diesen Ländern hat das alles noch eine ganz andere Dimension, das weiß ich.
Aber ich weiß auch selbst, was Unterdrückung und Diskriminierung als Frau bedeuten, wie sie sich anfühlen, jeden Tag, im Alltag, und das können oder wollen Männer wohl nicht ahnen, wie dieses Gefühl ist, das Erleben. Sie haben eine ganz andere Realität. Fast eine Parallel-Welt ist das. Und nein, das heilt man nicht mit Gender! Ganz und gar nicht, das einzige, was da weggegendert wird, ist das Denken des Weiblichen und somit die letzte Erinnerung daran, die ausgelöscht wird. Ist das Denken der Weiblichkeit unmöglich und die Erinnerung daran verschwunden, wird das Weibliche endgültig vernichtet sein. Nach jahrtausende langer Prozedur hat man es dann endlich aus der Welt geschafft.

„Kinderheirat und Mensch zweiter Klasse oder Bildung und freie Entfaltung?… Denn gebildete Mädchen können ihre Fähigkeiten entwickeln und entscheiden selbst, wen sie wann heiraten und wieviele Kinder sie bekommen möchten. Sie haben eine größere Chance, eine bezahlte Arbeitsstelle zu erhalten und so dafür zu sorgen, dass ihre Kinder genug zu essen haben und die Schule besuchen können.“

Um Mißverständnisse zu vermeiden: ich halte Bildung für wichtig, ich finde Zwangsheirat entsetzlich. Alles sollte hier unternommen werden, um Abhilfe zu schaffen. Und zwar endlich einmal richtig. Und Bildung muß neu gedacht werden, es wird Zeit hierfür, auch bei uns. Bildung in unseren reichen Ländern bedeutet: die Kinder frühzeitig zu funktionierenden Häkchen für die Wirtschaft zu krümmen und zurecht zu stutzen. Ja, stutzen. Sie werden all ihrer innewohnenden Würde und Vielfalt beraubt. Das Denken lernen sie ganz offensichtlich nicht, das ist auch nicht gewünscht, sie haben zu gehorchen und zu konsumieren. Das sieht man jetzt, seit 2020 spätestens, dass das Denken bei den Menschen, man hat fast den Eindruck, vor allem bei sehr gebildeten Menschen, nicht mehr so recht klappen will.

Dennoch: Ist ein gebildetes Mädchen oder eine gebildete Frau automatisch kein Mensch zweiter Klasse mehr? Wo leben diese Leute eigentlich, die mir diesen Brief hier schicken und für wie blöd halten die mich denn? Und sie haben dann, natürlich, bessere Chancen, eine Lohnarbeit zu bekommen, um ihre Kinder zu ernähren. Aha. Ich suche im Inhalt des Briefes, wo die Väter der Kinder sind und was die so tun werden in diesem neuen gelobten Land. Vielleicht passen diese ja dann auf ihre Kinder auf, wo die gebildete Frau doch nun ihrem lukrativem Job nachgeht den ganzen Tag. Ich frage mich nebenbei, wie das bei mir war. Konnte ich durch meine Schulbildung „meine Fähigkeiten entwickeln“? Ich bin froh, lesen und schreiben gelernt zu haben, und über so manch anderes auch. Doch ich habe weder denken gelernt in der Schule, das mußte ich später selbst entwickeln, noch konnte ich irgendwelche Fähigkeiten entwickeln. Welche denn? Gestopft mit totem Wissen wie eine Weihnachtsgans, welches auf Befehl genau so wieder ausgespuckt werden sollte für eine gute Note, und alles andere zerschlagend, das war es genau genommen.

Und ich nehme nicht an, dass die so liebevoll verwendeten Spendengelder etwas anderes hervorbringen, falls diese überhaupt dort ankommen, bei den Mädchen. Und wenn, zu welchem Preis?

Ich lese weiter in beigefügtem Prospekt mit rührenden Geschichten.
„Mädchen, die zur Schule gehen, heiraten meist später, …was hilft….die Geburtenrate zu senken…“
So, jetzt kommen wir der Sache also langsam näher. Daher also der gesteigerte Wunsch, der Mädchen habhaft zu werden, in dem man sie in sogenannte Schulen steckt, alle miteinander. Wenn ich jetzt Verschwörungstheoretiker wäre, würde ich tatsächlich in Erwägung ziehen, dass die Möglichkeit besteht, das Spendengeld kommt, wie es oft zu sein scheint, gar nicht bei den Mädchen an. Es wird vielleicht verrechnet. Mit der WHO etwa oder ähnlichen Institutionen, die ihre eigenen Pläne haben und die eingegangenen Gelder evtl „Bedarfsgerecht verteilen“. Und wenn Bedarf an Impfstoffen besteht für diese Länder, die evtl, wie bereits geschehen sein soll, junge Mädchen und Frauen unfruchtbar machten, (wenn nicht gar schlimeres) oder machen werden, na, dann ist das Ziel der „Geburtenkontrolle“, was für ein perfides Wort!, erreicht. So manches Brot…für arme Länder kam dort als Impfstoff an, sagt man.

„Zahlreiche Studien (!) belegen: Bildung für Mädchen bedeutet Entwicklung nicht nur für die Mädchen selbst, sondern auch für die Zukunft ihres Landes. … Wenn wir Mädchen stärken, fördern wir auch eine gerechtere Welt ohne Hunger und Elend. …“

Es würde ja schon genügen fürs erste, die ganzen Kriege mit ihren Profiten für die Reichsten der reichen Länder einzustellen und dieses Corona-Lockdown-Lügentheater zu beenden. Da nützen keine Spendengelder, solange der Coronawahn alles zerstört und die Ärmsten zuerst. Ist nicht die völlige Vernichtung und Bevölkerungsreduktion der Sinn hinter all dem? Ich sollte diese Worte nicht schreiben. Sie verniedlichen ja, was hier geschieht seit langer Zeit und seit einem Jahr offensichtlich: es ist ein globaler Vernichtungskrieg!

Und jetzt hier diese Propaganda, mit so schönen Wörtern und Sätzen. Ich kenne sie, diese Manipulation. Das Beste in den Menschen ansprechen: Herzensgüte, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft. Und das Rühren an die Sehnsucht nach einer freien, gerechten Welt ohne Hunger und Elend, Schutz und Fürsorge für die Kinder und Frauen. Freie Entfaltungsmöglichkeiten. Glück und Wohlstand.

So wie wir es täglich hören: Die Schwächsten unserer Gesellschaft brauchen unseren Schutz und unsere Solidarität. Deshalb werden sie jetzt weggeimpft. Es geht natürlich um unsere Sicherheit und unsere Gesundheit, deshalb wird uns alles genommen und zerstört, was menschengemäß ist, inklusive unsere Würde, von Gesundheit ganz zu schweigen.

Nein, ich denke, mehr muß ich hierzu nicht schreiben. Es ist empörend, einfach nur widerlich, alles zusammen. Als ob irgendeiner in dieser Weltelite auch nur mit der Wimper zuckt über all das Elend, mehrt es doch die eigene Macht und den eigenen Reichtum. Wie seit ewigen Zeiten.

Möglicherweise meinen die Initiatoren dieser Sache es wirklich gut. Doch ob das „meinen“ mit der Wirkung dann übereinstimmt, weiß ich nicht. Wenn nicht: Herr, vergib ihnen, denn sie wissen (hoffentlich) nicht, was sie tun.

Ach ja, da war ja noch „Die Waffe der Frau“, beiliegend.
Ein blauer Holzbleistift mit kleinem rosa Aufdruck „Die Waffe der Frau“.
Ich schaue meinen Mann an. Er versteht nicht sofort, manchmal braucht er etwas länger, vielleicht ist er auch irritiert über seine zornessprühende Gemahlin.
„Die Waffe der Frau“, fauche ich, „ein Bleistift. In dieser rundum digitalisierten Welt und Herrschaft der Künstlichen Intelligenz einen Bleistift für die Frau!“

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