Ein aufgebrachter Anruf bei mir dieser Tage:

Stell dir vor, was jetzt hier rumgeistert. Mir wurde tatsächlich gesagt, Merkel und Söder seien Lichtgestalten. Sie hätten sich für uns geopfert, um uns aufzuwecken. Sie täten das nur, damit wir aufwachen und die Dinge nun endlich zum Guten wandeln, die seit so vielen Jahren und Jahrzehnten im Argen liegen. Ich bin so fassungslos, ich wußte gar nicht mehr, was ich sagen soll!“

Was soll man da auch sagen. Dennoch ist mir sofort etwas eingefallen, was ich entgegnet hätte. Ein kleines Beispiel nur:

„Stell dir vor, eine Person bemächtigt sich einer anderen Person und quält sie wiederholt aufs Bestialischste. Und begründet es damit, sie wolle nur erreichen, dass die gequälte Person ihre Opferrolle erkennt und dies in Heilung bringen kann.“

Ich verzichte an dieser Stelle darauf, die Quälerei auszuschmücken. Das wird nicht nötig sein. Es genügt, die Augen aufzumachen und zu sehen, was wir hier seit langem erleben und erleiden. Dass diese Person, die andere quält, nicht aus guter Absicht handelt, eine schwere psychische Störung hat und dass sie höchst gefährlich ist, liegt auf der Hand.

Man könnte, wenn man wollte, auch geschichtliche Bezüge hernehmen. Hat nicht das Grauen des Dritten Reiches dazu geführt, dass die Allgemeinen Menschenrechte entstanden sind, die laut Papier jedenfalls für alle Nationen der Welt bindend sind und die Basis für unsere Grundrechte gelegt? Waren deshalb die Gräueltaten gut und deren Anstifter Lichtgestalten?

Natürlich ist es schlimm, wenn ein Mensch im nahen Umfeld, dem man vielleicht schon viele Jahre sich verbunden fühlt, einem so etwas, wie eingangs beschrieben, um die Ohren knallt, und das auch noch ernsthaft, aus scheinbar voller Überzeugung. Was ist da los? Ich kenne diese Person nicht, doch habe ich mehrere Vermutungen, die solchen „Gedankengängen“ zugrunde liegen könnten. Die offensichtlichste, am weitesten verbreitetste Ursache heutzutage ist wahrscheinlich die Angst.

Über die Angst

Angst! Natürlich. Wer hat heute nicht Angst, ganz egal, wovor. Sei es ein sogenannter Virus, sei es die Angst vor dem Sterben, Angst, aus der Gemeinschaft hinausgeworfen zu werden nur weil man nicht konform geht, sei es die Angst, die Wahrheit anzuschauen, die Wahrheit in der Welt und vor allem die eigene Wahrheit bezüglich der Frage, wer man selbst ist, was man hier eigentlich tut oder unterläßt. Viele haben Angst vor den Dingen, die jetzt gegen uns installiert werden, um uns in einer Diktatur zu versklaven und uns zu entmenschlichen.

Es kann helfen, sich mit dem Thema Angst auseinander zu setzen. Sie ist zum einen wertvoll und andererseits auch hinderlich bis gefährlich oder krankmachend. Angst kann sowohl bewusst als auch unbewusst wirken. Sie dient uns zuerste einmal als Warnsignal vor Gefahren, etwa vor Bedrohungen hinsichtlich der körperlichen Unversehrtheit, aber auch, und das ist heute besonders interessant: sie warnt uns davor, in unserer Selbstachtung, in unserer Würde, in unserem zutiefst Menschlichen oder in unserem Selbstbild bedroht oder angegriffen zu werden. Und was geschieht eigentlich mit uns seit so langer Zeit, und besonders seit „Corona“? Dies ist ein psychologischer Krieg, der natürlich auch unsere körperliche Unversehrtheit massivst angreift, jedoch ganz besonders aber unsere seelische und geistige Gesundheit.

Dieses Warnsignal der natürlichen Angst bewirkt in der Regel, wenn es gesunde Abläufe sind, ein verschärftes Bewußtsein, eine gesteigerte Präsenz und Wahrnehmungsfähigkeit. Und hier scheint das Problem zu liegen: Wir haben zu viel davon. Systematisch werden wir seit mindestens einem Jahr massivst mit Angstmacherei drangsaliert, rund um die Uhr, um die für die Herrschenden gewünschte Wirkung zu erzielen: Unterwerfung, Gehorsam, Zerstörung der Gesundheit und des gesunden Menschenverstandes, ja, Zerstörung von allem, was menschengemäß ist. Natürliche Reaktionen auf angstmachende Situationen sind Kampf oder Flucht. Wird Angst zum Dauerzustand und oder auch jede natürliche Reaktion darauf von oben unterbunden, bestraft, hat man ein Problem. Das führt bei zu großer Intensität zu unangepassten Reaktionen und selbstschädigendem Verhalten.

Und hier sind wir bei den Phänomenen, wie sie in unserem Land und sicher auch überall sonst auf der Welt täglich beobachten können und die sich zeigen in solchem Verhalten und solchen „Sprüche“, wie eingangs geschildert. Setzt man sich nicht mit den Ängsten und der Realität auseinander, bleibt einem nicht mehr viel anderes übrig, als auf Vermeidungsverhalten auszuweichen. Dies liegt so vielen „esotherischen Verirrungen“ zugrunde, die man überall erlebt und man kann es auch an so vielen Menschen erleben im Alltag, Esotherik hin oder her.

Unangemessene Reaktion auf Angst: Vermeidungsstrategien

Schafft man es nicht, sich mit realen Bedrohungen angemessen auseinanderzusetzen oder flüchtet man stattdessen in Ausweichmuster, kann das sehr ungesund sein. Krankhaft übersteigerte oder nicht rational begründbare Angst ist eine psychische Erkrankung und wird Angststörung genannt.

Jedoch gibt es Situationen, in der die Bedrohung gegen das Individuum oder das Kollektiv übermächtig sind, wie es sich etwa im Leben in diktatorischen Tyrannenstaaten zeigt. Hier braucht man schon ein gewisses Maß an innerer Stärke, die durchaus zu trainieren und zu verbessern ist, wenn man sich darum bemüht.

Das Vermeidungsverhalten jedoch versucht, der Angst möglichst auszuweichen. Dazu gibt es verschiedene Verhaltensmuster. Die Psychologie beschreibt einiges dazu und die esotherische Bewegung hat da noch ihre eigenen Werkzeuge:

Bagatellisieren: man versucht, Angstgefühle und auch Angstauslöser vor sich und anderen herunterzuspielen. Beispiele: „Wenn erst mal alle geimpft sind, wird alles wieder normal. – Sie meinen es gut, du wirst schon sehen. – Es gibt doch so viele staatliche Hilfsgelder!…“ oder esotherisch: „Es ist alles eins, also ist alles gut“

Das Verdrängungsverhalten versucht, Angstgefühle zu unterdrücken mit übertriebener und unangepasster „Geschäftigkeit“ oder mit Suchtverhalten und ähnlichem. Esotherisch: „Sorge dafür, dass du dich immer gut und verbunden fühlst. Das Licht ist überall…“

Durch Leugnen der Tatsachen blendet man Anzeichen von Bedrohung aus dem Bewusstsein aus. Man kennt es ja, die panische Abwehr von Beweisen und Belegen für das, was hier wirklich geschieht: „Lass mich in Ruhe mit deinen Sachen da, das will ich nicht lesen, das will ich nicht wissen. Das ist alles Fake!“ Esotherisch: ignoriere das Negative, konzentriere dich auf Positives. Jedoch ist die Weigerung, kritische Informationen wirklich anzuschauen, nichts weiter als die Entscheidung, in Unwissenheit, in der Ignoranz, und somit also unbewusst und ohnmächtig zu bleiben.

Das Übertreibungsverhalten wiederholt und überzieht Handlungen zur Beruhigung des inneren Notstandes. Drei Masken übereinander, Maske aufsetzen, wenn man allein im Wald spazieren geht, pathologisches Desinfizieren und so weiter.

Angst vor der Wahrheit

Ich habe so oft den Eindruck, die größte Angst der Menschen ist die Angst vor der Wahrheit. Wenn die Wahrheit angsteinflößend ist, nützt es nichts, die Wahrheit zu leugnen, einen schlimmeren Fehler kann man gar nicht machen! Jeder weiß, dass es hilfreich ist den „Feind“ zu kennen. “Alles was durch Wahrheit zerstört werden kann, sollte es auch.“ sagt ein Spruch, der Verfasser ist mir leider nicht bekannt. Das bedeutet auch: die Wahrheit kann nicht dein Feind sein! Deshalb bin ich überzeugt, dass es helfen kann, sich mit dem Thema Angst einfach einmal grundsätzlich zu befassen und sich notfalls tatsächlich fachliche Hilfe zu suchen. Ich habe einige Artikel geschrieben und hier auf meinem Blog veröffentlicht, in welchen ich zahllose Tipps gebe, welche die innere Kraft und den Mut stärken. Man möge deshalb auch gerne mal die „älteren“ Artikel aufrufen und lesen, sie sind nicht „überholt“, sie sind leider noch immer mehr als aktuell!

Hier möchte ich noch ein paar nützliche Gedankenanstöße zur Verfügung stellen, die zusätzlich zu meinen Tipps in den älteren Artikeln hier helfen können, klarer zu sehen, was immer hilfreich ist. Denn wer klar sieht, kann klar denken, wer klar denkt, kann vernünftig handeln und auch gut für sich selbst sorgen. Ganz klar ist aber auch dies: das Leben in einer Diktatur ist einfach bedrohlich, das ist eine Tatsache. Umso wichtiger ist es doch, klar zu sein. Jeder kleine Schritt in Richtung Präsenz, Autonomie und innerer Freiheit ist ein Gegengift gegen lähmende Angst! Und genau das ist in einem psychologieschen Krieg das Ziel: lähmende Angst herstellen. Diese also zu verringern, um sie bald ganz hinter sich zu lassen, diese lähmende Angst, ist ein Akt des Widerstandes und daraus folgt, dass man dann in der Lage ist, gegen diese Kriegstreiber zu handeln.

Denkanstöße:

Die Vorstellung, dass das Anschauen der Probleme und Bedrohungen alles noch schlimmer macht, ist so falsch wie das Ignorieren der Symptome einer Krankheit, was dazu führt, die Probleme noch schlimmer zu machen. Betrachte die Probleme, die Bedrohungen als das, was sie sind. Dann kann man Möglichkeiten finden, die schädlichen Auswirkungen zu reduzieren, sie zu vermeiden und sogar gegen diese Bedrohung zu kämpfen.

Es ist gut und gesund, zu meditieren oder sonstige Techniken anzuwenden, um zur Ruhe zu finden, Präsenz und geistige Klarheit zu üben und Kraft zu tanken. Dies soll jedoch nicht zum Selbstzweck geschehen. Dies soll uns tatsächlich mehr befähigen, präsenter zu werden, klarer zu sehen, die Unterscheidungsfähigkeit von unserem eigenen „richtig und falsch“ zu schärfen und, das wichtigste: in die Tat zu kommen. Wir sollten erkennen, was unsere wirkliche Aufgabe ist angesichts dieser Bedrohungen, dieses psychologischen Krieges. Es soll uns motivieren, diese Aufgabe auch zu tun. Der erste Schritt ist, nachdem man klarer sieht, NEIN zu sagen, danach zu handeln und Widerstand zu leisten. Wer meditiert, um seiner Aufgabe aus dem Weg zu gehen, ist auf dem Holzweg.

Wut ist nicht automatisch schlecht. Vermeidungsstrategien dienen manchmal dazu, Wut zu unterdrücken, weil sie als etwas Negatives angesehen wird. Wut ist auch eine wichtige Überlebensempfindung, sie hilft uns, einen Feind zu bekämpfen, was nicht bedeutet, blind zu wüten. Ich finde es deshalb immer wichtig, geistige Präsenz zu üben, um nicht auf den eigenen Emotionen auszurutschen. Das kann man üben. Ich übe auch. Wut kann auch einfach Entrüstung sein, die kann eine Motivation sein, um positive Veränderungen in der Welt zu bewirken. Wer nicht darüber empört ist, was gerade mit uns und mit allen Wesen geschieht, sollte sich ernsthaft Gedanken darüber machen, was mit dem eigenen Menschenverstand, mit seiner Mitmenschlichkeit und seiner Verantwortung los ist. Der Einsatz von Kraft ist zudem nicht automatisch identisch mit Einsatz von blinder Gewalt!

Echtes Mitgefühl ist nicht ausweichend, vermeidend, rosarot und süßlich-schleimig. Es ist manchmal unangenehm, tritt in den Hintern, teilt eine Watschn aus, wie man bei uns so sagt, oder, was meinen Blog betrifft: sendet einen „Heuler los“. Und benennt die Dinge bei ihrem wahren Namen. Das ist in bestimmten Situationen nicht angenehm. Diese Unannehmlichkeit sollte uns nicht schrecken, sondern uns anspornen, den Hintern hoch zu bekommen.

Die Furcht vor der Freiheit und der Eigenverantwortung abbauen! Jeder Mensch hat von Geburt an die Fähigkeit zum gesunden Menschenverstand. Wenn dieser verschüttet ist, kann man ihn wieder ausgraben. Der erste Schritt ist, zu wagen, selbst zu denken. Dazu muß man vielleicht zuerst einmal dieser ständige Dauerhypnose aus dem Weg gehen. Abschalten! Den Glauben an Autoritäten abzubauen ist ein weiterer Baustein. Das Märchen, die Dinge seien zu komplex für einfache Bürger, gern einmal im Ofen verbrennen. Wer handelt, macht auch mal Fehler. Fehler machen ist ein Mneschenrecht, eine Schande ist, nicht aus ihnen zu lernen und die Fehler immer wieder zu wiederholen oder noch mehr davon zu tun. Der schlimmste Fehler ist, die eigene Freiheit nicht zu nutzen, sie zu opfern oder zu verkaufen und nicht zu handeln. Die eigene Freiheit im Denken, Sprechen und Handeln zu nutzen ist dann letztlich Selbstermächtigung. Das ist das gesündeste, was wir in dieser Zeit tun können: uns selbst zu ermächtigen und unser Leben und die Welt so zu gestalten, dass sie zu mehr Licht und Liebe, zu mehr Freiheit und Gerechtigkeit und zu mehr Brüderlichkeit führt.

„Die Wahrheit/das Licht wird siegen“ ist ein sehr beliebter Spruch von Esotherikern, die ihrer Aufgabe ausweichen. Ja, möglicherweise, möchte ich antworten. Und zwar genau dann, wenn du dafür sorgst, dass die Wahrheit ans Licht kommt.

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