Bei meiner Recherche stieß ich gestern auf einen interessanten Kanal, von welchem ich in meinem Artikel über „Denkverbot, materialistische Medizin und warum sie so scharf auf unsere Kinder sind“, berichtet habe. Aus aktuellem Anlass liest Jürgen Plich auf diesem Kanal Texte aus der deutschen Literatur, passend zu unserem Zeitgeschehen. Deshalb biete ich heute einmal Literarisches an zur Abwechslung. Immerhin scheinen wir ja unsere eigene Kultur so ganz und gar zu vergessen.

“Der Denunziant”, ein Gedicht von Max Kegel (1850-1902) zeigt es so deutlich, man kann es kaum deutlicher ausdrücken. Bei aller Zensur, man wird wohl noch nicht die ganze Kultur Deutschlands auslöschen können. Jedenfalls nicht so schnell und nicht alles auf einmal.

Denunziation hat heute wieder Hochkonjunktur, heißt es zu diesem Video: Schulleiter schwärzen Ärzte wegen angeblicher Gefälligkeitsatteste bei der Ärztekammer an, so dass diese drangsaliert werden bis hin zum Entzug ihrer Approbation. Schüler werden von Lehrern aufgefordert, Mitschüler, die sich nicht “korrekt” verhalten, zu verpetzen. … Nachbarn melden Nachbarn und Kollegen melden Kollegen. Es ist also dringend nötig, daran zu erinnern, dass Denunziation immer schon als niederträchtig und verächtlich galt, aus gutem Grund. Wenn sich das Volk untereinander, gegenseitig, an die Tyrannen und deren Söldner verrät, kann es ebenso auch gleich untergehen. Siehe auch das vollständige Gedicht unten.

https://www.youtube.com/watch?v=XS1VTo9fQ-g&t=13s

In einem weiteren Video liest Jürgen Plich aus einem Drama von Schiller. Friedrich Schiller beschreibt in seinem Freiheitsdrama “Wilhelm Tell”, wie der Landvogt Gessler auf dem Marktplatz zu Altdorf einen Hut aufstecken ließ, den jeder, der vorbeiging, als Symbol seiner Unterwerfung zu grüßen hatte (nur Tell tat es nicht). Auch heute werden solche Symbole wieder benutzt, und siehe da: die Mehrheit grüßt wieder einmal den Hut des Gessler, ohne sich zu schämen. Freundlicherweise erklärt Herr Plich für jene, die etwas hypnotisiert sind seit eineinhalb Jahren in eigenen Worten, was des Gesslers Hut ist in unserer heutigen Zeit:

Umdichtung: Die Landvogtin M.:

Ich bin die Dienerin globaler Wirtschaftsgötter und muß drauf denken, wie ich ihnen gefalle. Sie haben mich nicht vors Volk gesetzt, um ihm zu schmeicheln und ihm sanft zu tun. Gehorsam erwarten sie. Der Streit ist: Ob der Bürger soll der Herr sein in dem Lande oder jene Mächte. Ich hab den Fetzen ihnen nicht vors Maul gehängt des Scherzes wegen oder um die Herzen des Volks zu prüfen. Diese sind mir wurscht. Ich hab ihn hingehängt, dass sie den Nacken mir lernen beugen den sie aufrecht tragen. Das Unbequeme hab ich hingepflanzt in ihre Fratzen, in die sie schauen müssen, dass sie drauf stoßen mit dem Aug und sich erinnern ihrer Herrn, die sie vergessen!“

Das Volk hat aber doch gewissen Rechte?“

Die abzuwägen ist jetzt keine Zeit. Weitschichtge Dinge sind am Werk und Werden. Das Globalsystem will wachsen.Was die Väter glorreich begonnen, wolln die Söhne vollenden. Das lästge Volk ist uns ein Stein im Weg. So oder so: es muß sich unterwerfen.“

Danke Herr Plich für diese erhellende Lesungen! So mag auch ein Blinder verstehen, falls er will.

Wer noch mehr davon will, ein modernes Schmankerl:

Des Kaisers neue …. : https://www.youtube.com/watch?v=jOH7-F5wUUs

Manche Parabeln sprechen eine so deutliche Sprache, dass sie jeder verstehen müsste. Dazu gehört zweifellos “Des Kaisers neue Kleider” von Hans Christian Andersen. Trotzdem brauchen erstaunlich viele Menschen eine Verständnishilfe, um sie auf aktuelle Situationen übertragen zu können. Herr Plich ist so freundlich…., möge es nützen.

Zitat Max Kegel, Der Denunziant:

Willst wissen Du mein lieber Christ,
Wer aller Menschen Auswurf ist?
Die Antwort liegt ja auf der Hand:
Es ist allein der Denunziant.

Gefährlich ist ein toller Hund,
Gefährlich ist der Lügenmund,
Gefährlich ist, wer stiftet Brand,
Gefährlicher der Denunziant.

Verpestet ist fürwahr die Luft,
Wo athmet solch ein Schelm und Schuft.
Verpestet ist ein ganzes Land,
Wo schleicht herum der Denunzinant.

Der Wilde selber, der Barbar,
Der Afrikaner rohe Schaar
Hält hoch der Treue heilig Band,
Das frech entweiht der Denunziant.

Durchs ganze Leben Schimpf und Schmach
Geht ihm voran und folgt ihm nach.
Der Menschheit Schandfleck wird genannt
Der niederträcht’ge Denunziant.

Wird er erblickt in Freundeskreis,
Macht man ihm bald die Hölle heiß
Und ruft, ist er einmal erkannt:
Hinaus! Er ist ein Denunziant.

Und wenn er einst im Grabe liegt
Und seine Seel nach oben fliegt,
Ruft Petrus: Fort, Hallunk! Verbannt
Von hier ist jeder Denunziant.“

Gesslers Hut: https://www.youtube.com/watch?v=CN4rZ8O6m5w&t=0s

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