Nicht zu glauben, doch es gibt ein Problem. Ein Problem mit meinen Artikeln. Das sagt man mir also, nachdem ich etwa 500 Artikel geschrieben und veröffentlicht habe. Ich habe wohl das wichtigste übersehen. Deswegen wohl seien sie spurlos an den wenigen Menschen, die hier lesen oder gelesen haben, vorbeigegangen oder durch den Kopf gezogen – hier rein, da raus, sagt man mir. Wobei ich mir sicher bin, dass es Leser gibt, auf die das nicht zutrifft.

Jemand hat mir glaubhaft erklärt, dass es zu diesen Zeiten nicht möglich ist, den Menschen etwas zu geben ohne Gebrauchsanleitung, um dann auch noch eine Art Erwartung daran zu knüpfen. Die Erwartung etwa, es möge nützen, Früchte tragen. Ich möge mir doch mal vorstellen, jemand bekäme ein Medikament so ganz ohne Anweisung oder Beipackzettel. Jemand bekäme ein neues Gerät ganz ohne Handbuch. Na? Da muß ich schlucken. Braucht man eine Lese – und Begreife – Anleitung?

Selbstverständlich liest man etwas gründlich, außer es sind seichte Geschichtchen in diversen seichten Magazinen. Die liest man ja eigentlich nicht wirklich, man guckt sie an, hochglänzend und bunt, wie sie sind. Das bißchen Text darin überfliegt man halt, schmunzelt hier, runzelt da die Stirn und blättert weiter – schon längst wieder vergessen.

„Und du glaubst, mit deinen Artikeln ist es anders? Glaubst du wirklich, die Menschen lesen konzentriert und genau, denken darüber nach, ohne einfach weiterzuklicken um woanders gemütlich weiterzunaschen, was zur eigenen Meinung passt? Meinst du, sie denken sogar später oder am nächsten Tag noch daran, über so manchen Satz vielleicht sogar länger? Oder sie schreiben sich etwas auf von all den Hinweisen oder Tipps darin und setzen es in ihrem Leben um? Meinst du, sie verstehen den Zusammenhang zwischen ihrem anerzogenen und gewohnten Alltagsverhalten und den Zuständen, unter welchen sie leiden, nur weil du darüber schreibst, wieder und immer wieder? Gehst du davon aus, sie erkennen die angesprochenen Not-Wendigkeiten und wenden die Not natürlich jetzt, jetzt sofort, ab jetzt? Denkst du, sie tun es?“

Jetzt muß ich wieder schlucken. Ich weiß es nicht. Es liegt doch auf der Hand! Liegt es nicht auf der Hand? Schreit es einem nicht Tag und Nacht nur so ins Gesicht? Wenn dem so ist, macht man doch nicht einfach so weiter! Oder? Oder doch?

Ja, Himmel, welche Gebrauchsanweisung, welchen Beipackzettel welches „fucking manual“ muß ich denn schreiben? Es steht doch immer wieder in den Artikeln drin! Und jetzt? Es steht also immer wieder die „Gebrauchsanweisung“ da, schwarz auf weiß. Es steht da, was Leid verursacht und es steht auch da, was Leid verhindert, wie diese Not zu wenden ist, wie es jeder einzelne tun kann, jetzt gleich damit beginnen kann, ohne irgendwas oder irgendwen dazu zu brauchen. Hundertfach steht es da, blöd gesagt. Seit 2 Jahren. In unzähligen Variationen. Mit etwas für jeden Geschmack und für jedes Temperament oder jedes Lebensalter.

Was, wenn jemand da sitzt mit der Lösung vor den Augen, mit den Mitteln, die Not zu wenden für die Menschen, wie mit einem Handbuch, ohne es umzusetzen? Ohne es zu nutzen? Weil: kein Bock?

„Wie viel Prozent der gesamten Menge an Widerständlern, Querdenkern, Erwachten und Aufgeklärten gehorchen denn immer noch, schätze mal!“, fragt der Bekannte Unbekannte. Ich will nicht, antworte ich ihm und er lacht mich aus. „Bockig wie ein kleines Kind!“ ist sein Kommentar. „Dann sage ich es dir: 95% etwa, mal ganz liebevoll, großzügig und mit viel positivem Denken geschätzt. Sonst würden sie keine solchen dummen Fragen stellen, wie du in deinem letzten Artikel geschrieben hast. Sonst würden sie nicht immer noch konsumieren, wie sie es schon immer getan haben. Sonst würden sie längst kein Rädchen in diesem System mehr sein. Sonst wäre dieser böse Spuk schon längst vorbei.“

Ja. Ich weiß. Wozu gehen wir denn arbeiten, wenn wir uns nicht einmal was gönnen dürften, sagen sie mir oft. Ja, wozu? Wozu gehen sie so fleißig arbeiten, damit sie fleißig konsumieren können? Wissend inzwischen, dass sie damit das System füttern mit all den überflüssigen „Steuern“, die sie an der Kasse abdrücken für all den überflüssigen Kram, die Dunkelheit damit nährend. Genau das zu tun, was verlangt wird, schön brav gehorchend das Verderben am Laufen haltend.

Ok, das schreiben wenige, sehr wenige, oder sagen das in ihren Videos und in ihren Reden von den Bühnen. Jedenfalls habe ich es so noch nirgendwo gelesen und von keinem gehört, weder in Videobotschaft noch von einer Bühne. Doch all die anderen Dinge, die ein jeder tun kann bzw lassen sollte, das sagen sie inzwischen teilweise, manche jedenfalls, seit einiger Zeit jedenfalls. Das müßte jetzt jedem geläufig sein aus der oben genannten Personengruppe. Und es ist ja logisch, verständlich, sogar ohne Handbuch. Doch gebe ich immer wieder die Gebrauchsanweisung mit, den Beipackzettel. So oft, dass ich fürchte, meine Leser damit zu langweilen.

„Warum hast du vor einem dreiviertel Jahr etwa 200 und letztens nochmal mehr als 300 Artikel vom Netz genommen?“ fragt er mich und ich sehe es ihm an und weiß, was jetzt kommt. „Ich sag es dir, weil sonst wieder nur kommt: Ich will nicht. Ich sag es dir: Weil es dich nervt, weil es dich ankotzt. Weil es die Leute nicht interessiert. Sogar schlimmer: Weil es die Leute nervt, dass da genau steht, was zu tun wäre, was sie selbst zu tun hätten, um das Leid sofort zu beenden. Stattdessen fragen sie immer wieder honigsüß, was sie denn bloß tun könnten! Sie wollen etwas tun, ohne etwas tun zu müssen, ohne etwas an ihrem schönen Wohlstandsleben ändern zu müssen, auf diverse Bequemlichkeiten verzichten zu müssen. Die Erwachten. Wissend, wo das hinführt, wenn sie in ihrer Bequemlichkeit mit Jägerzaun sitzen bleiben. Da nützt auch kein montäglicher Spaziergang mit roter oder weißer Kerze. Wenn sie wüßten, dass sie da ihre eigene Friedhofskerze spazieren tragen, singend und Herzchen formend. Nichts gegen Spaziergang, doch hernach mal eben noch ein wenig shoppen gehen, und morgen wieder zur Arbeit schlurfen, mit oder ohne Test, mit oder ohne Maske, das ist genau das, was dazu passt! Nach 3 Jahren Tyrannei. Sogar Tyrannei gegen die eigenen Kinder.“
Ja. Ich weiß. Und welche Art von Gebrauchsanweisung würde da wohl nützen, frag ich ihn jetzt. „Frag sie doch!“, sagt er, bevor er sich abwendet und verschwindet. Na toll, das passt zu ihm, einfach daherkommen, meckern und dann verschwinden. Also, liebe Leser, was für eine Handlungsanweisung oder Denkhilfe braucht ihr, welche Unterstützung fehlt denn noch, wo ist denn der Knoten in der Leitung genau? Was genau braucht ihr denn, um leben zu wollen, um eure Kinder zu schützen und zu retten? Bisher habe ich immer nur gehört, es würde ja nur was nützen, wenn alle mitmachen würden. Alle sagen, es würde nur nützen, wenn alle mitmachen. Fällt jemandem auf, was ich gerade geschrieben habe?

„ALLE SAGEN, ES WÜRDE NUR WAS NÜTZEN, WENN ALLE MITMACHTEN.“

Aufrufe: 29