Eine Inszenierung der Politik, die billigste und schlechteste Endlos – Komödie, tragische Folgen – kann es einmal aufhören? Ein kleiner netter Artikel (von Walter Schönthaler , erschienen in Rubikon Magazin) und ein netter Netzfund heute zum Thema aktuelle Politik ind Deutschland – und nicht nur dort.

„Sie setzen jeden Abend eine Maske auf, und sie spielen, wie die Rolle es verlangt“, sang Katja Ebstein in ihrem Schlager „Theater“. Tatsächlich hatte man speziell in den Corona-Jahren das Gefühl, nur Zuschauer in einem schlechten Stück zu sein. Die Protagonisten erschienen wie Darsteller, die vor Pappkulissen ein paar zuvor sorgfältig geskriptete Sprüchlein aufsagten. Nichts erschien echt, alles wie inszeniert. Dabei musste man mehr an seichte Komödien als an Shakespeare’sche Größe denken. Nur mit dem einen Unterschied: Komödien decken traditionell die Dummheit des Volkes auf — Corona, Kriegshetze, Gaskrise und andere Stücke, die in letzter Zeit auf dem Spielplan standen, trugen hingegen dazu bei, ebendiese Dummheit sogar noch zu verstärken. Zum Glück zeigt der Autor jedoch zum Schluss einen naheliegenden Ausweg auf: Verlassen wir einfach das Theater, dann stehen die chargierenden Mimen allein auf der Bühne. Eine absurde Science-Fiction-Satire.

Die Theaterstücke der Stegreifbühnen in der Lobby-Union Indebitamento wurden immer schlechter. Nach der schaurigen Fledermaus-Inszenierung aus Wuhan, bei welchem die Darsteller auf offener Straße tot umfielen, folgte das verhaltensauffällige Sing- und Tanz-Musical „Baby, lass dich impfen“, welches einige Wochen später in derber Publikumsbeschimpfung kulminierte: „Impfgegner sind Bekloppte.“

In der nächsten Phase der Inszenierung wurde das Publikum gezwungen, den Inszenierungen der Stegreiftheaterschauspieler in vermummter Form beizuwohnen. In einigen Nationaltheatern wurde das Publikum wiederholt in bis zu fünf Lockdowns (Ausgangssperren) fixiert und musste die Darbietungen der Polit-Schauspieler im Hausarrest verfolgen. Das Publikum sollte während der Zwangsvorführungen der Stegreifbühnen vor den Televisionsgeräten in definierten Abständen von eineinhalb Metern sitzen und so oft als möglich auch im privaten Haushalt ihr Gesicht verhüllen. Mit dicken Schutzmasken gegen Feinstaub, die zum Abschleifen von Mauerwänden entwickelt wurden.

Angst als erste Bürgerpflicht

In der nächsten Inszenierung erklärten die Polit-Darsteller dem zahlenden Publikum, dass die Teilnahme an einem teilweise wieder selbstbestimmten Leben in der Öffentlichkeit nur möglich wäre, wenn man sich — auf eigenes Risiko — gegen eine neuartige, gefährliche Krankheit, einmal, zweimal, dreimal, viermal und so weiter genverändernde Substanzen injizieren ließe.

Es folgten weitere dramatische Inszenierungen: „Waffen für den Frieden — Frieden durch mehr Krieg — Frieren gegen das Böse“ und so weiter.

Umrahmt wurde der Spielplan durch den Paradigmenwechsel vom Umweltschutz zum Klimaschutz, in welchem nicht mehr der Mensch vor den Umweltschäden der Industrie, sondern das Klima und die Monopolindustrie vor den atmenden Menschen geschützt wird.

Es folgte das permanente Theaterstück „Die Luftsteuer — und warum CO2, das Gas des Lebens und der Photosynthese, böse ist.“ „Wir klimaschützen unsere Stadt.“ Und erhöhen die Fernwärmetarife um 92 Prozent.

Der bisherige Saisonhöhepunkt kulminiert in der derben Stegreif-Posse „Wir halten das Gas zurück“. Der Plot folgt dem Schema von Schilda: Gas, die wichtigste Energiequelle des Wohlstands der Lobby-Union, wird in einer nigelnagelneuen, milliardenteuren Pipeline, die vom Publikum bezahlt und bereits gefüllt wurde, zurückgehalten, weil die Auftraggeber des Stücks — aus sicherer Entfernung über dem großen Teich — es so wollen.

Eine große Herausforderung für die Schauspieler der Regionaltheater in den Nationalstaaten, die sich auch bei diesem derben Schurkenstück an das von den Auftraggebern definierte Drehbuch halten müssen. Sie dürfen jedoch, wie auf einer Stegreifbühne üblich, im Text improvisieren, täuschen und tricksen und nach eigenem Gutdünken auf der Bühne — zur ablenkenden Unterhaltung des Publikums — geräuschvoll auch etwas eigenes Gas gegeneinander entladen … Währenddessen wird es im Theater immer kälter.

Das Publikum kann die Schauspieler alle vier bis fünf Jahre neu wählen, hat aber keinen Einfluss auf die Spielpläne oder die Drehbücher. Zwar ist es möglich, die schlechtesten Darsteller in mühevollen Protesten unter Einsatz ihrer Karriere loszuwerden, aber die Zweit- und Drittbesetzungen der Darsteller sind jedes Mal noch schlechter als die Erstbesetzungen.

Das Stück, das gegeben wird, bleibt dennoch gleich. Es nützt wenig, sich wegen des schlechten Inhalts der Stücke bei den Schauspielern zu beschweren, denn sie sind eben Darsteller in einem Stegreiftheater und nicht die Autoren oder gar die Auftraggeber der Narrative. Wer sein Missfallen des Stücks durch Nichtklatschen oder gar durch Missfallenskundgebungen bekundet, kann von der Saalaufsicht entfernt, durch Qualitätsmedien diffamiert, seiner wirtschaftlichen und sozialen Existenz beraubt oder im Extremfall zu frühen Morgenstunden von Beamten der Theater-Security besucht werden.

Viele Mitglieder des mittelständischen Pöbels versuchen vor den katastrophalen Darbietungen einiger Politdarsteller zu flüchten, aber es nützt wenig, denn in den abendländischen Theatern wird überall das gleiche Stück aufgeführt, nur geringfügig modifiziert durch etwas Lokalkolorit und die jeweiligen Persönlichkeiten der Darsteller in den Nationaltheatern.

Die Kritiken in den publikumsfinanzierten Qualitätsmedien an den Aufführungen sind fast ausnahmslos positiv bis euphorisch. Dennoch wähnen sich immer mehr Zuschauer und Zuschauerinnen im Publikum im falschen Film. Und mit jedem neuen Spielplan, jeder neuen Inszenierung wächst die Erkenntnis, dass sich der Spielplan gegen das eigene Publikum richtet. Aber die meisten im Publikum klatschen dennoch weiter, sie schulden den Banken hohe Kredite für ihre Einfamilienhäuser und für die Ausbildung der Kinder, die sie abzahlen müssen und/oder sie sind Menschen und Organisationen verpflichtet, von denen sie abhängig sind. Staatlich geschützte und unterstützte Monopolorganisationen, für die Wettbewerb etwas für Verlierer ist, sind erklärte Freunde der aufgeführten Stegreifinszenierungen und inszenieren neue Stücke und neuen Inhalt durch öffentlich-private Partnerschaften. Viele im Auditorium fragen sich, warum sich manche Schauspieler wie Idioten verhalten.

Und ewig grüßt das Murmeltier

Denn jeden Morgen beginnt das Theater-Narrativ wieder aufs Neue, werden die Possenstücke immer absurder und frecher. Das Publikum muss für jede Aufführung höhere Preise bezahlen, die Teuerung ist dramatisch, das Publikum reagiert zunächst verwirrt und verängstigt, dann zunehmend verärgert.

Das neue Stück „Planet der Affenpocken“ wird angekündigt. Die Welttheaterorganisation übernimmt die Regie für alle Aufführungen.

Es wird immer kälter im Saal, die Temperaturen sinken, das Angebot am Theaterbuffet wird immer teurer und ist kaum noch leistbar. Das Publikum friert und hungert. Plötzlich, während die Darsteller ihre Texte abspielen, ertönt mitten in der Aufführung hundertfaches, lautes Lachen. Es kommt aus den Mobiltelefonen des Publikums, aus heruntergeladenen mp3-Dateien von lachenden Menschen. Das Publikum sitzt mit eiserner Miene unbewegt im Saal, es lässt die gespeicherten Tonaufnahmen auf den Smartphones lachen. Die Saalaufsicht kann folglich nicht feststellen, wer hier lacht.

Und dann, als das Lachen aus den Mobiltelefonen verstummt, passiert etwas Unerhörtes: Das Publikum wirft seine Sklavenmasken auf den Boden, steht auf, verlässt die Aufführung. Das Publikum kehrt nicht mehr zurück. Die Schauspieler merken nicht, dass sich das Publikum schon verabschiedet hat. Sie spielen ihr Stück weiter, bis der Saal leer ist.

Netzfund:

„Das demokratische System besteht aus Rauch und Spiegeln…

Die Demokratie existiert nicht, sie ist eine Schattenoligarchie

Demokratie bedeutet, dass derjenige, der die meiste Macht hat, die Massen zu formen, König ist

Das Endergebnis ist immer Oligarchie und zwar eine böse

Im derzeitigen System werden die Oligarchen nicht für ihre Entscheidungen verantwortlich gemacht

Sie formen den Fluss der Gesellschaft und wen die Massen wählen, regieren sie stellvertretend durch Politiker

Die Politiker müssen den Kopf hinhalten und die Entscheidungsträger kommen ungeschoren davon

Die Schuld wird den Massen aufgezwungen, als ob es darauf ankäme, wen sie wählen

Demokratie führt zu Machtkämpfen und schafft eine “Wir-gegen-die”-Mentalität

Es geht nicht um Ihre Nation oder Ihr Volk, sondern um eine vage, unsinnige moderne Ideologie

Dies schwächt den Nationalismus durch eine künstliche Teilung innerhalb der Länder statt zwischen ihnen.

Die Menschen an der Spitze haben keinen Anteil daran

Es ist nicht ihr Volk

Es ist nicht einmal ihr Land

Sie lenken die Massen nur auf eine Weise, die ihnen den größten persönlichen Gewinn bringt.

Sie haben kein Interesse daran, ihr Land und seine Menschen zu verbessern.

Die Leute an der Spitze dieses Spiels würden sich einen Dreck darum scheren, selbst wenn sie das Land besitzen würden

Die Demokratie ist der größte Betrug der Geschichte

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