Wir haben uns informiert, letztes Jahr, im Frühling und im Sommer. Wir hatten ja Zwangspause. Hausarrest. Wir sind auf Demos gegangen, marschiert, gestanden, haben gesungen, zahllose Herzchen gemacht, den Helden zugejubelt, Transparente vor uns hergetragen. Wir sind geflohen vor den schwarz vermummten und bis an die Zähne bewaffneten Monstern, manche nicht schnell genug, die wurden mißhandelt. Niemand hat ihnen geholfen, nur gefilmt hat man sie. So wie die Jahre zuvor schon: wem etwas Schlimmes geschah, der wurde hähmisch mit Handys gefilmt. Jetzt war es ja ok, man sagte, das sei wichtig für die Strafverfolgung. Es gab keine Strafverfolgung. Wir haben Anzeigen geschrieben, Beschwerden eingereicht. Wir haben geredet, aufgeklärt. Wir haben uns engagiert, in Gruppen, in Parteigründungen, haben uns digital vernetzt.
Wir haben alternative Videos gesehen und Artikel gelesen, haben die Botschaften vernommen und unsere für uns vorgesehene Zukunft mit Schrecken realisiert. Wir haben unsere kleinen einsamen Kämpfe gefochten im Supermakt und in der Bahn. Wir haben unser Leben amputiert, unsere Familien, Freunde und unsere Jobs verloren. Wir haben bei Aktionen mitgemacht, die niedlicher und wirkungsloser nicht hätten sein können. Wir haben gehofft, dies oder jenes, dieser oder jener würde uns retten, würde alles wieder richten, ins Lot bringen.

Inzwischen sitzen wir in unserer digitalen Welt und klicken und glotzen und starren. Die täglichen Wasserstandsmeldungen verkünden entsetzliches. Menschen sterben und werden verkrüppelt durch Impfungen. Und es wird weiter geimpft. Konzentrationslager werden hergerichtet und stehen bereit, Menschen werden da inzwischen hineingesperrt. Alternative Nachrichten werden zensiert, Autoren werden zensiert, abgeschaltet. Kinder werden traumatisiert und isoliert. Alte Menschen verrecken einsam in ihren Wohnheim-Zellen. Mehr als 15 Kilomenter darf sich keiner mehr von seiner Wohn-Haft-Anstalt entfernen. Innerhalb dieser Zone darf man nur mit triftigem Grund das Haus verlassen. Denunzianten schießen wie Pilze aus dem feucht-sumpfigen Boden. Automatische KFZ-Kennzeichen-Scanning wird zur Strafverfolgung eingesetzt zur Ergreifung aller 15-Kilomenter-oder-Ausgangssperre-Verbrecher oder gegen Impfverweigerungs-Ausgangssperre-Brecher.
Heute lesen wir, auf EU-Bürger kämen noch sehr viel härtere Maßnahmen zu. Und dass es einen Sommer nicht geben wird. Wir sitzen und starren.

Über Monate hinweg und besonders die letzten Wochen sehen wir zu, digital, wie Die Vollstreckung Stück für Stück umgesetzt wird, plangerecht und zeitgerecht. Wissend, was noch kommen wird. Stimmen mahnen seit Monaten, die digitale Welt zu verlassen, sich zusammenzutun, das echte Leben endlich zu verteidigen, das Neue zu gestalten, jetzt, hier, dort, wo wir sind, mit den Menschen, die da sind. Sie mahnen, endlich endlich zu handeln. Weil nicht mehr viel Zeit sei, bevor sie den Sack zu machen. Weil wir uns bald nicht mehr bewegen könnten, nicht mehr kommunizieren könnten, weil sie uns alles dazu nötige wegnehmen könnten.

Inzwischen ist diese Zeit der Möglichkeiten vorbei.
Wir sind paralysiert. Wir haben uns selbst hypnotisieren lassen. Wir beschränken uns aufs Klicken und Starren. Daumen hoch, klick, Petition, klick, Abonnieren, klick. Unterstützen, klick, anmelden, klick…. Wir diskutieren auf allen Kanälen alles tot. Wir warten auf einen Erlöser. Wir warten auf das Gerichtsurteil, das alles wieder gut machen wird. Dann wird alles gut sein. Wie früher. Und es kann wieder weitergehen, wie früher. Wo alles gut war. Wo es Grundrechte und Freiheiten gab, die wir nicht nutzten, die wir verkauften für Treuepunkte für einen ermäßigten Kochtopf und unsere Bequemlichkeit, die durch keinerlei Eigenverantwortung gestört werden sollte. Die wir nicht haben wollten, weil wir nicht erwachsen werden wollten. Wir wollten lieber konsumieren und nicht nachdenken. Was ging uns das alles auch an?

Zuerst haben sie die Quarantänebrecher geholt. Ich habe geschwiegen. Ich habe alles nach Vorschrift gemacht.
Dann haben sie die Aufwiegler geholt, die Volksverhetzer, die Fake-News-Verbreiter. Ich habe geschwiegen. Ich habe alles nach Vorschrift gemacht.
Dann haben sie die Maskenverweigerer und die Ausgangssperre-Mißachter geholt. Ich habe geschwiegen. Ich habe alles nach Vorschrift gemacht.
Dann haben sie die Impf-Verweigerer geholt. Ich habe geschwiegen. Ich habe alles nach Vorschrift gemacht.
Dann haben sie diejenigen geholt, die in dieser schlechten Wirtschaftlage eine Belastung fürs Volk waren. Ich habe geschwiegen. Ich habe alles nach Vorschrift gemacht.
Dann haben sie mich geholt. Und jetzt war keiner mehr da, der mir hätte helfen können.

Keiner wird entkommen. Kein einziger.
Einziger Trost: Lang gehts nimmer.
Nun, offensichtlich wollt ihr es genau so haben. Dann bleibt sitzen. Und starrt.

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