Freiheit, Frieden und Gesundheit, alle Jahre wieder

Es mag vielleicht daran liegen, dass das Leben an sich etwas monoton geworden ist, eine gewisse innere Langeweile sich ausbreitet und der Geist nicht mehr so viel hat, an dem es sich anzudocken lohnt. In solchen Zeiten tauchen manchmal Erinnerungen an früher Erlebtes auf. So ist es mir heute früh passiert, dass ich zuerst an HIV dachte und kurz darauf dann an Kaiserliches. Nein, so alt bin ich nun doch noch nicht, dass ich zu Kaisers Zeiten gelebt hätte, doch wenn etwas Parallelen aufweist zum heutigen Erleiden, nein, Erleben wollte ich schreiben, dann kommt mir das einfach mal in den Sinn.

Kaiserliches

Es scheint in manchen sogenannten Widerstandskanälen im Moment heiße Diskussionen über das Kaiserreich zu geben, scheinbar als Alternative. Nein, nicht die Reichsbürgersache oder so etwas, es scheint anders zu sein. Ob prinzipiell ein Kaiser besser sei oder so etwa. Ich habe das überprüft, ich habe jetzt nichts verwechselt, es sind tatsächlich dieselben Kanäle, in denen man vor kurzem noch andere Dinge lesen konnte. Doch treibt es die Menschen sehr um, so dass es mich jetzt auch umtreibt. Es sind doch Menschen, die, wie ich dachte, für Freiheit und Demokratie, für Grundgesetze, Menschenrechte, Frieden und ein Rechtssystem, welches diesen Namen verdient, auf die Straße gehen mit so viel Herzblut, dass sie sogar die Gefahr nicht scheuen, verprügelt zu werden. Hut ab!

Und ich komme so ins Sinnieren, wo genau denn der große und freiheitliche Unterschied wäre vom Kaiserreich zum Reich der Notstandskanzlerin Merkel von Gates Gnaden. Hat sie nicht ihren eigenen Hofstaat, ihre Hofberichterstatter, ihre Leibgarde und Sturmtruppen, wie es eines Kaisers oder einer Kaiserin würdig wäre? Erläßt Ihre Durchlaucht nicht auch Gesetze, Verordnungen, ganz nach Tagesbefindlichkeit? Hat sie nicht auch ihre persönlichen Ratgeber, und demnächst ihre Sturmsichere Burg mit Graben und allem drum und dran? Hat sie nicht ihre eigene Gerichtsbarkeit, die Recht spricht nach Anordnung? Ist es nicht genau so wie in kaiserlichen Zeiten, dass das Volk hungert und darbt in ärmlichen Hütten eingesperrt, während am Hofe die Feste in Glanz und Gloria gefeiert werden und die Tafeln der kaiserlichen Kantinen überquellen und die Ehrengäste sich um die Tafeln versammeln unabhängig von Erlassen und Vorschriften und Verboten, die nur für die Untertanen gelten? Und sind es nicht auch heute die Untertanen und Leibeigenen, über die nach Lust und Laune geherrscht oder geimpft wird, deren Körper ausgebeutet, deren Seelen gebrochen und verkauft werden?

Diskussionsorgien

Diese Diskussion verstehe ich nicht wirklich, aber das liegt vielleicht an meinen mangelnden Geschichtskenntissen. Bloß, wo da jetzt die Freiheit Platz haben soll, das habe ich nicht herausfinden können. Aber das war es eigentlich gar nicht, was mich heute am meisten umgetrieben hat an dieser Diskussion. Es war die Diskussion an sich. Und das ist der springende Punkt. Es gibt kilometerlange Sprechblasen, die gepostet werden, tausende pro Tag pro Kanal. Vielleicht ist ihnen auch ein wenig langweilig so über die Feiertage. Aber das war genaugenommen vorher auch schon ähnlich. Vielleicht spürt man dann die eigene Lethargie nicht mehr so arg. Ich poste, also bin ich. Ich poste im Widerstandskanal, also bin ich Widerstand. Das finde ich ein wenig schade, denn diese Tatkraft könnte man tatsächlich gut gebrauchen. Doch haben wir ja jetzt Zeit, es wird noch viele Jahre so weitergehen, wir werden „L-L-L“ haben, damit meine ich: „Lockdown – Lockerungen – Lockdown“, „einschließen/Inhaftieren – Freigang – einschließen/Inhaftieren“ und so weiter, das neue Normal eben. Da kann man sich die Diskussionen ja immerhin auch gönnen, zumal das ja tatsächlich auch eine Art Widerstand sein könnte, wurden doch Diskussionsorgien verboten. Genau, jetzt hab ich es verstanden. Schreiben hilft mir manchmal, die Dinge besser zu verstehen.

Krieg und Frieden

Leider wird aber auch sehr gezankt, das ist bestimmt die Übung zur Konfliktfähigkeit! Die wird in der Neuen Menschheitsfamilie immerhin dringend gebraucht. Es macht Sinn! Doch erinnert mich das ein wenig an früher Erlebtes. Auch damals war ich in einer Art Widerstand aktiv, dort ging es aber um Krieg und Frieden. Vielleicht ist es ja heute heimlich immer noch das gleiche Thema. Es war immerhin schon im 21. Jahrhundert. Aber was ich eigentlich schreiben wollte: Mein Mann und ich haben damals eine tolle Aktion gestartet und später haben uns eine Hand voll Leute geholfen, als die Aktion um die ganze Welt ging. Doch von Beginn an war Gezanke. Genau, das war es, was ich erzählen wollte. Wir waren auch in einer örtlichen Gruppe, die sich dieses Thema auf die Fahne geschrieben hatte, doch es war dort hauptsächlich Redezeit und meistens haben die gleichen geredet und meistens waren diese Gleichen immer Männer und es ist nicht viel passiert.

Deshalb haben eben wir beide, mein Mann und ich, als ich eine zündende Idee hatte, einfach angefangen. Auf eigene Kosten, auf eigenes Risiko, und es waren unsere eigenen Tage und Nächte und Wochen und Monate, die wir durchgearbeitet haben bis über die Grenze des Erträglichen hinaus. Es hat sich gelohnt!!! Doch geschah sehr schnell folgendes: Gezanke! Und zwar von den Freunden des Friedens, vereint im Kampf für den Weltfrieden. Wir wurden angegriffen, massivst, verleumdet, diffamiert, sie betrieben sogar eine Art lokalen Rufmordes gegen uns. Bis mein Mann die Nerven verlor und brüllte: „Das will ich mir nicht mehr länger anhören!“ Wir zogen uns aus der Gruppe zurück und arbeiteten allein weiter am Frieden. Mit großem Erfolg. Doch kurz darauf bekam mein Mann einen Hörsturz. Jetzt mußte er sich nichts mehr anhören. Seitdem verzichte ich in meinem Leben immer wieder mal auf sogenannte „hilfreiche Freunde“, da mir das Gesundheitsrisiko zu groß ist.

Damals schrieb ich den Spruch auf:

„Mach etwas, und du hast die zum Feind, die das Gegenteil wollen und tun.

Und du hast die zum Feind, die nichts wollen und nichts tun.

Und du hast die zum Feind, die behaupten, dasselbe zu wollen, und das sind die schlimmsten.“

Warum ich mich gerade heute daran so genau erinnere: es scheint ähnlich zu sein, das Problem scheint wieder zu sein: wer etwas tut, der hat ein Problem, wer nur redet, hat viele Freunde.

Aber das wird dann schon werden, wir haben ja, wie gesagt, noch so viel Zeit!

Keine Gefahr für die Bevölkerung!

Einige Jahre zuvor war etwas anderes aktuell, es ging um Atomenergie wegen Tschernobyl, die Älteren wissen das vielleicht noch. Das war, wie heute, ein großes Gesundheitsthema. Nein, eigentlich doch wieder nicht, denn es ging nur den Aufwieglern damals um Gesundheit. Der Mehrheit also ging es nicht um Gesundheit, ganz im Gegenteil zu heute. Es hat ja, laut Regierung und laut freier unabhängiger Presse und Medien niemals eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden. Ich kann mich noch so gut an so vieles erinnern, aber das würde den Rahmen sprengen. Nur eines finde ich nett: damals war ein Minister, der Herr Töpfer, glaube ich, öffentlich zu sehen, laufende Kamera, ZDF, ARD und sämtliche wichtigen freien Presseleute mit dabei, wie er ein Glas Milch trank und seine Familie mußte das auch tun. Nur um die Bevölkerung zu beruhigen, dass da nix ist mit der Milch, keine radioaktive Strahlung und nix, sonst würde der das doch nicht tun, oder? Und sogar seine Kinder, oder?

Das erinnert mich wieder an die Impfung heute. Prominente lassen sich ja auch impfen, sogar manche Politiker, habe ich gehört. Auch wenn sie am folgenen Tag rechts und links verwechseln, weil sie Schmerzen am nicht geimpften Arm zu haben scheinen (1), das ist irgendwie wie ein Glas Milch, oder nicht? Ich meine, rechts und links ist heutzutage ja eh irgendwie so verschwommen geworden, dass diese kleine Nebenwirkung kaum ins Gewicht fällt. Auch diese medienwirksame Aktion ist zur Beruhigung der Bevölkerung, wie damals eben. Nebenbei, mein weiblicher Sinn für Schönheit wird dadurch auch angesprochen: sie sitzen alle auf so echt schönen und vornehmen Sesseln. Das muß ja fein sein in diesen Impfzentren. Hunderte so schöner Sessel, so viel Aufmerksamkeit. Immerhin sollen diese Zentren einiges gekostet haben.

Seuchen im Wandel der Zeiten

Fast hätte ich es jetzt vergessen: mir ist ja noch HIV eingefallen. Ein weiteres wichtiges Gesundheitsthema im Laufe meines Lebens, die Älteren wissen das vielleicht noch so gut wie ich:

Plötzlich war es da, das Virus, wie heute. Unsichtbar, ungeheuerlich, gefährlich, tödlich. Erst weiter weg, also in USA, nicht in China, aber dann sogar hier im anständigen Deutschland! Und wie das kam, weiß ich nicht, plötzlich hieß das „Schwulenseuche“! Das muß wohl so in den freien und unabhängigen Medien gestanden oder gesagt worden sein zur Information der Bürger. Und es war noch was ähnlich wie heute: die Betroffenen wußten oft lange nicht, dass sie infiziert sind. Da mußte man testen, das war damals neu. Inzwischen muß man ja auch testen, ob man krank ist, Grippe hat oder Erkältung, nicht so wie früher, wo man das noch selbst gemerkt hat, wenn man krank ist. Heute merkt man das nicht mehr von selbst.

Und es gab etwas unter den Menschen, ganz plötzlich, was mich sehr erschüttert hat, ähnlich wie heute, nur nicht so existenziell, so allumfassend, so zerstörend: Mißtrauen, Diffamierungen, Verdächtigungen, Feindbilder, Haß! Damals hatte ich aus Zorn einmal gesagt, es sei ja so wie im Dritten Reich, jetzt seien ja Homosexuelle plötzlich die Neuen Juden. Das war natürlich total daneben von mir, so ein Vergleich, ich war halt jung und emotional. Aber es gab auch Regeln, neue Regeln, nicht so wie heute, so allgegenwärtig, in Wort und Schrift und Bild, diese Regeln waren eher nur in den Köpfen. Man könnte sagen, es war nicht „A-H-A“, wie es heute etwa ist, sondern eher „A-H-SS“. Damit will ich sagen, es ging damals auch darum, Abstand zu halten, auf Hygiene zu achten und natürlich Safer Sex. Das mit Safer Sex fand ich einsichtig. Dass man aber die Straßenseite wechseln soll, wenn einem jemand entgegen kommt, der vermeintlich schwul sein könnte, das wollte mir nicht ins Hirn. Damals gab es auch Entlassungen, Kündigungen, Spaltungen innerhalb von Familien und Freundeskreisen, Ausgrenzungen, Menschen wurden als Mörder bezeichnet und als Gesundheitsgefahr, so wie es ja heute auch Gefährder gibt. Allerdings nicht weil sie krank sind oder sein könnten, sondern weil sie eine andere Meinung haben und auf ihre Menschenrechte achten, aber das ist ein zu heikles Thema, da muß man schon länger überlegen, was man da sagt oder schreibt.

Jahres – Wechsel

Dies schreibe ich an Sylvester 2020, ein erstauliches Jahr, ich kann mich jeden Tag nur wundern.

Nachts auch, da denke ich in diesem Jahr auch zu viel, nachts meine ich. Aber das liegt vielleicht an meinem Alter. Alt werden heutzutage ist auch so eine Sache, aber das ist ein anderes Thema. Jedefalls denkt man an einem solchen Tag gerne zurück, man erinnert sich an alte Zeiten, wie es früher einmal so war. Wer man früher so war und das restliche Leben so bis hierher. Freiheit, Frieden und Gesundheit – das waren immer meine Themen, seit ich lebe eigentlich. Das mit der Gesundheit war dann ja auch mein berufliches Thema. Freiheit und Frieden waren immer eher nebenberuflich sozusagen. Obwohl sie schon zusammenhängen, denn Freiheit und Frieden wirken sich schon sehr auf die Gesunheit aus. Krieg ist ja eher ungesund, das weiß jedes Kind. Unfreiheit auch. Schon wegen dem schlechten Essen und der wenigen Bewegung an der frischen Luft, in Gefängnissen, meine ich jetzt, oder im Lockdown, das ist ja auch ähnlich.

Aber ich mache jetzt lieber kein neues Faß auf, sonst wird der Artikel hier zu lang. Denn viele Menschen wollen oder können heutzutage nicht mehr so lange Artikel lesen, jedenfalls nicht am Stück, hat man mir gesagt. Das hat man sich irgendwie abgewöhnt, heute geht Lesen irgendwie anders.

Man hat auch so wenig Zeit, gerade im Lockdown, da zerrinnen die Tage irgendwie so, man weiß nie, wohin, und plötzlich sind sie weg, die Tage, die Jahreszeiten, das Leben. Und dann denke ich so ein Jahreswechsel, der hat doch was, es heißt ja nicht umsonst, dass da was wechselt. Wollen wir mal hoffen, dass sich wirklich was wechselt, nicht nur eine Zahl im Datum. Früher hat man oft gesagt: „es kann ja jetzt nur besser werden“, wenn die Zeiten irgendwie schlimm waren. Heute sind die Zeiten auch schlimm. Da sind sich alle irgendwie dann doch einig. Die einen aus diesem, die anderen aus jenem Grund. Nur, dass es ja nur besser werden kann, das sagt heute leider keiner, da ist ja das schlimme. Die einen aus diesem die anderen aus jenem Grund. Immerhin, es geschieht irgendwas da draußen, doch keiner scheint daraus Hoffnung zu schöpfen, weder diese noch jene.

Doch wenn sich von selbst nichts „wechselt“, das ist ja auch nicht das Wahre. Dann müssen es die Menschen, jeder einzelne, wohl doch selbst tun. Wenn sie dann fertig sind mit diskutieren, meine ich. Vielleicht kann mir jemand mal Bescheid sagen, wenn das dann mal so weit ist. Doch wünsche ich allen Menschen, dass sich was wechselt, vor allem in ihnen selbst. Und dass der Wechsel vom Reden ins Handeln letztlich auch gelingt. Das würde mich auf meine alten Tage doch noch richtig freuen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer tut halt manchmal auch gut. Die Uhr tickt, immerhin.

(1): Lion Media Kanal, Dr. Fauci wird am linken Arm geimpft, spürt aber die Schmerzen im rechten Arm, Video vom 26.12.2020, 9.19 Uhr

Aufrufe: 16